Die Gefahr eines Doppeltops im Dax ist vorbei

Jochen Steffens in Investors Daily zum Thema Dax 30
vom


von Jochen Steffens

Und wiedereinmal geben die Charts die fundamentale Situation wieder. Doch zunächst kann ich eine erste Entwarnung geben, die Gefahr der Doppeltops sinkt mit jedem weiteren Tag Seitwärtsgetümmel. Sie wissen, ich war schon die ganze Zeit für einen langsamen und zähen Anstieg, denn solche leiten oft größere Aufwärtstrends ein. Doch zunächst einmal der Dow-Jones Chart:


Chart

Sie sehen, dass der Dow in seiner Aufwärtsbewegung die Symmetrie zu der Abwärtsbewegung verliert. Diese Symmetrie wäre ein wichtiger Hinweise auf ein mögliches Doppeltop am Hoch bei 11680 Punkten gewesen. Sollte sich der Dow noch weiter von der der Symmetrie entfernen, wird ein Doppeltop unwahrscheinlich. Mit der aktuellen Kursentwicklung steigt also die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer eher langsamen und damit nachhaltigeren Aufwärtsbewegung im Dow Jones kommt.

Besonders deutlich kann man diesen Effekt der fehlenden Symmetrie im Dax sehen:

Chart

Es ist zu erkennen, dass die Aufwärtsdynamik in keinem Verhältnis mehr zu der Abwärtsdynamik steht. Der Dax scheint sich heimlich nach rechts davon zu stehlen. Das ist die Bewegung, von der ich immer geschrieben habe und die insofern bullish zu bewerten ist. Sollte diese Bewegung so weiter gehen, dann kann man mit vergleichsweise großer Sicherheit davon ausgehen, dass der Dax das Hoch nach oben auflöst.

Ein mögliches Szenario bei einer Eskalation im Atomkonflikt mit dem Iran

Doch davor stehen noch einige Sorgenfalten, was an den Börsen nicht verwunderlich ist. Es gibt aktuell ein Szenario, das zunehmend an Gewicht gewinnt. Aus diesem Grund will ich Ihnen das hier auch vorstellen:

Chart

Kern dieser Analyse ist diese kleine Verkeilung (rote Linien, siehe auch Chart oben), die sich gerade im Dax ausbildet. Ein kleiner bearisher Hinweis. Sie haben diese Verkeilung schon im Ölchart kennengelernt und in den letzten Tagen die Auflösung der Formation miterleben können. Dieser Keil im Dax ist noch nicht bestätigt, es kann sich daraus auch noch ein Aufwärtstrend entwickeln.

Die abc-Korrektur

Wie ich hier auch schon einmal geschrieben habe, laufen Abwärtsbewegungen gerne in zwei Abwärtswellen ab, die ungefähr gleich groß sind. Eine solche Zweiteilung erkennt man im Prinzip schon in dem starken Einbruch ab Mai. Nun kann es aber sein, dass die Erholung, die wir in den letzten Wochen sehen, nur eine kleine Zwischenerholung in einer noch größeren Abwärtsbewegung darstellt. Dann würde uns noch ein weiterer Einbruch erwarten. . Ich habe diese beiden Bewegungen und deren Spanne in Form grauer Rechtecke dargestellt. Das Kursziel daraus läge bei ca. 5000 Punkten. Interessanterweise befindet sich hier eine starke Widerstands/Unterstützungszone, die sich im letzten Jahr schon gebildet hat.

So gesehen ist eine solche zweite Abwärtsbewegung bis an die 5000 Punkte durchaus denkbar. Natürlich müssten dann belastende Faktoren, der Ölpreis, Hurrikans oder ähnliches den Markt belasten.

Nun zeichnen sich im Moment weitere geopolitische Spannungen ab, da das Ultimatum an den Iran abgelaufen ist, und der Iran sich nicht kompromissbereit zeigt. Beschließt die UNO nun Sanktionen ist eine Eskalation nicht ausgeschlossen. Und das könnte den Grund liefern, der eine solche Entwicklung an den Börsen einleitet.

Keine bearishe Entwicklung

Im Gegensatz zu einem Doppeltop wäre jedoch eine solche Entwicklung aus charttechnischer Sicht durchaus bullish zu bewerten. Denn dann hätte sich eine große Konsolidierung nach einem großen Aufwärtstrend gebildet. Der Markt wäre bereinigt und könnte anschließend in eine weitere Aufwärtsbewegung übergehen. In diesem Fall wäre es auch egal, dass der große Trend, den ich hier mehrfach vorgestellt habe, gebrochen würde. Denn es fehlt dann die Topformation im Dax, die ein endgültiges Ende des Trends untermauern würde.

Sorgen begleiten die meisten „neuen“ Aufwärtstrends

Nun haben Aufwärtsbewegungen so eine Angewohnheit, dass gerade nach einer größeren Konsolidierung die Kurse an einer Mauer der Angst entlang steigen. Das heißt, es ist überaus wichtig, dass Faktoren im Markt sind, um die sich die Anleger Sorgen machen, damit der Trend nicht zu schnell und zu stark steigt. Denn nur so können die Anleger nach und nach in dem Markt gezwungen werden. Langsam, quälend und nachhaltig. Sorge und Angst sind also das Frühstück für die größeren Trends. Und aus diesem Grund sind die aktuellen Sorgen um den Iran, die Inflation und den Ölpreis gut für die Märkte.

Schauen wir uns nun diese beiden Möglichkeiten an, ist es wieder einmal erstaunlich, wie der Chart zwei mögliche geopolitische Entwicklungen abbildet.

Fazit:

Die Gefahr eines Doppeltops ist zurzeit aus dem Markt. Es kann sein, dass es im Zuge von Sanktionen der UNO gegen den Iran zu geopolitischen Verwerfungen kommt, welche die Märkte belasten. Das könnte den Dax auf die 5000-Punkte-Marke treiben. Das wären dann sehr gute Einstiegskurse.

Da geopolitische Faktoren jedoch meistens kurze Beine haben, eventuell dann doch die ein oder andere längerfristige Lösung gefunden wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Märkte danach nachhaltig anfangen zu steigen.(Bei einem nachhaltigen Bruch der 5000er Marke müsste man dann mit sSchlimmeren rechnen.)

Kommt es zu keiner Eskalation, dann besteht bei einem weiter sinkenden Ölpreis durchaus die Möglichkeit, dass die Märkte weiter wie bisher über den September und den Oktober langsam ansteigen. Dann wäre auch ein Überwinden der Tops durchaus wahrscheinlich. .

Viele Grüße

Jochen Steffens


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