Die falsche Hoffnung auf ein Comeback des Immobilienmarkts
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 8. Januar 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Die LA-Times berichtet, dass Zahlungsverzüge bei Hypotheken der obersten Kategorie im dritten Quartal gestiegen sind. Wenn Sie sich fragen, was mit den Hauspreisen in den Vereinigten Staaten los ist... sollte sich die Krise fortsetzen... dann sollten sie einen Blick auf diese Zahlen werfen.
Die Hauspreise sind landesweit um ca. 30% eingebrochen. In einigen Gegenden sind sie noch viel stärker eingebrochen. Aber sie sind schon lange gestiegen... und dieser Abwärtstrend wirkt wie eine Abweichung. Hoffnung hat einen Antriebskraft... ganz besonders am Immobilienmarkt. Die Hauspreise sind zusammen mit der Inflation über 10 Jahre nach oben geklettert. Im Jahr 2007 endete der Anstieg.
Damit bleiben die Leute mit dem - falschen -Eindruck zurück, dass die Immobilienpreise langfristig immer steigen. Wie ich schon viele Male erwähnt habe, haben die Hauspreise in der schönsten Gegend von Baltimore - da wo ich mein dortiges Büro habe - effektiv 1920 den Gipfel erreicht. Seither sind sie gefallen. Das ist ein Bärenmarkt bei den Immobilienpreisen, der bislang seit 90 Jahren angedauert hat.
Ich habe keine verlässlichen Zahlen - um genau zu sein, habe ich noch nicht einmal unzuverlässige Zahlen - aber ich gehe davon aus, dass die Immobilienpreise in Zentral-Rom zur Zeit Trajans den Gipfel erreicht haben... oder vielleicht zur Zeit Augustus. Sie müssen in den folgenden 1700 Jahren gefallen sein, denn noch um 1800 wurde das beste Grundstück des römischen Imperiums... rund um das Forum... als Weideland für Ziegen verwendet. Aber das ist immer noch besser als Troy oder Ctesiphon - das sind Städte, die verlassen und vollständig vergessen wurden.
Langfristig steigen Immobilienpreise nicht. Manchmal fallen sie auch... oft über eine sehr, sehr lange Zeit.
Die Hoffnung auf eine Rückkehr der alten Preise stirbt zuletzt
In den frühen Jahren einer Krise, glauben die Leute, dass die Preise wieder zurückkommen" werden. Sie warten. Sie hoffen. Manchmal kommen die Preise wieder zurück. Manchmal nicht. Aber wenn die Krise sich fortsetzt, dann werden die Leute irgendwann die Hoffnung aufgeben und das Vertrauen verlieren. Sie werden anfangen, die ungewollten Immobilien zum Verkauf anzubieten - und das zu deutlich geringeren Preisen. Und sie werden anfangen, ihre Schulden nicht mehr zu bezahlen, selbst wenn sie ihre Hypothekenzahlungen immer noch leisten könnten.
Es gab nur zwei Millionen Häuser im subprime Sektor. Bald könnte es bis zu 30 Millionen Häuser geben, denen das Wasser bis zum Hals steht. Wenn diese Häuser nicht mehr damit rechnen können, dass die Preise sich erholen, dann werden sie dieser gefluteten Immobilien loswerden wollen. Und das ist ganz einfach möglich. Sie schicken ganz einfach die Schlüssel an das Hypothekenunternehmen und gehen weg.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von helm willysson (08.01. 2010 16:47 Uhr):
wäre schön, wenn mr. bonner für die deutschen leser einmal die hintergründe der schlüsselrückgabe bei amerikanichen notleidenden hypotheken (bezogen auf seinen letzten satz) ausführlich erläutern würde.in deutschland bleibt bei dieser vorgehensweise zwar grundsätzlich der insolvente hypothekennehmer auf den schulden nach zwangsvollstreckung sitzen aber für die bank ist "nur" die restschuld abzuschreiben.danke im voraus. frdl. grüße helm willysson
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