Die fünf wichtigsten bearishen Triebfedern
Martin Weiss in Investors Daily
vom 24. Juli 2008, 18:00 Uhr
ENL5454
Ich sehe fünf große bearishe Einflussfaktoren, die für eine sehr ausgeprägte Aktienbaisse sprechen:
1. Der große Ölpreisschock des Jahres 2008
Die drastisch gestiegenen Energiepreise werden in der Öffentlichkeit überwiegend aufgrund ihrer unangenehmen Folgen auf die privaten Haushalte diskutiert. Verständlich, denn steigende Benzinpreise und Heizkosten betreffen jeden Bürger ganz direkt. Für Konsumausgaben anderer Art bleibt da natürlich wenig Spielraum. Aber die negativen Folgen für die Unternehmensgewinne sind vermutlich noch größer. Die ersten Opfer sind natürlich die Automobilindustrie und die Luftfahrt.
Autobauer sind auf dem Weg in den Konkurs ...
Die Aktie von General Motors verhält sich so, als würde das einstige Vorzeigeunternehmen Amerikas direkt in die Pleite steuern. Die Aktie hat allein in diesem Jahr bereits über 50% verloren und ist seit ihrem Allzeithoch um 87% gefallen.
Der unmittelbar sichtbare Grund ist offensichtlich. Die hohen Benzinpreise haben die Nachfrage nach den Schluckspechten aus Detroit einbrechen lassen. Aber die langfristige Triebfeder des Niedergangs ist nicht die falsche Modellpolitik. Vielmehr waren GMs Absatzzahlen schon seit langem von extrem billigen Autokrediten abhängig und das Unternehmen fand keine Antwort auf die starke ausländische Konkurrenz.
Hinzu kommen Pensionsverpflichtungen, die zu einer Zeit versprochen wurden, als den US-Autobauern die halbe Welt zu gehören schien. Ford befindet sich übrigens in einer ähnlich traurigen Verfassung. In den USA ging der Autoabsatz um 28% zurück und Ford-Anleihen haben längst Junkbond-Status erreicht. Das Unternehmen, das 2006 unglaubliche 12,6 Mrd. Dollar Verlust auswies und in 2007 weitere 2,7 Mrd., wird in 2008 vermutlich erneut mehr als 2 Mrd. Dollar Verluste machen.
...gefolgt von den unprofitablen Airlines
Die US-Airlines sind auf dem besten Weg, in diesem Jahr zusammengenommen über 6 Mrd. Dollar Verluste zu produzieren. Es wird vermutlich nicht allen gelingen, ihre fällig werdenden Kredite zu refinanzieren. Pleiten scheinen unvermeidlich zu sein. Auch der Flugzeugbauer Boing oder der Zulieferer BE Aerospace werden die Folgen dieser Krise zu spüren bekommen.
Meine Prognose: Es wird Pleiten von Airlines und von Automobilherstellern geben, die - nebenbei bemerkt - noch immer wichtige Arbeitgeber sind. Aber erstmals seit der Weltwirtschaftskrise wird die Regierung vermutlich nicht helfend eingreifen können, weil sie mit der Hilfestellung des Bankensektors bereits alle Hände voll zu tun hat.
Soweit die erste die erste der fünf wichtigsten bearishen Triebfedern und die entsprechende Prognose. Alles WEitere lesen Sie in der aktuellen Ausgabe Sicheres Geld, die Sie hier anfordern können: Sicheres Geld.