Die Fehler der Kleinanleger
Dan Denning in Investors Daily
vom 28. Februar 2003 18:00 Uhr
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Die Investmentwelt und die Politik haben – um mit einem Zitat aus dem "Herrn der Ringe" zu sprechen – "Vernunft für Wahnsinn aufgegeben." Das sollte niemanden überraschen. Die Politik und das Investieren werden von Emotionen und nicht durch Logik gemacht.
Wenn ich mir die Investoren ansehe, die immer wieder die gleichen Fehler machen, dann erinnert mich das daran, wie ich früher meinen alten Hund beobachtete. Er war ein "Golden Retriever". Das sind großartige Hunde, die normalerweise ziemlich intelligent sind. Aber wenn Sie älter werden, dann bekommen sie oft Probleme mit den Knochen, besonders mit der Hüfte. Es wird dann schwer für sie, sich zu bewegen – besonders Treppen kommen sie kaum noch hoch.
Als mein Hund noch jung war (er hieß übrigens Riven), konnte er den ganzen Tag hinter einem Tennisball hinterherlaufen. Als er älter wurde, wurde er auch langsamer. Das war aber nicht wirklich ein Problem, bis ich dann in ein zweistöckiges Haus in Colorado einzog. Mein Schlafzimmer war oben, und die Treppe war relativ rutschig ... Riven musste das schmerzvoll erfahren. Ich wachte eines Morgens auf und fand ihn am Fuß meines Bettes, schlafend. Ich ging nach unten, um mir einen Kaffee zu machen, und er folgte mir die Treppe runter. Ich hörte, dass er ausrutschte und dass seine Krallen von Stufe zu Stufe rutschten, ohne Halt zu finden. Ich sah ihn dann immer schneller werden und gegen die gegenüberliegende Wand donnern. Da er sich dabei nicht verletzte, war es eigentlich ganz witzig, weil es lustig aussah.
Aber von da an versuchte ich, ihn vom Treppensteigen abzuhalten. Aber Hunde sind loyal ... und wenn die Loyalität von Riven seine Erinnerung (an die Treppe) übertraf, dann musste er dafür jedes Mal schmerzvoll bezahlen.
Ich muss einfach an Riven denken, wenn ich sehe, dass Investoren wieder Technologie-Aktien kaufen. Diese Investoren haben nichts gelernt. Diese Aktien mögen in den besten Zeiten der Spekulationsblase "hip" gewesen sein ... aber die Geschichte hat gezeigt, dass es keinen Sinn macht, weiter in Aktien zu investieren, die im VORIGEN Bullenmarkt zu den Aktien mit der besten Performance gehört haben. Besonders dann nicht, wenn es sehr viel bessere Alternativen gibt.
Nehmen wir das Beispiel Öl. Es besteht eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, dass die irakische Ölproduktion in einem Irak nach Saddam Hussein steigen wird. Eine steigende irakische Ölproduktion führt – wenn sich nichts anderes ändert – zu niedrigeren weltweiten Ölpreisen. Den großen amerikanischen Ölgesellschaften wird es dann nicht mehr ganz so gut gehen. Aber die Öl-Service-Gesellschaften könnten davon profitieren.
Das ist ein simpler Teil der geopolitischen Investment-Analyse. Dennoch handeln die meisten Investoren genau falsch. Die Investoren denken meistens, dass es gut für die US-Wirtschaft ist, wenn die Ölpreise fallen ... und wenn es gut für die Wirtschaft ist, dann ist es auch gut für die Aktienmärkte ... und wenn es für die Aktienmärkte gut ist, dann muss es ja wohl die beste Zeit sein, um Technologie-Aktien zu kaufen!!!
Deshalb kaufen die armen Kleinanleger jetzt wieder die populärsten Aktien des letzten Bullenmarktes: AOL, Lucent und General Electric, um nur ein paar Namen zu nennen.
Das offensichtliche Problem dieser Strategie: Man ist dem Risiko eines weiter fallenden Marktes ausgesetzt, während die Chancen auf die Entwicklung des breiten Marktes begrenzt sind. Anders gesagt: Wenn man auf die großen Namen setzt, weil die angeblich "sicher" sind, dann geht man die Risiken ein, die das Halten eines Einzeltitels heute mit sich bringen: Betrug, enttäuschende Ergebnisse – während man die potenziellen Gewinne auf die Gewinne des breiten Marktes begrenzt. Also: Die Risiken sind höher als beim Gesamtmarkt, die Chancen die gleichen.
Dennoch kaufen die Investoren derzeit die größten Namen am Markt. Die Fidelity-Fonds, eine der größten Fondsgruppen für amerikanische Standardaktien, haben immer noch 700 Milliarden Dollar unter Management (auch wenn es 2001 noch eine Billion Dollar waren, ist dies immer noch bemerkenswert). Diese Investoren zu beobachten, erinnert mich an meinen alten Hund: Und zwar an die Augenblicke, als ich ihn beobachtete, wie er mir die Treppe hinauf folgte – und dann realisierte, dass er ein Problem hatte. Wenn Sie in den heutigen Markt mit den Techniken von gestern investieren, dann gibt es keinen einfachen Weg raus.
Statt das zu tun, was das offensichtlich Richtige zu sein scheint – Aktien zu kaufen –, macht es mehr Sinn, auf ein Investment zu setzen, das im Erfolgsfall ordentliche Gewinne verspricht und das Risiko bei einem Fehlschlag minimiert. Ein einfaches Ziel. Und es gibt heute genügend neue Anlagekategorien, die einem das Erreichen dieses Ziels erleichtern.
Mit der neuen Generation der Investment-Instrumente haben Sie eine sehr große Flexibilität. Wenn Sie sich mit Optionsscheinen, Powercalls, Hebelzertifikaten und Range-Warrants nicht näher beschäftigen (bzw. einen entsprechenden Börsenbrief lesen), dann schränken Sie dadurch Ihre Chancen ein. Nehmen wir nur das Beispiel Irak: Sie können jetzt problemlos Optionsscheine bzw. Hebelzertifikate auf den Ölfuture handeln. Wenn ich bullish für eine Anlagekategorie gestimmt bin, dann suche ich normalerweise nach kurzfristigen Call-Optionsscheinen, die im Geld liegen. Wenn ich für eine Anlagekategorie pessimistisch gestimmt bin, wähle ich langfristige Put-Optionsscheine, die aus dem Geld liegen.