Die Fed fördert Spekulationsblasen
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 24. Juni 2003 18:00 Uhr
ENL5462
Die Fed fördere Spekulationsblasen so Stephen Roach. Zuerst die Spekulationsblase am Aktienmarkt ... dann am US-Immobilienmarkt ... dann bei den amerikanischen Anleihen ... und jetzt wieder bei Aktien. Jedes Mal, wenn der Blase die Luft auszugehen drohte, dann sprang die Fed ein, und eine neue Blase wölbte sich aus.
Und jedes Mal schien die Fed zu garantieren, dass die Investoren kein Geld verlieren würden – egal, wie extreme die Preise werden würden. Am Aktienmarkt schien Greenspan sicherzustellen, dass die Aktienkurse nicht signifikant fallen würden; wenn die Kurse zu fallen beginnen würden, dann würde Greenspan einfach die Zinsen senken – so dachten die Kleinanleger. Dann gab es noch die Absicherung durch den Fed-Gouverneur Ben Bernanke. Die Logik war: Die Wirtschaft hängt vom Immobilienmarkt ab, und die Lage am Immobilienmarkt hängt von niedrigen Zinsen ab. Niemals würde Bernanke deshalb die Zinsen steigen lassen; im Gegenteil, er würde sie weiter senken, um die Erholung auf Kurs zu halten.
Die Fed denkt derzeit wohl über eine weitere Spekulationsblasenfördernde Zinssenkung nach. Die Kurse der Technologieaktien haben wieder extreme Niveaus erreicht. Aber diese Obszönität scheint die einfach denkenden Investoren nicht abzuschrecken, sondern anzuziehen.
"Alle von uns haben gedacht, dass es Jahre dauern würde, bis die Wunden der Kleinanleger, die sie am Aktienmarkt erlitten hatten, geheilt seien", so der Präsident von E-Trade gegenüber der New York Times.
"Stattdessen", so der Artikel weiter, "kehren die Investoren mit kaum geheilten Wunden um Aktienmarkt zurück. Drei Jahre Aktienmarkt-Qual scheinen die Ansicht, dass Aktien langfristig die beste Vermögensanlage seien, nicht nachhaltig erschüttert zu haben."
Aktien sind langfristig gut, natürlich, wenn sie besonders billig sind ... so wie sie es 1980 waren, als man für eine durchschnittliche S&P 500 Aktie ein KGV von 6,8 bezahlen musste. Damals konnte man kaufen und die nächsten 20 Jahre einfach abwarten – mit der Aussicht auf außergewöhnliche Gewinne. Aber jetzt hat die durchschnittliche S&P 500 Aktie ein KGV von mehr als 32, und das "Abwarten" wird wahrscheinlich lang und schmerzvoll. "Es ist hart, irgendwelche realen News zu finden, die die aktuelle Rally rechtfertigen", so Paul Krugman in der New York Times. "Es werden weiterhin Arbeitsplätze abgebaut ... die Bundesregierung und die Länderregierungen bauen weiter Serviceleistungen ab ... und erhöhen die Steuern ..."
Das amerikanische Handelsbilanzdefizit ist laut MSNBC auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Genauso wie das Leistungsbilanzdefizit. Und das US-Haushaltsdefizit. Und die Zahl der Leute, deren Häuser zwangsversteigert werden.
"Oh, und die Politik einer Bananenrepublik, die derzeit in Washington verfolgt wird", so Krugman, "die wird nicht nur die Zinsen steigen lassen; sie wird wahrscheinlich auch zu einer ausgewachsenen Haushaltskrise in den nächsten Jahren führen. Das kann für die Aktienkurse nicht gut sein. Kurz gesagt: Die derzeitige Rally am Aktienmarkt sieht wie eine neue Spekulationsblase aus – eine, die irgendwann platzen wird."
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