Die Gefahren des physischen "Papiergolds" (Teil 1)
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 21. Juni 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
(Fortsetzung des Artikels von oben)
Sehen wir uns doch einmal die gängigsten Vertreter des "Papiergold"-Universums an (sinngemäß auch gültig für andere Edelmetalle wie z.B. Silber, ich nehme Gold hier nur als Beispiel).
Sehr bekannt, gerade im englischsprachigen Raum, ist der SPDR Gold Trust. Dieser wird in den USA unter dem Ticker-Symbol "GLD" vertrieben und auch in Deutschland ist er unter einer entsprechenden WKN erhältlich.
Wenn man sich aber einmal die Mühe macht, das Prospekt zu betrachten, so kommen hier einige ganze Reihe an fragwürdigen Punkten ans Licht. Ein paar werden z.B. hier genannt.
Ebenfalls verdächtig. David Einhorn, ein sehr bekannter und erfolgreicher Hedgefonds-Manager, hielt bis ins letzte Jahr einen sehr hohen Bestand an Anteilen des besagten ETFs. Im Juli 2009 stieß er diesen jedoch komplett ab und kaufte mit seinem Hedgefonds stattdessen echtes Gold und lässt dieses entsprechend an einem sicheren Ort verwahren. Na warum das denn, diese ganzen Umstände? Hier wird doch nicht etwa jemand Zweifel bzgl. des ETFs gehabt haben, der doch physisch hinterlegt sein soll und somit "sicher"? Einhorn verfügt über exzellente Analysten und Kontakte. Wenn bei dem ETF etwas krumm läuft, ist die Chance, dass ihm das entgeht sehr gering.
Unregelmäßigkeiten beim Silber ETF "SLV"
Aber auch beim "kleinen Bruder" des Gold ETFs "GLD", dem ishares Silver Trust (US-Ticker:SLV), scheint nicht unbedingt das drinnen zu sein, was man gerne behauptet. Unabhängigen Untersuchungen zufolge, die u.a. der bekannte amerikanische Börsenblog ZeroHedge initiierte, gibt es erhebliche Unregelmäßigkeiten in der Inventarliste der Barren, die fast schon derart unwahrscheinlich sind, dass man überlegen könnte, ob es sich hier vielleicht mehr als nur wieder einmal nur um eins der vielen "Missgeschicke" im Zusammenhang mit physischen Edelmetallen handelt?
Doch das ist sicherlich noch nicht alles.
Sehen wir uns doch einmal an, was passieren kann, wenn man die Bank beauftragt Gold und Silber zu kaufen und im eigenen Namen einzulagern.
(Fortsetzung hier bei Investoren Wissen in der morgigen Ausgabe)
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