Die EZB senkt die Zinsen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 21. Januar 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Es ist alles eine Vertrauensfrage. Diejenigen mit wenig Vertrauen in die öffentlichen Vertreter werden Stephen Roach zustimmen. Vermutlich wird die Weltwirtschaft, angeführt von den Vereinigten Staaten in ein verlorenes Jahrzehnt der Rezession eintreten, mit Bärenmärkten und einer Deflation."
Aber meine Kollegen und ich wir geben dem Teufel, was ihm zusteht; wenn die Verantwortlichen den Dollar wirklich zerstören wollen, dann gehe ich davon aus, dass sie in der Lage sein werden, das auch durchzusetzen. Man muss ihnen nur genug Zeit lassen.
In diesem Sinne kugel ich mich immer noch, wegen des Vorschlags eine Bad Bank" zu gründen, die alle faulen Investitionen aufkaufen soll. Ich dachte, dass die Banken selbst bereits viele faule Investitionen haben. Dieser Vorschag ist wirklich nur ein weiteres Gegenfeuern bei dem, was bereits zu einem weltweiten Flammenmeer wurde. Die Verantwortlichen haben bereits viele Gegenfeuer entflammt - überwiegend handelt es sich dabei um Geld gegen Müll" Programme, dazu entwickelt, die Wall Street und den Finanzsektor auf Kosten der übrigen Gesellschaft reicher zu machen.
Und aus den Nachrichten am Freitag erfuhr man, dass die Europäische Zentralbank nun mit in das Spiel Großbritanniens und Amerikas einsteigt, indem sie die Zinssätze senkt. Die amerikanische Zentralbank ist bereits bei Null angekommen. Die Bank of England und die EZB sind auf dem besten Wege.
Aber der wahre Schlüssel zum Spiel der Regierungsvertreter ist weder die Rettungsaktion für die Banken noch das Angebot von weiteren Krediten. Selbst wenn die Bilanzbögen in Ordnung gebracht würden, dann würde es lange dauern - vermutlich eine Generation lang - ehe die Banker wieder genauso unvorsichtig Geld verleihen. Und es wird vermutlich noch wenigstens eine Generation dauern, ehe die Leute wieder auf Häuser spekulieren wollen.
Nein, der wahre Schlüssel liegt darin, den Dollar zu unterwandern. Solange der Dollar noch gegenüber den Finanz-Assets und den Verbrauchergütern steigt, werden die Leute weder Geld leihen noch Geld ausgeben. Stattdessen werden sie an jedem Dollar festhalten als wäre es ihr letzter.
Und das ist der Grund, warum die Banker mit der qualitativen Erleichterung" oder der Krediterleichterung" experimentieren, wie Bernanke es in der vergangenen Woche nannte. Das ist ihr Verschlüsselung dafür, dass sie Geld drucken wollen. Anstatt die Banker wieder zu rekapitalisieren, will die Zentralbank die Schulden direkt von der Regierung kaufen. Das erlaubt es der Regierung, die Konjunkturprogramme zu finanzieren, ohne damit Druck auf den Schuldenmarkt ausüben zu müssen.
Es ist so, als habe ein Anleger einen Markt mit unbegrenzten Ressourcen erschlossen... entschlossen, so viele Regierungspapiere aufzukaufen wie möglich...
... und die eigene Kreditwürdigkeit zu zerstören.
Wenn die Zentralbanken die Schulden der eigenen Regierung aufkaufen, dann erschaffen sie Geld aus dünner Luft", um sie zu kaufen. Die Geldmenge steigt. Wenn sie genug zusätzliches Geld in Umlauf bringen, dann wird die Menge des Geldes irgendwann die Menge der Güter übersteigen, die man davon kaufen kann. Die Folge: Inflation.
Das ist das wahre Ziel der Verantwortlichen. Bislang haben sie noch keinen Erfolg. Aber ich habe Vertrauen, dass sie am Ende doch noch dahinter kommen werden.
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