Die Emerging Markets in 2006
Daniel Wilhelmi in Investors Daily
vom 26. Januar 2006 18:00 Uhr
ENL5454
Heute gebe ich direkt an meinen Kollegen Daniel Wilhelmi weiter, ein Experte auf dem Gebiet der Emerging Markets!
Viele Grüße
Ihr
Jochen Steffens
Die Emerging Markets in 2006
Sehen Sie es auch schon? Dort am Horizont? Das Wochenende. Es ist fast da. Noch 1 Arbeitstag und wir haben es geschafft. Und es wird tolles Wochenende. Endlich fängt die schönste Nebensache der Welt wieder an: Fußball. Dieses Wochenende startet die Bundesliga-Rückrunde. Allerdings sollte ich mich wohl fragen, ob das für mich als 1. FC Köln-Fan wirklich so toll ist. Aber wahre Fans stehen halt zu ihrem Verein. In guten wie in schlechten Zeiten. Hm, wenn ich mir die letzten 10 Jahre so anschaue, dann hat sich beim FC auf der Soll-Seite jedoch ganz schön viel angesammelt. Nach der Theorie müsste wir den nächsten 10 Jahren locker 2 Mal die Champions League gewinnen, um das Konto wieder auszugleichen.
Selektion und Timing ist Trumpf
Doch vor dem Vergnügen steht bekanntlich die Arbeit. Und die ist für Börsianer dieser Tage nicht leicht. Schauen wir anhand der zurückliegenden Wochen, was sich in 2006 für Trends herauszubilden scheinen. Dabei will ich mich auf die Emerging Markets konzentrieren. Denn hier, das haben die ersten Januarwochen bereits gezeigt, werden weitsichtige Anleger sehr viel Geld verdienen. Zudem sind Sie beim DAX mit Herrn Steffens ja in besten Händen. Da brauchen Sie nicht noch eine weitere Analysen von mir.
Aber wo liegen dieses Jahr die Chancen in den Schwellenländern? Nun: Selektion und vor allem Timing wird Trumpf sein. Auch wenn es im Januar nicht so aussah, denn in den vergangenen Wochen ist an den Emerging Markets alles gestiegen. So lange der Ölpreis steigt, ist Russland ein ganz heißes Thema. Und das, obwohl sich der Index RTS in 2005 schon fast verdoppelt hat. Trotzdem hat der RTS in den ersten 3 Wochen 2006 schon wieder unglaubliche +16,1 % zugelegt. Ich glaube wir wären alle zufrieden, wenn der DAX eine solche Performance für das ganze Jahr schaffen würde. Keine Frage, Emerging Markets-Anleger müssen in Russland investiert sein. Aber jetzt sollten Sie jedoch erst einmal abwarten.
Der RTS ist heiß gelaufen und sobald sich der Ölpreis etwas entspannt, werden wir in Russland eine Korrektur erleben. Die fallen traditionell sehr heftig aus. Abschläge von 10-15 % im Index sind im eiskalten Moskau nichts Ungewöhnliches. Doch das ist die Zeit, in der Sie dann in russische Werte einsteigen sollten. Setzen Sie aber nur auf erstklassige Werte wie Lukoil oder Gazprom. Für den Börsendienst Taipan empfahlen wir Lukoil bereits vor 11 Monaten. Inzwischen sitzen unsere Leser hier auf einem (fast steuerfreien) Gewinn von 144,19 %. Aber hier ist noch mehr drin, denn die Ölreserven von Lukoil sind im internationalen Vergleich massiv unterbewertet.
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Der Hang Seng könnte die "Nikkei"-Story in 2006 werden
Neben Russland sollte auch Südafrika auf der Watchlist stehen. Das Land profitiert von der Rohstoff-Hausse, insbesondere bei Gold und Silber. Sehr aussichtsreich sind auch China und Thailand. In China startete der Hang Seng-Index fulminant ins neue Jahr, ist aber in den letzten Tagen mit der allgemeinen Korrektur zurückgekommen. Aber an den Börsen im Reich der Mitte tut sich offensichtlich etwas. Nachdem das Jahr 2005 für die chinesischen Märkte eher unterdurchschnittlich war, könnte der rote Drache nun zum Asienfavoriten werden. Zumal Japan so sehr stark gelaufen ist.
Wenn Sie sich auf Turnaround-Märkte spezialisiert haben, dann achten Sie auf Thailand. Thailand war 2005 eine der ganz großen Enttäuschungen. Der Grund: Thailand verfügt kaum über eigene Rohstoff-Resourcen und muss Öl importieren. Da schlägt eine Ölpreisrallye, wie wir sie 2005 gesehen haben, natürlich voll auf das Wirtschaftswachstum durch. Sollte sich der Ölpreis aber stabilisieren und seitwärts laufen, könnten die thailändischen Börsen schnell in den Fokus des internationalen Kapitals rücken. Denn thailändische Aktien sind aktuell sehr günstig bewertet. Da jedoch nicht von einem starken Ölpreis-Rückgang auszugehen ist, sollten Sie nicht auf den breiten Markt setzen, sondern Einzelaktien favorisieren. So ist unsere Taipan-Empfehlung PTT Exploration seit April letzten Jahres um 78,91 % gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat der Leitindex SET 50 nicht einmal 10 % Plus gemacht.
Zuletzt noch etwas für die hoch spekulativen Anleger unter Ihnen. Wer in der Liga "Manche mögen's heiß" spielt, der sollte sich genau mit dem israelischen Markt beschäftigen. Wenn es zu einer Übertreibungsphase an den internationalen Märkten kommt (die auch sehr lange dauern kann) stehen besonders High Tech-Werte im Mittelpunkt. Für die Emerging Markets bedeutet das: Achten Sie auf Börsen mit einem hohen Tech-Anteil. Wie eben Israel. Allerdings bekommen Sie dort jede Menge politische Unsicherheiten gratis dazu.
So, jetzt bleibt mir nur, Ihnen ein schönes Wochenende und mir 3 Punkte für den FC zu wünschen.
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