Die Gold- und Rohstoffkonferenz in München mit Jim Rogers
Jochen Steffens in Investors Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 14. März 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Ich saß gerade im Flughafen und wartete auf meinen Flug nach München, als ich einen Anruf von einem Kollegen bekam, der mir mitteilte, dass die Bafin der Frankfurter Anlegefirma Phoenix den weiteren Geschäftsbetrieb untersagt hat. Hintergrund: Die Phoenix-Geschäftsleitung hatte am Freitag bei der Bafin eine Anzeige wegen Überschuldung des Unternehmens erstattet. Offenbar ist der Verbleib von Anlegegeldern in Höhe von 600 Millionen Euro unklar. Phoenix hat 30.000 Kunden mit einem gesamten Anlagevolumen von 800 Millionen Euro. Wenn die 600 Millionen Euro weg sind, und davon muss man ausgehen, ist das natürlich eine Katastrophe.
Positiv ist jedoch, dass Phoenix Mitglied der Entschädigenseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EDW) ist. Die Anleger können also hoffen, zumindest bis zu 20.000 Euro ihrer Einlagen zurückzuerhalten. Das gilt jedoch nur für Kunden mit einem "Euro" Konto. Bis diese Kunden jedoch diese "Entschädigung" erhalten, kann es einige Zeit dauern.
Ein kleiner Hinweis habe ich dazu gelesen, den ich Ihnen nicht vorenthalten will: Wenn Sie gerade erst in den letzten Wochen Ihr Geld dort angelegt haben sollten, widerrufen Sie sofort ihre Beteiligung schriftlich per Einschreiben. Dann kommen Sie eventuell noch an Ihr Geld.
Jim Rogers in München
Wesentlich erfreulicher gestaltete sich da die Gold- und Rohstoffkonferenz am Samstag selber. Die Vorträge waren wie immer höchst informativ, auch wenn ich einen großen Teil der Redner bereits bei anderen Anlässen gehört hatte und manche der vorgetragenen These natürlich auch nicht so recht teilen will. Aber es wäre ja auch schlimm, wenn alle einer Meinung wären, wie sollte man dann antizyklisch handeln? So eröffneten sich zahlreiche Diskussionen auch am Rande der Konferenz. Besonders beim Mittagessen, bei dem ich sogar ein paar Leser des Investor's Daily getroffen habe und einige interessante Thesen des Tages erörtern konnte.
Doch das eigentliche Highlight des Samstags war natürlich Jim Rogers. In einem sehr amerikanischen, lockeren Vortrag, der mir persönlich viel Spaß machte, arrangierte er seine so schlichten wie logischen Hauptthesen um seine dreijährige Weltreise.
Folgende Kernthesen sind zu nennen: Jim Rogers erwartet eine fallenden Dollar, fallende Bond-Märkte, steigende Rohstoffpreise und eine lange Seitwärtsbewegung an den US-Märkten. Die steigenden Rohstoffpreise begründete er so einfach wie logisch damit, dass die Unternehmen nach Jahren der niedrigen Preise für Rohstoffe aufgehört hätten, nach neuen Rohstofflagern zu forschen oder sie auszubeuten. Jetzt, bei steigenden Rohstoffpreisen, würden die Erschließung neuer Vorkommen natürlich wieder interessant werden, allerdings bedarf es mehrere Jahre, bis diese dann auch wirklich produzieren können. Bis dahin sind Rohstoffe sozusagen "Mangelware", und das wird den Preis treiben. Dabei erwähnte er auch, dass es völlig unerheblich sei, ob China hart, weich oder sonst wie landet. Rohstoffpreise werden steigen, und zwar wie es für Rohstoffhaussen in der Vergangenheit immer üblich war: 15 bis 20 Jahre lang.
Ein Hinweis, der allerdings in der Rede etwas unterging, war, dass Jim Roger in dieser großen Rohstoffhausse auch durchaus mit massiven Rücksetzern bei den Rohstoffpreisen rechnet. Im Moment überhitzen sich die Rohstoffpreise wieder, also seien Sie vorsichtig! Langfristig sind Rohstoffe allerdings ein klarer Kauf. Versuchen Sie aber auch hier lieber bei starken Rücksetzern in den Markt zu kommen, als Überhitzungen zu kaufen, wenn gerade alles bullish für Rohstoffe ist.
Zudem habe ich noch ein ganz besonderes "Schmankerl" exklusiv für die Leser des Investor's Daily. Sie können das Buch von Jim Rogers "Rohstoffe" über folgenden Link für begrenzte Zeit zum Subskriptionspreis von 20 € statt 24,90 € beziehen, eine glatte Ersparnis von 20 %.
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Das Wetter wird überall besser, der Ölpreis sollte also fallen. Zudem gefällt mir im Moment der Euro auch nicht. Auch hier sind schon wieder zu viel bearish auf den Dollar zu sprechen. Rechnen Sie mit größeren Rücksetzern. Seien Sie zumindest vorsichtig mit neuen Engagements und sichern Sie alte im Plus ab.
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