Die Funktionsweise von Warentermingeschäften
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 21. Januar 2009, 20:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
nachdem wir uns in den letzten Tagen wieder einmal ausschließlich mit verschiedenen Agrarrohstoffen beschäftigt haben ist es meiner Meinung nach Zeit heute noch einen Schritt weiter zu gehen.
Denn wer in Agrarrohstoffe investieren will, sollte zunächst einmal ein grundlegendes Verständnis der Terminmärkte aufweisen, denn die meisten Agrarrohstoffe werden an Warenterminbörsen gehandelt.
Agrar-Rohstoffe - Begründer des modernen Futureshandel
Tatsächlich, nicht etwa Gold oder Erdöl, sondern die in der Öffentlichkeit erst seit Kurzem wieder diskutierten landwirtschaftlichen Produktionsgüter sind die eigentlichen Begründer des Handels mit Futures Kontrakten.
Da Agrarrohstoffe nun einmal, im Gegensatz zu beispielsweise Metallen, keine unbegrenzte Haltbarkeit aufweisen und Ernteerträge auch heute noch Schwankungen aufgrund verschiedenster Einflüsse, wie dem Wetter aufweisen, erforderte der Handel mit den grundsätzlich für das menschliche Überleben wichtigsten Rohstoffen eine besondere Struktur.
Am verständlichsten wird meiner Meinung nach die zugrunde liegende Struktur und Philosophie des Futureshandel immer noch, wenn Sie sich ganz einfach in einen Agrarrohstoffproduzenten hineinversetzen.
Also: Sie sind Farmer X der gegenwärtig eine bestimmte Ackerbaufläche zur Verfügung hat. Sie bedenken gegenwärtig den Anbau von Weizen und fragen beim potenziellen Abnehmer, also zum Beispiel der Müllerei nach. Der Abnehmer erklärt den Kauf von einer bestimmten Menge Weizen zum Zeitpunkt der Ernte im Sommer. Sie handeln einen Preis, sowie den konkreten Liefer-und Zahlungstermin aus. Nun gehen Sie beruhigt nach Hause und bestellen ihre Felder, denn Sie haben einen sicheren Abnehmer zu einem fixen Preis gefunden. Der Käufer, also im Beispiel die Müllerei, sichert sich selbst mit dem Termingeschäft gegen steigende Preise ab, wie sie eventuell aufgrund von Missernten entstehen können. So weit zum Grundszenario.
Tatsächlich gab es frühe Formen von Termingeschäften schon im 17. Jahrhundert. Ein Beispiel hierfür ist die Reisbörse in Osaka.
Die erste Warenterminbörse wurde 1848 gegründet. Es handelt sich dabei um die allseits bekannte Chicago Board of Trade, wo noch heute verschiedene US-Getreide, wie Weizen, Mais, Soja, Hafer und Reis gehandelt werden.
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