Die Größe einer Ressource hängt auch vom Preis des Rohstoffs ab
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 22. Juli 2008, 17:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin, lieber Leser,
in den vergangenen beiden Ausgaben der Serie "Investieren in Rohstoffaktien" haben Sie erfahren, wie sich Mineralogie und Geologie eines Projekts auf eine Ressourcenschätzung auswirken können. Heute wollen wir uns genauer ansehen, wie sich der Preis der enthaltenen Rohstoffe bemerkbar macht.
Am Anfang ist jede Annahme noch vage
Jede Ressourcenschätzung ist prinzipiell ein Blick in die Zukunft. Gefragt wird: "Wie groß ist die Menge eines Rohstoffs, die aufgrund bisher bekannter Bohrdaten ökonomisch sicher, wahrscheinlich oder vielleicht aus dem geförderten Erz gewonnen werden kann?" Da sich unser Explorer noch am Anfang seiner Laufbahn befindet, kann die Antwort bisher nur den vielleicht förderbaren Rohstoff betreffen. Höhere Kategorien sind erst später möglich, auf die Voraussetzungen dafür werden wir noch zurückkommen.
Welcher Rohstoffgehalt ist ökonomisch förderbar?
Das Analysehaus hat also die Ergebnisse aller bisher durchgeführten Bohrungen vorliegen. Natürlich kann es daraus aber nicht einfach einen Durchschnitt bilden und eine Ressource hochrechnen. Denn es fehlt dazu noch ein ganz wichtiger Parameter: "Ab welchem Gehalt des Rohstoffs im Boden ist ein ökonomischer Abbau überhaupt möglich?" Um diesen Parameter bestimmen zu können, benötigt man drei Faktoren: Angaben zu Mineralogie, Geologie und Preisprognosen für den Rohstoff.
Vergleichbare Vorkommen weisen den Weg
Die Mineralogie bestimmt, um wie einfach oder schwierig zu bearbeitendes Gestein es sich handelt. Aus der Geologie des Vorkommens können Sie ableiten, ob der Abbau in einem Tagebau oder einem möglicherweise komplizierten Bergbau stattfinden wird, bei dem die Kosten generell höher sind. Da in einem frühen Stadium diese Fragen nur mit Erfahrungswerten und Wahrscheinlichkeiten beantwortet werden können, sieht sich das Analysehaus also vergleichbare Vorkommen in der Umgebung an, die weiter entwickelt oder in Abbau sind. Hier wurden diese Faktoren bereits genauer untersucht und damit die Parameter für eine ökonomische Abbaubarkeit des Gesteins bestimmt.
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