Die goldenen Regeln
Rüdiger Maaß in Wave Daily
vom 04. Februar 2008 13:00 Uhr
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Lieber Wave Daily Leser,
Ich hoffe, dass Sie ein erholsames Wochenende erlebt haben. Regeln, Regeln und noch mehr Regeln. Das deutsche Steuerrecht gehört zu den Regelwerken, die in ihrer Vielfalt kaum zu überbieten sind. Für einen gewöhnlichen Steuerzahler, wie mich, sind die Steuergesetzte kaum zu durchschauen. Regeln waren, sind und bleiben von großer Wichtigkeit, wenn eine Gesellschaft funktionieren soll.
Stellen Sie sich bitte vor, dass grundlegende Gesetze, wie Mord, Körperverletzung, Diebstahl und Betrug abgeschafft würden.
Niemand könnte seines Lebens und seines Eigentums sicher sein.
Die Börse lässt uns viel Freiheit. Hier ist es wie im Leben. Wer keine Regeln hat oder seine Regeln nicht folgt, den bestraft das Leben.
Das Tradingdisaster des Händlers bei der Societe General in Frankreich ist ein Beispiel mit besonderer Ausdruckskraft. Ein Mann soll 5 Milliarden Euro an der Börse verloren haben.
Wer hingegen seinen Regeln treu folgt und sich gewissenhaft vorbereitet hat, wird die Früchte seiner Arbeit ernten können.
Heute möchte ich Sie an einige Regeln erinnern, die Ihnen bei Börsengeschäften hilfreich sein können:
1. Arbeiten Sie nur mit Wellenmustern oder Indikatoren, die leicht erkennbar und einfach zu handhaben sind. Nutzen Sie so viele Sicherheitsmaßnahmen, wie möglich. Ihre Erfahrung wird wachsen und im gleichen Verhältnis auch die Handelsgelegenheiten. In der Anfangsphase habe ich mir nur Märkte herausgesucht, die sich in einer vierten Welle befinden. Die Häufigkeit der Treffer überraschte mich. Nach und nach lernte ich die Feinheiten dieser Analyseform kennen und konnte sie im Laufe der Jahre anwenden.
2. Suchen Sie sich den Trade mit der höchsten Erfolgswahrscheinlichkeit heraus. Es gibt viele Chancen mit hohem Risiko, achten Sie nicht darauf. Sie müssen über gute Gründe verfügen, um einen Trade einzugehen. Nachdem ich jahrelang mit den Händlern der internationalen Banken Devisen gehandelt hatte, glaubte ich den Stein der Weisen zu besitzen. Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass ich mich nicht auf das Wesentliche konzentriert hatte und häufig versucht war, voreilig zu handeln. In einem Fall hatte ich einen Gewinn von 400 Prozent. Anschließend entstanden immer wieder Verluste, die sogar einen Teil meines Einsatzes kosteten.
3. Laufen Sie dem Markt nicht hinterher. Eine verpasste Gelegenheit ist dem Verlust von Kapital vorzuziehen. Es ist ein unangenehmes Gefühl, wenn der Markt in die gewünschte Richtung läuft, man aber den Einstieg verpasst hat. Manchmal habe ich mich über die verpasste Gelegenheit geärgert, unüberlegt gehandelt und in der Nähe vom Top gekauft.
4. Achten Sie auf die offensichtlichen Wellenmuster oder Indikatoren, beachten Sie die anderen nicht. Diese Regel ist sehr wichtig, weil Sie im anderen Fall häufig kleinere Verluste realisieren müssen, oder sich im Dschungel der Indikatoren verlaufen. Besonders in seitwärts laufenden Märkten muss ich mit meiner Geduld kämpfen. Endlich hatte ich eine Tradinggelegenheit gefunden, zwar mit einem kleinen Manko besetzt, aber meine Geduld war am Ende. Ich hatte den Stopp gesetzt und hoffte auf eine Aufwärtsbewegung. Die Kurse stiegen wie erwartet, aber ohne mich. Mein Stopp wurde natürlich abgefischt. Beschränkt man sich auf die klaren Signale, ist die Ausfallquote geringer.
Betrachten Sie das Handeln als einen Teil Ihres Lebens. Lernen Sie ausdauernd Ihren Tradingstil zu verbessern und hören Sie nicht wieder auf. Es gab schon Zeiten, in denen ich mich 12 Stunden und länger pro Tag mit dem Aktienmarkt beschäftigt hatte. Nur keine Chance verpassen. Die Währungsmärkte laufen sogar rund um die Uhr. Setzen Sie sich feste Arbeitszeiten und nutzen Sie die andere Zeit mit Ihrer Familie, gehen Sie zum Sport oder machen Sie irgendetwas, dass Ihnen Freude bereitet. Denken Sie während Ihrer Freizeit nicht über die Börse nach. Nutzen Sie Ihre Arbeitszeit, um sich jeden Tag ein wenig zu verbessern. Eine kleine Verbesserung genügt.