Die Goldförderung kann die Nachfrage schon lange nicht mehr decken
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 3. Dezember 2008, 20:00 Uhr
ENL5454
Das effektive Angebot an aus Minen gefördertem Gold ist bereits seit Anfang des Jahrtausends rückläufig.
Dem World Gold Council zufolge betrug das gesamte Angebot an gefördertem Gold im Jahr 2005 noch 2.457 Tonnen Gold, sank im Jahr 2006 weiter auf 2.057 Tonnen Gold und im Jahr 2007 auf 2.029 Tonnen Gold. Im Jahr 2000 wurden noch 2.573 Tonnen Gold gefördert.
Auch für dieses Jahr ist mit einem weiteren Rückgang in der weltweiten Goldförderung zu rechnen.
Dies liegt zum einen Teil daran, dass sich die Minenlandschaft verändert. Während Südafrika noch vor zwei Jahren die größte Goldfördernation der Welt war, ist das Land mittlerweile von China überholt worden. Die alten etablierten Vorkommen erschöpfen sich langsam - oder besser gesagt, die leichter abbaubaren Erze gehen zur Neige. Besonders in Südafrika muss immer mehr in die Tiefe gegraben werden.
In der Minenindustrie muss dringend weiter investiert werden - nicht nur in den Aufbau neuer Minen, sondern auch in den Ausbau der bestehenden Vorkommen.
Zwar ist in den letzten Jahren der Goldpreis gestiegen und damit auch das Interesse an Minen und Explorationsgesellschaften von Seiten der Geldgeber - doch erstens scheint es damit im Angesicht der gegenwärtigen Finanzkrise erst einmal vorbei zu sein und zweitens ist eine Mine ein langlebiges Geschäft, das vor allem eines kostet - sehr viel Zeit.
Warum wurde die Minenproduktion trotz des hohen Goldpreises in diesem Jahr nicht signifikant ausgeweitet?
Eine Frage die man sich zu Recht stellen darf, wenn man sich noch nicht näher mit dem Markt beschäftigt hat.
Die Antwort ist jedoch einfach: der Faktor Zeit schlägt im Minensektor immer hart zu Buche.
Sie müssen sich vorstellen, dass es, sobald jemand tatsächlich ein viel versprechendes Vorkommen entdeckt mindestens 5-7 Jahre dauert bis der Rohstoff tatsächlich auf dem Markt verkauft werden kann. Bei Minenprodukten kann folglich nicht einfach mal schnell das Angebot ausgeweitet werden, wenn Nachfrage und Preis steigen.
Aus bereits bestehende Minen können dies nur bedingt. Denn grundsätzlich ist der Produktionsprozess einer Mine auf eine lange Lebensdauer der Mine ausgerichtet und nicht auf kurzfristigen Profit.
So wird auch bei hohen Rohstoffpreisen der Betreiber einer Mine nicht kurzfristig seine Förderung erhöhen (können). Was aber in solchen Phasen bleibt, ist, aus dem auf Halde liegenden Gestein mit geringeren Vererzungsgraden das Gold zu extrahieren.
Sie sehen also, weiterhin deutet nichts auf die Möglichkeit einer signifikanten Ausweitung der Minenproduktion hin. Ich gehe dementsprechend davon aus, dass die Nachfrage auch weiterhin das Minen-Angebot übersteigen wird.
So long liebe Leser...morgen geht's weiter mit fundamentalen Überlegungen zu Gold...sollten Sie sich gerade überlegen sich einen neuen Computer anschaffen zu wollen, behalten Sie auf jeden Fall die Hauptplatine des alten Rechners (Sie wissen ja: enthält immer ein bisschen Gold)....denn der Goldschrott ist nicht zu unterschätzen, schließlich macht er einen Großteil der Differenz zwischen Nachfragevolumina und effektiv geförderten Goldvolumina aus...bis morgen
Ihre Miriam Kraus
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