Die Gewinner und Verlierer des Waxman-Markey Gesetzentwurfs
Chris Mayer in Traders Daily
vom 9. Juni 2009, 12:00 Uhr
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Die Landwirtschaft ist ein Gewinner, denn sie wird, aus welchen Gründen auch immer, aus den neuen Regelungen des Waxman-Markey Gesetzes ausgenommen. Deswegen müssen sich die Landwirte keine Sorgen über all diese Dunghaufen im Hof oder die blähenden Kühe machen, die überall auf Gottes grüner Wiese Methan in die Luft abgeben. Und diese großen Traktoren? Die verbrennen Dieseltreibstoff.
Die Landwirtschaft ist ein Gewinner, weil sie nicht verliert.
Stahl ist hingegen ein großer Verlierer. U.S. Steel, AK Steel und sogar die ausländischen Unternehmen mit Betrieben in den Vereinigten Staaten. Ihnen allen wird mit diesem Gesetz ein gewaltiger Schlag versetzt. Die Stahlherstellung führt zum Ausstoß aller Arten von Kohlendioxid. Im schlimmsten Falle werden die Vereinigten Staaten irgendwann in der Zukunft ganz einfach keinen Stahl mehr herstellen. Die Anlagen werden alle nach Brasilien abwandern. China ist schon heute der größte Stahlproduzent der Welt. Jetzt haben wir dem Land ganz einfach eine Reihe neuer Unternehmen überreicht.
Meiden Sie die großen Stahlhersteller in den Vereinigten Staaten.
Die Versorgungsbetriebe. Bei diesem Gesetz sind sie überwiegend Verlierer. Sie müssen, dem Gesetz entsprechend, 12% ihrer Elektrizität aus erneuerbaren Quellen beziehen. Das bedeutet, dass sie Geld ausgeben müssen, um Windkraftanlagen oder Solarzellen zu kaufen. Für einige Kohlewerke sind das schlechte Nachrichten - auch wenn sie Luft holen konnten, als die Regierung eine Änderung einführte, die es den Kohlewerken erlaubt, Kohlendioxidlizenzen für den Anfang kostenlos zu bekommen.
Gaswerke stehen besser da, weil sie weniger Kohlendioxid in die Luft abgeben. Weil aber die Kohle einige kostenlose Zulassungen erhält, wird der Vorteil nicht so groß sein, wie ich bei der ersten Erwähnung des Gesetzes noch dachte. (Das ist das Problem, wenn man sich mit der Gesetzgebung auseinandersetzt - Die Regeln verändern sich mit jeder Woche.)
Und dennoch würde ich Kohleförderer und Kohlewerke meiden. Sie haben große Zielscheiben auf dem Rücken und sie können nicht viel dagegen tun, es sei denn, sie geben eine Menge Geld aus. Das ist schlecht für die Aktionäre. Es mag jedoch im Bereich der Zulieferer für den Kohleabbau einige ganz gute Ideen geben. So werden beispielsweise einige Unternehmen die Ausstattung liefern, um die Kohle zu reinigen. Und natürlich werden die Leute mit den Wind- und Solaranlagen ganz große Gewinner sein.
Die Ölraffinerien sind Verlierer. Das ist ein Industriezweig, in dem es sowieso meist schwer ist, Geld zu verdienen. Und jetzt, mit diesem neuen Gesetz, sitzen die Raffinerien wirklich in der Patsche. Im Grunde genommen sind sie für 44% der amerikanischen Kohlendioxidausstoß verantwortlich. Sie würden zu den Hauptkäufern von Kohlendioxidlizenzen sein. Ich denke, dass die Regierung der Vereinigten Staaten gerade mit einem einzigen Federstrich die amerikanische Raffineriebranche um genau dieses Maß kleiner gemacht hat. Viele von den älteren Raffinerien werden ganz einfach die Pforten schließen müssen. Die Treibstoffimporte der Vereinigten Staaten werden ansteigen.
Ich gehe davon aus, dass die Branche die Vorzeichen bereits erkannt hat. Das ist einer der Gründe, warum Valero, die größte amerikanische Raffinerie, schnell bereit war, in das politisch begünstigte Ethanolgeschäft einzusteigen. Sie expandieren auch im Ausland.
Meiden Sie die Raffinerien
Die Handelstische. Sie sind Gewinner. Es zahlt sich aus. Als ob die Regierung den Finanzunternehmen noch nicht genug geholfen hätte. Das Gesetz gibt ihnen noch weitere Rosinen aus dem Kuchen, wenn die Kohlendioxidlizenzen gehandelt werden. Der Vorsitzende des Emissionshandels bei Morgan Stanley sagte: „Kohlendioxid ist, wenn auch relativ klein, doch ein entscheidender Beitrag zu unserem Rohstoffangebot." Einige Finanzunternehmen, die Kohlendioxid traden, blicken also einem guten Zahltag entgegen.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass das erst der Anfang ist. Letzten Endes wird diese Obsession mit dem Kohlendioxid-Fußabdruck bedeuten, dass die Amerikaner deutlich mehr für Produkte zahlen müssen, die fossile Brennstoffe verwenden. Das bedeutet, dass wir sehr viel mehr für Energie bezahlen werden. Obama und seine Crew können phantasieren so viel sie wollen, aber sie können die Gesetze der Wirtschaft nicht widerrufen, die, wie die Gesetze der Natur, jedes Mal die Oberhand behalten werden.