Die Entwicklung der US-Außenpolitik
Von James Dale Davidson in Investors Daily
vom 05. März 2003 18:00 Uhr
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Es ist interessant, die Entwicklung der US-Außenpolitik in den paar Jahren seit dem Amtsantritt Bill Clintons unter die Lupe zu nehmen. In der Clinton-Ära schienen außenpolitisch machtvolle Gesten immer dann aufzutreten, wenn Clinton im eigenen Land wegen diverser Skandale unter Druck stand. Je ungemütlicher die Situation für Clinton wurde, desto wahrscheinlicher war es, dass er eine Attacke befehlen würde.
Militärische Aktionen wie das Bombardement einer sudanesischen Aspirin-Fabrik (durch Cruise Missiles) schienen mehr dazu da zu sein, von den innenpolitischen Problemen Clintons abzulenken, als ein außenpolitisches Ziel zu erreichen. Bei George W. Bush ist das anders.
Lassen Sie mich das erklären. Es gibt so gut wie keine Beweise für eine Verstrickung des Irak mit internationalen Terrornetzwerken. Deshalb hat es Bush schwer, eine weite Akzeptanz für seinen Krieg gegen den Irak zu finden. Weshalb ihm dieser Krieg wirklich wichtig ist, kann er nicht artikulieren. Bush mag den Irak angreifen, aber das wirkliche Ziel ist Saudi Arabien.
Denken Sie darüber nach: Saddam mag in oder zwei "Al Qaeda"-Mitglieder in Bagdad begrüßt haben. Aber das große Reservoir des Fanatismus, der "Al Qaeda" aufstiegen ließ, ist Saudi Arabien. Osama bin Laden ist ein reicher saudischer Fanatiker. 15 von 19 Selbstmordattentätern des 11. September waren Saudis. Und die größte finanzielle Unterstützung des Terror-Netzwerkes liefern neben bin Laden sechs andere reiche Saudis.
Wenn man den Terrorismus wirklich stoppen will – und Bush will dies scheinbar –, dann könnte es vielleicht wichtig sein, die Akkumulation von Massenvernichtungswaffen in den unstabilen Händen des Irak zu verhindern. Aber genau so wichtig wäre es, die Brutstätte des Terrorismus zu vernichten, und auch die finanzielle Unterstützung der Terroristen abzuschneiden.
Wenn man so denkt, dann wird automatisch Saudi Arabien interessant. Es ist der gewaltige saudische Ölreichtum, der sich in den Händen intoleranter Wahhabiten konzentriert und wiederholt in die Hände von Terroristen geströmt ist. Und man sollte auch nicht vergessen, dass die Saudis offiziell fundamentalistische Schulen in Pakistan und anderswo unterstützen, was viel zum Aufflammen des religiösen Fanatismus beigetragen hat. Das Wall Street Journal berichtet, dass die Saudis auch in den USA durch die finanzielle Unterstützung von fundamentalistischen Gefängnis-Predigern zur Verbreitung eines radikalen Islam beigetragen haben (siehe den Artikel von Paul M. Barret vom 5. Februar 2003).
Im mittleren Osten sind die meisten arabischen Kulturen ihrer Orientierung nach grundsätzlich mittelalterlich eingestellt. In vielen Fällen sind sie sogar noch rückwärtsgewandter, als sie es im Mittelalter waren, denn damals waren die arabischen Wissenschaftler in den Bereichen Astronomie, Mathematik, Chemie und Technologie Weltspitze.
Im Mittelalter waren arabische Denker wie Ibn Khaldun (1332–1406) ihren westlichen Gegenstücken Jahrhunderte voraus. Viele heutige Gelehrte finden, dass "al Mugaddimah" von Ibn Khaldun sogar "il Principe" von Niccolo Machiavelli übertrifft (was ein Jahrhundert später geschrieben wurde). Anders als Machiavelli stützte Khaldun seine Analyse der Machtverhältnisse auf kulturelle, soziologische, wirtschaftliche und psychologische Faktoren, und nicht nur auf den moralischen Charakter des Herrschers.
Ich weiß nicht, ob Bush dieses Buch von Ibn Khaldun gelesen hat. Aber ich bezweifle es stark. Vielleicht hat er Machiavelli gelesen. Und Saddam handelt sicherlich so, als ob er ein Schüler von Machiavelli wäre. Während Saddam den Manövern und Lügen des "il Principe" folgt, sollte Bush danach streben, die tieferen Wurzeln des Terrorismus zu zerstören – wie das Ibn Khaldun empfohlen hätte.