Die Geschichte der Währungen
Daniela Knauer in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 28. August 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
auf vielfachen Wunsch möchte ich Ihnen in den nächsten Wochen eine kurze Einführung in den Devisenhandel geben. Heute fangen wir damit sozusagen bei Adam und Eva an, und klären erst einmal, was Geld ist und wie es entstand.
Währungen beruhen auf Geld
Die für uns heute gebräuchlichen Währungen haben eine im Ablauf der Menschheitsentwicklung gesehen relativ kurze Geschichte. Das Geld entwickelte sich erst in den vergangenen Jahrhunderten zum heute standardisierten Zahlungsmittel. Eine Währung besteht immer aus dem ihr zugehörigen Geld, das sich bei der Bevölkerung in Umlauf befindet. Der Begriff "Geld" stammt aus dem mittelhochdeutschen Wort "Gelt" und hat die Bedeutungen Lohn, Vergeltung, Zahlung, Opfer und Zins ( Quelle: Deutsches Wörterbuch der Gebrüder Grimm).
Am Anfang war der Tauschhandel
In der Geschichte gab es über Jahrtausende nur den Tauschhandel. Jagdbeute wurde gegen Kleidung getauscht, Speerspitzen gegen Salz, Getreide gegen Fisch. Dieser Naturaltausch ist aber so umständlich, dass sich bald erste Waren herauskristallisierten, die gegen mehrere Dinge eingetauscht werden konnten. In verschiedenen Kulturkreisen sind das die unterschiedlichsten Güter: In Europa war es lange das Salz, bei vielen Inselstaaten bestimmte Muscheln, in Ozeanien das Steingeld. Die seltenen und schwer zu findenden Metalle Gold, Silber und Kupfer wurden aber auch schon früh zu Naturalgeld in Form von Ringen, Schmuck oder Barren. (Eine späte und kurze Episode war in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg der Tausch von Waren mit Zigaretten als Geldeinheit).
Die Frühform: Das Hack- oder Wägegeld
Aus diesem Naturalgeld entwickelte sich das Hack- oder Wägegeld. Salz konnte problemlos in kleine Einheiten zerlegt werden, Metalle wurden ursprünglich zu Barren, Ringen oder Stäben geschmolzen, von denen dann nach Bedarf ein Stück abgehackt und gewogen wurde. Der Nachteil: Bei jedem Tauschhandel musste eine Waage vorhanden sein, um den Wert der gehandelten Einheit bestimmen zu können.
Erste Münzen als Geld
Münzen (aus dem lateinischen Wort "moneta") wurden im 7. Jahrhundert v. Chr. im Königreich Lydien (auf dem Gebiet der heutigen Türkei) erfunden. Diese erste Standardisierung verwendete abgewogene Stücke von Gold und Silber und versah sie mit einer Prägung. Da die Menschen sehr schnell den praktischen Nutzen dieser Standardisierung erkannten, verbreitete sich diese Idee rasant rund um das Mittelmeer. Bereits um 550 v.. Chr. gab es in allen wichtigen Handelszentren Münzzentren, wo das Metall entsprechend bearbeitet wurde.
Papiergeld aus China
Das erste Papiergeld wurde vermutlich im 9. Jahrhundert in China entwickelt. Zahlungsverpflichtungen wurden schriftlich bestätigt und konnten gehandelt werden. Ab dem 17. Jahrhundert verbreitete sich das Papiergeld auch in Japan in Form von getauschten Quittungen. In Europs war Italien der Vorreiter. Hier wurde mit der Einführung des Bankwesens eine Art von Papiergeld ausgegeben, das auf Krediten beruhte.
Mit der Erfindung des Papiergelds wurde der Inflationierung des Geldes die Tür geöffnet, denn Geld-"Scheine" entsprachen nicht mehr unbedingt dem Wert der hinterlegten Ware.