Die fast sträfliche Beteiligung der Notenbank
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 18. Juni 2007 20:45 Uhr
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Es ist ja schon interessant, wie Zentralbanker sich immer das Image geben wollen so völlig unabhängig von ihren Regierungen zu handeln.
So als seien sie tatsächlich diejenigen, die dem Chaos der Politiker mit der ihnen eigenen Vernunft immer noch einmal Einhalt gebieten.
Das kann man nun sehen wie man möchte, aber Tatsache ist, dass die Posten in den Notenbanken immer von den jeweiligen Regierungen vergeben werden.
Aber es stellt sich eine Frage: Warum verhindern die Notenbanken mit ihrer Zinspolitik die realen Konsequenzen denen sich der Staat stellen müsste?
Niedrige Zinsen verhindern eine Krise nicht, sondern verlagern sie nur in die Zukunft
Es ist tatsächlich die Zinspolitik der Zentralbanken, die dieses ganze System am Leben erhält und jeden Einzelnen in eine immer höhere Verschuldung treibt.
Schuld daran sind niedrige Zinsen. Im Grunde ist es ganz einfach. Warum sollten Sie sparen wollen, bringt ja nicht viel ein ?!
Vorbei ist es irgendwie mit den Prinzipien der Großelterngeneration, als das Sparkonto noch was zählte.
Warum sein sauer Verdientes auf der Bank liegen lassen wo es nicht nur verrottet, sondern tatsächlich weniger wird, weil die Zinserträge geringer sind als die Kontoführungsgebühren ?!
Im Sparstrumpf unterm Kopfkissen ist es aber auch nicht besser aufgehoben, wenn man bedenkt, dass das hart Erarbeitete selbst bei einer Inflationsrate von nur 2 % pro Jahr – wie sie EU Land gerne hätte, aber effektiv schon weit darüber steht – innerhalb von 15 Jahren bereits 30 % seiner Kaufkraft einbüsst?!
Das ist schon schlimm, irgendwie kann man dabei so richtig traurig werden….
Schlimmer ist aber die logische Konsequenz mit der der Einzelne nun weiter verfährt. Unterbewusst scheint dem Bürger klar zu werden, dass Geld keinen richtigen Wert mehr besitzt. Vor lauter Angst und Frustration stürzt er sich nun in diverse Investitionen. Das können natürlich die Aktienmärkte sein oder auch Rohstoffe, aber vor allem fängt der Einzelne an zu konsumieren. Dabei hat man wenigstens noch was in der Hand, irgendetwas reales, das auf jeden Fall irgendeinen Wert besitzt.
Das Konsumverhalten steigt. Aber bezahlt werden will es eben auch. Und schon wieder kommt der niedrige Zins – der ja durch den Leitzins der Zentralbanken bestimmt wird – zur Geltung. Denn bei niedrigen Zinsen sinkt die Hemmschwelle Kredite aufzunehmen enorm.
Beispiele aus der Gegenwart finden wir genug: Ohne Kreditkarte ist kein Flug - über das Internet- mehr buchbar. Eine luxemburgische Bank gibt per Internet Kreditkarten an praktisch Jeden aus, ohne dass überhaupt die Zahlungsfähigkeit geprüft würde. Schon Jugendliche verschulden sich bis über beide Ohren, dank Handys und Versandhandel. Häuser baut man ohne Eigenkapital und den neuen LCD Fernseher kann man auch abstottern. Nehmen wir doch gleich noch das passende Sofa dazu. (Das sind Beispiele wie Sie sie aus Europa kennen. In den USA läuft das schon eine ganze Weile so und hat inzwischen noch beängstigendere Ausmaße angenommen. Dank Mr. Greenspan und seinem würdigen Nachfolger Mr. Bernanke, die anscheinend wirklich ausprobieren wollen wie groß so eine Blase wohl werden kann…)
Imaginärer Aufschwung
Jaaaaaa, jetzt boomt sie die Wirtschaft denken sich aber nun auch die Unternehmen und rutschen in den gleichen Morast ab. Nehmen Kredite auf für neue Investitionen, expandieren und wollen auch mitboomen, bis ihnen ein Licht aufgeht oder besser gesagt der Umstand, dass die Investitionen nicht mehr reinzuholen sind und sie bis zum Hals in Schulden stecken.
Also : Investitionen zurückfahren, damit man nicht im Konkurs endet?!
Eigentlich die logische Konsequenz : Den Erfordernissen des freien Marktes nachkommen. Das Gewitter über sich ergehen lassen, die Blase platzen lassen um nach der Stunde Null wieder gesund und frisch wie der Phönix aus der Asche erneut aufzusteigen.
Doch ,wir haben die Rechnung ohne die Zentralbanken gemacht, die genau das nicht zulassen. Statt dessen gehen sie in diesem Szenario immer weiter runter mit den Zinsen, damit ja nicht der Glaube verloren geht. Damit sich Verbraucher, Unternehmen und der Staat immer weiter verschulden können. Damit der imaginäre Aufschwung immer weiter geht. Damit die Blase immer größer und schillernder wird.
Denn das scheint inzwischen die eigentliche Aufgabe der Zentralbanken geworden zu sein.
Doch wir alle wissen, je größer die Blase wird, desto größer der spätere Knall.
Liebe Leser, die komplexe und meiner Meinung nach hochinteressante Thematik unseres Geldsystems und seiner Auswirkungen sprengt nun auch das Format eines zweiten Dailys. Lesen Sie also morgen von der besorgniserregenden Situation der Sparer und Schuldner und endlich auch warum der Einzelne gegenwärtig nur in den Rohstoffmärkten Sicherheit finden kann.
So long liebe Leser…ich verstehe ja inzwischen die Bedenken bezüglich der Ausgabe eigener Gelddruckplatten an jeden einzelnen Bürger…vielleicht könnten wir uns statt dessen darauf verständigen, dass die noch verbliebenen Goldreserven einfach an das Volk verteilt werden…was meinen Sie zu der Forderung: Einem jeden seinen eigenen Barren ?!... ;-))))
Ihre Miriam Kraus
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