Die globalen Ökonomien übertrumpfen die USA
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 19. März 2010, 07:30 Uhr
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Es war einmal... vor gar nicht allzu langer Zeit... da hielten die Amerikaner überall die Spitzenpositionen besetzt. Wir hatten die meisten... die besten... und die größten Unternehmen... Und die reichsten Bewohner.
Diese Tage liegen heute hinter uns.
MEXICO CITY (AP) - der mexikanische Telecom-Tycoon Carlos Slim ist der erste Mensch aus einem Schwellenland, der zur reichsten Person der Welt wird - eine Verlagerung, die unterstreicht, dass die Vereinigten Staaten und Europa ihren den festen Anspruch auf die obersten Posten im Milliardärsclub verlieren.
Slims Ankunft an der Spitze hat in Mexico sowohl Stolz als auch Wut hervorgerufen, wo viele den fantastischen Reichtum in einem unter Armut leidenden Land als ein Zeichen dessen sehen, worunter dieses Land leidet.
Nach einer Erholung des Wertes seiner Anlagen in Mobiltelefone wurde sein geschätztes Vermögen auf 53,5 Milliarden Dollar getrieben. Damit zog Slim am Microsoft-Gründer Bill Gates und am Investor Warren Buffett vorbei, als das Forbes Magazine seine Liste der reichsten Menschen am vergangenen Mittwoch veröffentlichte.
Der Aufstieg Slims, eines siebzig Jahre alten Sohnes eines eingewanderten Ladenbesitzers, ist nur ein Teil der Geschichte vom Aufstieg der Millionäre in den Schwellenländern, sagt Forbes-Reporterin Keren Blankfeld. Sie stellte fest, dass sich unter den zehn reichsten Menschen auch zwei Milliardäre aus Indien und einer aus Brasilien befinden.
Und auch das fand sich in den Nachrichten:
China wird zum größten Internetmarkt der Welt" heißt es in einer Schlagzeile von Reuters. Es gibt mehr Internetnutzer in China als in irgendeinem anderen Land, heißt es in dem Artikel weiter. Hier werden auch mehr Autos verkauft und es wird mehr Beton vergossen.
Das Reisen erweitert den Horizont, heißt es. Und was noch wichtiger ist: Es macht einen bescheiden. Man stellt fest, dass sehr viel mehr Menschen sehr viel mehr tun, als man gedacht hätte.
Überall auf der Welt bemühen sich die Menschen, sie rackern sich ab, sie schuften und plagen sich. Einige arbeiten hart. Andere arbeiten nicht so hart. Einige arbeiten klug, andere nicht.
Im Laufe der Zeit verändern sich die Moden und die Umstände. Alles kehrt irgendwann zu einem zurück. Diejenigen, die auf hohem Ross saßen, stürzen...
Ja, liebe Leser, die Welt dreht sich weiter. Und wenn man um die Welt reist... dann sieht man unterschiedliche Teile der Welt... und dahinter stehen unterschiedliche Geschichten.
In der vergangenen Woche erfuhr man aus den Nachrichten, dass die Menschen in Griechenland auf die Barrikaden gehen... dass sie Autos anzünden und sich ganz allgemein schlecht benehmen.
Worum geht es hier? Ihnen geht das Geld aus, ihnen gehen die Kredite aus... und ihnen geht die Zeit aus. Die moderne makroökonomische Politik hat sich gegen sie gewendet.
Aber sie stehen nicht allein da. Aus dem amerikanischen Flachland erfährt man, dass Kansas die Hälfte seiner staatlichen Schulen schließen muss... wenn man keine Möglichkeit findet, das Haushaltsloch zu stopfen.
Die Nachrichten aus anderen Ländern unterscheiden sich davon nicht sehr. Viele Regierungen aus dem Ausland befinden sich in der gleichen Klemme. Irland hat schon mit seinen Enthaltsamkeitsprogrammen" begonnen. Italien und Spanien sind auch nicht mehr weit davon entfernt.
Aber wie sieht es mit der amerikanischen Bundesregierung aus? Da gibt es überhaupt keine Enthaltsamkeit. Die Regierungsvertreter haben gerade das größte Haushaltsdefizit verkündet, das es je gab - 221 Milliarden Dollar für den Monat Februar. Mit anderen Worten hat die Regierung durchschnittlich pro Familie 2.000 Dollar mehr ausgegeben, als sie über Steuern eingenommen. Hmmm... wenn es in diesem Tempo weitergeht, dann wird man in diesem Jahr 24.000 Dollar pro Familie mehr ausgeben, als man pro Familie einnimmt. In glatten Zahlen wird eine durchschnittliche Familie ungefähr 25.000 Dollar für Steuern ausgeben... und Dienstleistungen" im Wert von ungefähr 50.000 Dollar erhalten.
Wenn das mal kein großartiges Geschäft ist...
Es ist absurd... lächerlich... es ist verrückt und unnatürlich. Und es kann so nicht weitergehen.
Es ist aktuell nur wegen der besonderen Umstände in der aktuellen Finanzwelt möglich. Kreditgeber, Anleger... chinesische Gläubiger... geben ihre Dollar an die amerikanische Regierung, weil sie glauben, dass es der kreditwürdigste Kreditnehmer der Welt ist. Aber wenn das Angebot amerikanischer Schuldentitel steigt, dann bricht die Qualität ein.
Schon jetzt sind die Vereinigten Staaten pleite - wenn man die Buchführung aus der Sicht der allgemein anerkannten Prinzipien der Buchhaltung betrachtet. Aber das scheint sie nicht zu bekümmern. Die amerikanischen Schulden wirken immer noch besser, als beispielsweise die griechischen Schuldtitel.
Doch die Welt steckt voller Überraschungen. Was wird es für ein Schock sein, wenn die Vereinigten Staaten feststellen, dass sie in die griechischen Fußstapfen treten.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Anonymus (19.03. 2010 08:58 Uhr):
Wäre das wirklich eine Überraschung oder eher eine logische Konsequenz? Der Unterschied zwischen Amerika und Griechenland ist, daß Bernanke Geld in beliebiger Menge drucken kann, während Griechenland dazu auf die Hilfe seiner Euro-Partner angewiesen ist.
Antworten - Kommentar von Bernd Pfeiff (19.03. 2010 12:56 Uhr):
.... wird eine durchschnittliche Familie "Dienstleistungen" im Wert von ungefähr 50.000 Dollar erhalten ? Welche Dienstleistungen? Verwechseln Sie Familien mit Banken?
Antworten - Kommentar von Peter Harting (19.03. 2010 21:56 Uhr):
Gute Nachrichten sind das: Kansas könnte seine Schulen an den Slim Carlos verkaufen und der könnte dann lehren (lassen), worauf es in der Welt ankommt, dass man so vorankommt wie er..
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