Die Emotionen vergehen, die Telekom bleibt
Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 11. August 2006 08:30 Uhr
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Die Suche nach Neuorientierung im Anschluss an die veränderte US-Notenbankpolitik setzte sich heute mit zwei Paukenschlägen fort. Nachdem der Dax am Mittwoch in Erwartung fester US-Börsen noch einen Kursanstieg vollzogen hatte, galt es ohnehin zunächst, dieses „Vorpreschen“ zu korrigieren.
Doch die dementsprechend schwache Eröffnung mündete in rapide fallende Kurse (der Index gab in weniger als 15 Minuten über 60 Punkte ab) als die Nachricht eintraf, dass Scotland Yard eine Anschlagsserie gerade noch rechtzeitig aufgedeckt habe, die Flugzeuge von London mit Ziel USA im Visier hatte.
Damit wurden die Investoren vom Gespenst des Terrors eingeholt, das seit einiger Zeit an den Börsen keine, oder zumindest nur eine untergeordnete, Rolle gespielt hatte. Doch letzten Endes ging es hier ja um einen erfolgreiche Arbeit der Sicherheitskräfte. Es war demnach, ungeachtet des erschreckenden Hintergrunds der Sache selbst, eine positive Nachricht, dass die erhöhte Wachsamkeit vor dergleichen Wahnsinnstaten Früchte trägt.
Die emotionale Reaktion sofortiger Verkäufe war somit nicht rational begründbar und wurde binnen weniger Stunden zurückgenommen. Insbesondere, als man feststellen durfte, dass das Terrorziel, sprich die USA, an den Aktienmärkten nicht den Hauch einer negativen Reaktion zeigte. Ein Paukenschlag jedoch blieb:
Die Deutsche Telekom lieferte fatale Quartalszahlen ab. Das Ergebnis enttäuschte auf der ganzen Linie und drückte den Dax erheblich. Das Schwergewicht Telekom gab sagenhafte 7,5% ab und durchschlug damit sogar seinen bereits vor einem Jahr etablierten Abwärtstrendkanal nach unten. Aus reich charttechnischer Sicht (hier sehen Sie den Chart auf Basis der Wochenkurse) wäre jetzt sogar wieder ein einstelliger Kurs in Reichweite.
Nun ist die Telekom nicht auf den Gesamtmarkt zu übertragen, aber dennoch: Der negative Anstrich des gestrigen Handelstags bleibt. Nun wird es, wie zumeist, alleine auf die Tendenz der US-Börsen ankommen, ob der Dax den gestern Vormittag eingeschlagenen Pfad nach unten weiter beschreiten wird. Dazu im nächsten Abschnitt ein Blick auf den kurzfristigen Chart:
