Die Florida Ernte
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 12. Oktober 2006 20:45 Uhr
ENL5454
Florida
Die USA ist, nach Brasilien der weltweit zweitgrösste Orangenproduzent.
Der grösste Teil der US-Anbaufläche für Orangen befindet sich in Florida.
Was ist nun geschehen?
Die letzte Hurrikan – Saison, verteilte das Bakterium, infizierte die Bäume und sorgt nun für eine geringe Ernte. Die Bäume sind zwar noch da, das heisst noch abgestorben, so ein Offizieller der Liberty Trading Gruppe aus Florida, aber sie tragen einfach zu wenig Früchte.
Das Problem besteht wohl darin, dass die Bäume sich auf die Erhaltung der befallenen Blätter konzentrieren und damit nicht genügend Energie für die Produktion der Früchte haben.
Das zweite Problem in Florida besteht wohl darin, dass es einfach zu viele Übertragungswege für das Bakterium gibt und es sich dementsprechend weiter ausbreitet.
Das Erfordernis der Abholzung
Tatsächlich ist eine Abholzung von mit Feuerbrand befallenen Gehölzen, aufgrund der hohen Ansteckungs – und Seuchengefahr unumgänglich.
Seit dem Jahr 1995, als das Bakterium in der Nähe Miamis entdeckt wurde, hat das US – Landwirtschaftsministerium bereits 12 Millionen Orangen-, Grapefruit-, Mandarinen-, Zitronen-, und Limonenbäume abholzen lassen.
Dies bedeutet einen Kostenfaktor von 875 Millionen US Dollar.
Seit Januar allerdings ist die Abholzung schon nicht mehr rentabel.
Die vorhergehende Hurricane – Saison hatte das Virus derartig verbreitet, dass die jungen Pflanzen vorzeitig absterben.
Aus diesem Grund gründete das Landwirtschaftministerium im Januar einen Fonds zur Sicherung der betroffenen Obst- und Plantagenbetreiber.
Letzte Woche stockte das Ministerium den Fonds um 100 Millionen US Dollar auf 636 Millionen US Dollar auf.
Bedeutung
Sterbende Bäume, bedeuten eine schlechtere Ernte und damit eine zu geringe Produktionskapazität.
Die Orangenernte in Florida fällt von Jahr zu Jahr schlechter aus.
Dies bedeutet im Allgemeinen höhere Preise, die natürlich auch der Endverbraucher zu spüren bekommt.
Bereits im letzten Jahr waren die Orange – Future Preise aufgrund der schlechten Ernte um 55 % gestiegen.Diese bedeutete im US - Einzelhandel einen Anstieg des Orangensaftpreises um ganze 8 US cent .
Aufgrund des gestiegenen Preises sank die Nachfrage nach Orangensaftkonzentraten in den USA um ganze 7 %.
Was bedeutet das für uns als Anleger?
Ein sinkendes Angebot zieht steigende Preise nach sich.
Wenn aber die Nachfrage weiter sinken sollte, bedeutet dies , dass sich die Produzenten vornehmlich auf andere, ähnliche Produkte, in diesem Fall andere Zitrusfrüchte einstellen könnten. Dies führt allerdings zu einem noch niedrigeren Angebot an Orangen. Zumal eine Aufforstung der jetzigen abgeholzten Bestände noch Jahre in Anspruch nehmen wird.
Was schlussendlich wieder steigende Preise bedeutet, denn ein rares immer geliebtes Produkt ist ein Solches, dass man sich nicht nehmen lässt. Dafür ist man bereit schlussendlich höhere Preise zu zahlen. China lasse ich jetzt mal aussen vor.
Wie ich Ihnen im Juni bereits mitteilte, verzeichnet Orangensaft einen äusserst starken Anstieg unter den Soft Commodities und ich schrieb damals, dass ich mich nicht wundern würde, wenn Orangensaft in diesem Jahr wieder zu den Top-Performern gehören würde.
Dies wird auch vorerst so bleiben.
Bleiben Sie also beim gesunden Glas Orangensaft am Morgen, liebe Leser, und holen Sie sich keine Erkältung.
Einen schönen Abend und bis morgen.
Andreas Lambrou