Die EM-Helden unter den Aktien: Adidas, Nike und Puma

Kathrin Dörfeld in Insider Daily zum Thema Aktien
vom


heute starten wir einmal sportlich ins Wochenende. Der Countdown läuft: Nur noch sieben Tage bis zum Start der Europameisterschaft. Grund genug, um einen Blick auf die potenziellen "EM-Aktien" zu werfen. Denn zahlreiche Unternehmen werden von dem sportlichen Großereignis in Polen und der Ukraine profitieren. Neben Wettanbietern, Medienkonzernen und Reiseveranstaltern werden vor allem die Sportartikelhersteller ein Stück vom großen EM-Kuchen abbekommen. Durch gleich zwei sportliche Großereignisse, die Fußball-Europameisterschaft im Juni und die Olympischen Spielen in London Ende Juli, wird 2012 zum Mega-Sportjahr. Das prägt natürlich auch das Geschäft der drei "Spitzen-Stürmer" unter den Sportartikelherstellern: Adidas, Puma und Nike. Sie werden die 16 Fußballmannschaften zur EM auf dem Spielfeld einkleiden.


Nike stattet acht EM-Teams aus

Beginnen wir mit Nike: Der amerikanische Sportartikelhersteller, zu welchem auch die Marken Converse und Umbro gehören, rüstet bei der diesjährigen EM gleich acht Teams aus. Das Gastgeberland Polen sowie die Nationalmannschaften Frankreichs, der Niederlande, Portugals und Kroatiens werden in "Nike-Uniform" aufs Feld marschieren. Durch die Tochter Umbro stehen zusätzlich Schweden, Irland und Großbritannien unter Vertrag. Nike-Markenchef Charles Denson frohlockte kürzlich: "Dieser Sommer ist der perfekte Ausstellungsraum für unser Fußballgeschäft."

Zuletzt konnte der Konzern mit seinen Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2012 (Ende per Februar 2012) glänzen. Demnach stieg der Umsatz um 15% auf 5,85 Mrd. Dollar. Der Gewinn legte im Jahresvergleich um 7% auf 560 Mio. Dollar zu. Nike kann auch von einem guten Geschäft während des diesjährigen Super-Sportjahres ausgehen. Die zwei sportlichen Großereignisse dürften den Amerikanern reichlich Sonderkonjunktur bescheren.

Puma: Gewinn soll auf Jahressicht wachsen

Puma kleidet mit Italien und Tschechien nur zwei Mannschaften bei der EM 2012 ein und hofft damit auf deren Weiterkommen. In den vergangenen Jahren war der Sportartikelhersteller stets das Aushängeschild für Erfolg. Doch zuletzt zeigte das Unternehmen bislang nicht gekannte Schwächen. Der Modehersteller ist verhalten ins neue Geschäftsjahr gestartet. Zwar konnte Puma im ersten Quartal den Umsatz um gut 6% auf 821 Mio. Euro ausbauen, der Gewinn fiel jedoch deutlich zurück. Während sich die Erlöse in der Eurozone stabil hielten, mussten die Herzogenauracher in der Region EMEA Einbußen in Höhe von 1,7% ausweisen. Gleichzeitig fiel das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 8,1% auf 102 Mio. Euro zurück. Der Nettogewinn ist um knapp 5% auf 74 Mio. Euro gesunken. Neben der Kaufzurückhaltung in Europa machten sich vor allem die höheren Beschaffungskosten negativ bemerkbar.

Auf Jahressicht rechnen die Franken aber nach wie vor mit einem Gewinnwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bereits ab dem zweiten Quartal soll das Ergebnis wieder steigen, sagte Puma-Chef Frank Koch. Mit der Fußball-Europameisterschaft sowie den Olympischen Spielen versprechen sich die Herzogenauracher auch ein Stück vom Sonderkonjunktur-Kuchen. Bereits 2010 wurde das Wachstums- und Effizienzprogramm "Back on the Attack" vorgestellt. Ziel dieses Programms ist es, bis 2015 den Umsatz auf 4 Mrd. Euro zu steigern.

Adidas sorgt bei der deutschen Elf für den richtigen Auftritt

Der fränkische Konzern rüstet sechs der qualifizierten EM-Teams aus und ist offizieller Sponsor des Turniers. Bei den Mannschaften aus Deutschland, Spanien, Griechenland, Dänemark und dem Gastgeber, der Ukraine, sorgt Adidas für den richtigen Auftritt. Zudem stammt auch der Ball aus Herzogenaurach. Damit geht das "Drei-Streifen-Unternehmen" sicherlich als Gewinner der EM-Sportartikelhersteller-Aktien hervor. Konzernchef Herbert Hainer reibt sich mit Blick auf das Fußballgeschäft bereits die Hände: "Wir haben das klare Ziel eines neuen Umsatzrekords für Fußball", sagte Hainer. Allein in der Fußball-Sparte will Adidas im laufenden Jahr mehr als 1,5 Mrd. Euro umsetzten.

Dabei ist das Unternehmen bereits exzellent in das neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse mit Fußballartikeln bereits um 23%. Konzernweit belief sich das Umsatzplus auf 17%. Adidas erlöste 3,8 Mrd. Euro im Auftaktquartal. "Die Bedingungen sind perfekt für uns, um unseren Marktanteil auszubauen", sagte Hainer mit Blick auf die anstehende Europameisterschaft. In Bezug auf das zweite sportliche Großereignis in diesem Jahr, die Olympischen Spiele, hat sich der Konzern ebenfalls große Ziele gesetzt: Er will im Gastgeberland Großbritannien zum Marktführer aufsteigen. Hier liegt er derzeit noch zwei Prozentpunkte hinter Nike. Bis 2015 soll dieses Ziel erreicht sein. Angesichts des rasanten Wachstums muss sich Branchenprimus Nike wohl tatsächlich warm anziehen.

Unternehmens-Steckbriefe:

Unternehmen

ISIN

Aktueller Kurs

Marktkapitalisierung in Mrd. Euro

Umsatz in Mrd. Euro (2011)

KGV 2012e

Adidas

DE000A1EWWW0

58,30

12,20

13,34

16

Nike

US6541061031

88,14

41,25

20,86

22

Puma

DE0006969603

240,85

3,63

3,01

15

Beim Eurovision Song Contest hat es Roman Lob mit seinem Song "Standing Still" leider nicht aufs Siegertreppchen geschafft. Mal schauen, ob die deutsche Elf den Weg bis dahin meistern kann. Daumen drücken ist angesagt. Schnell wird sich auch zeigen, ob Nike, Adidas oder Puma hinsichtlich der EM-Sonderkonjunktur die Nase vorn hat.

Ich wünsche Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende.

Ihre

Kathrin Dörfeld


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