Die Giga Dollar-Blase
Von Dr. Steve Sjuggerud in Investoren Wissen
vom 19. April 2005 16:00 Uhr
ENL5454
Wissen Sie, was die wirklich allerbeste Investmentidee ist, die ich zur Zeit habe? Ganz einfach: Im Gegensatz zu so gut wie allem, was Sie zur Zeit lesen können, scheint der Absturz des Dollar gegenüber dem Euro jetzt vorbei zu sein. Nicht nur das. Ein Anstieg des Dollars, der hohe Gewinne bringen könnte, läuft wahrscheinlich bereits schon.
Am Jahresanfang stand der Euro bei etwa 1,35. Heute Morgen waren es ungefähr 1,29. Das zeigt: Der Dollar tendiert zur Zeit fester und stürzt nicht ab, wie so gut wie alle vorhersagen.
Was ist los? Es könnte die Auflösung der Dollar Giga-Blase sein, wie es Währungsexperte John Percival vor ein paar Tagen nannte. Percival denkt, dass es jetzt eine noch nie da gewesene spekulative Wette gegen den Dollar gibt ... mit einem Volumen von 1,2 Billionen Dollar. Um aber die Wette abzuschließen müssen Dollars gekauft werden. Das treibt den Dollarkurs hoch.
Wie das genau funktioniert habe ich den Lesern meines Newsletters vor ein paar Tagen erklärt. Die Erklärung ist sehr ausführlich, aber die einfache Folgerung lautet: Kaufen Sie jetzt keinen Euro!
Der Dollar: Warum eine Erholung viel wahrscheinlicher als ein Crash ist
Wir hatten schon einmal eine starke Währungs-Trading Blase im Yen ...
Zwischen Mitte 1995 und Mitte 1998 verlor der Yen etwa die Hälfte an Wert. Damals wurde eine tot sichere Wette darauf abgeschlossen ... so sahen es jedenfalls die Superstars bei den Hedge Fonds ...
Damals brachten Geldanlagen in Japan keine Zinsen und als Folge fiel der japanische Yen. Das nutzten die großen Hedge Fonds. Sie nahmen Kredite in Yen auf, zahlten so gut wie keine Zinsen dafür und legten das Geld in US Anlagen an, für die sie Ende der 90er Jahre etwa 5 % im Jahr an Zinsen bekamen. Sie verdienten den Zins in den USA und zusätzlich den Währungsgewinn gegenüber dem Yen. Und das machten sie mit einem riesigen Hebel, der Gewinne von 60 % im Jahr brachte.
Das funktionierte auch bis Ende der 90er Jahre ... und dann nicht mehr. Aus verschiedenen Gründen wurde der Yen plötzlich fester ... Zur Überraschung der großen Hedge Fonds, die bis dahin den Kurs gedrückt hatten, lief der Trend nun gegen sie.
Das warf wirklich alles über den Haufen ... Die großen Jungs der Hedge Fonds spekulierten stark auf Kredit, noch viel mehr, als die Teufelskerle auf meiner Insel in Florida mit Immobilien im Moment. Der Anstieg des Yen brachte sie langsam um. Für die Rückzahlung der Yen-Kredite mussten sie mehr Dollars bezahlen, als sie jemals gedacht hatten.
Und entgegen der allgemeinen Marktmeinung kletterte der Yen weiter. Er stieg von seinem Tief 1998 bis Ende 2000 um fast 30 %. Und mit dem Anstieg des Yen wurden die Hedge Fonds zu ihren eigenen, allerschlimmsten Feinden. Denn um ihre Verluste zu begrenzen, mussten sie ihre Yen Kredite zurückzahlen. Und dafür mussten sie Yen kaufen.
Der Kursanstieg des Yen wurde so zum Teufelskreis. Der Verkauf der eigenen Dollarpositionen war ihr Ende.
"Die Yen Blase verblasst im Vergleich mit der heutigen Dollar Blase"
Der Währungsexperte John Percival nennt die jetzige Dollar Blase die Giga Blase
Nach Angaben von Percival hatten die großen Hedge Fonds Ende 1998 eine Gemeinschaftswette gegen den Yen mit einem Volumen von etwa 70 Milliarden $ laufen. Aber selbst diese massive Wette ist geradezu winzig im Vergleich zur heutigen Giga-Blase.
John Percival sagt, die Spekulation auf diese Dollar Giga Blase überschreitet jetzt 1,2 Billionen $. Ja, genau jetzt überschreitet die Spekulative Wette gegen den Dollar die Schwelle von 1,2 Billionen $.
Die Sache ist, alle spekulativen Wetten werden eines Tages platzen ... Das Geld wird in ein anderes Geschäft fließen. Damit das geschehen kann, muß eine Sache auf jeden Fall sicher eintreten: Unsere Euro-Dollar-Spekulanten müssen 1,2 Billionen $ kaufen.
Diese Woche werde ich in die Schweiz reisen. Wir werden in Zürich, der teuersten Stadt der Welt, wohnen. So oder so, die Löhne in Zürich sind die höchsten in der Welt, mit Abstand ... Die Löhne in Zürich sind etwa 60 % höher, als beispielsweise in Miami (Quelle: UBS, "Preise und Einkommen rund um den Globus").
Wir werden im Baur au Lac Hotel wohnen für gesalzene 640 Schweizer Franken die Nacht. 2001 waren 640 Schweizer Franken 350 $. Nicht billig, aber wir haben so ein schönes Hotel in der Nähe unserer Konferenz in der teuersten Stadt der Welt. Zum Vergleich, eine Nacht im Marriott in der Stadtmitte von New York kostet derzeit etwa 300 $.
Aber wir haben jetzt nicht 2001. In US-Dollar kostet das Baur au Lac keine 350 $ mehr. Seit dem Höhenflug des Euro und mit ihm des Schweizer Franken, kostet uns das Zimmer im Baur au Lac jetzt über 500 $ pro Nacht.
Jeder spricht über einen bevorstehenden Dollar Crash. Meine Vermutung ist ... Er ist bereits abgestürzt. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, was ich für 500 $ bekommen werde, außer einer Nacht im Hotel in der Schweiz ... Ich werde es Ihnen auf jeden Fall sagen.
Der Dollar Absturz ist eine sichere Sache, er ist schon passiert
Beim Japanischen Yen 1998, als jeder glaubte, dass Geschäft sei eine sichere Sache, passierte genau das Gegenteil.
Und jetzt denkt jeder der Dollar Absturz ist eine sichere Sache. Inzwischen ist der Dollar extrem billig, Europa extrem teuer. Und man bekommt für sein Geld in den USA mehr Zinsen als in Europa.
Der Absturz des Euro läuft noch nicht ganz. Aber mein Bauch sagt mir, die Höchststände des Euro, die wir Ende 2004 gesehen haben, im Bereich von 1,36, waren die letzten für eine ganze Zeit.
Und wenn John Percival Recht hat und es gibt 1,2 Billionen $ spekulatives Geld, das gegen den Dollar wettet, ist es das klügste, Dollar zu kaufen, bevor das ganze Geld ins Spiel kommt. Der Dollar könnte gegenüber dem Euro steigen, genau so wie der Yen 1998.
Der Euro ist noch nicht vollkommen zusammengebrochen. Wenn es passiert, dann könnte ein wirkliches Gemetzel losgehen. Aber wir schauen jetzt besser zu und bleiben auf der sicheren Seite.
Um es mit meinen Investmentkriterien zu beurteilen: Der Dollar wird 1) gemieden ... 2) ist billig im Vergleich zum Euro (und es gibt zusätzlich höhere Zinsen im Vergleich zum Euro). Das einzige was noch fehlt ist 3) der wirkliche Beginn eines Aufwärtstrends des Dollar. Wir sind kurz davor ...
Also noch einmal zum Schluß: Kaufen Sie jetzt keinen Euro!