Die Eiszeit und die GEZ-Gebühren
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 09. Februar 2006 12:00 Uhr
ENL5454
*** Vor einem Jahr veröffentlichten britische Wissenschaftler eine düstere Prognose, wonach Großbritannien sich in eine gefrorene Tundra verwandeln wird. Vor nur einem Monat veröffentlichten deutsche Wissenschaftler die Entdeckung, dass das Pflanzenleben auf der Erde in bislang unbekanntem Ausmaß Methan zum menschlichen Ausstoß der "Treibhausgase" hinzufügt.
Jetzt sagt ein russischer Astronom eine weitere "Mini-Eiszeit" voraus, die durch die geringe Sonnenaktivität verursacht wird. Seine Forschungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Temperaturen um 2012 wieder anfangen werden zu sinken, die kälteste Phase wird 15 bis 20 Jahre nach einem größeren Rückgang der Sonnenkraft zwischen 2035 und 2045 die kälteste Phase erreicht haben.
Seine kühne Feststellung lautet der United Presse Internation zufolge: "Dramatische Änderungen der Temperatur auf der Erdoberfläche sind ein ganz normales Phänomen und stellen keine Anomalie dar. Sie resultierten aus Abweichungen des Energie-Outputs und der ultravioletten Strahlung der Sonne"
Angesichts der Tatsache, dass die Vorhersagen für zukünftige Eiszeiten und globale Erwärmung sich deutlich schneller abgewechselt haben, als die kalten und warmen Phasen, sollte diese Aussage eigentlich lauten: "Dramatische Änderungen der wissenschaftlichen Meinung die unmittelbare Zukunft der Temperatur auf der Erdoberfläche betreffend, sind ein ganz normales Phänomen und stellen keine Anomalie dar."
*** Wenn sie wissen wollen, was hinter der scheinbaren Unfähigkeit Europas steckt, die Ökonomien wieder in Gang zu bringen, dann versuchen sie es hiermit: Vom nächsten Jahr an wird man sich in Deutschland registrieren lassen müssen und monatliche Gebühren von umgerechnet 20 Dollar für den Besitz eines internetfähigen Rechners zahlen.
Die Argumente sind umständlich. Sowohl die Fernseh- als auch die Radiosender gelten in Amerika als kostenlose Quellen von Unterhaltung und Information. In Deutschland führt allein schon der Besitz eines Fernsehers oder eines Radios dazu, dass man die Geräte bei einem Regierungsamt anmelden muss und dann eine monatliche Gebühr zahlen muss. Die Gelder werden unter den Radio- und Fernsehsendern aufgeteilt und verwendet, um die Lizenzgebühren für die Künstler zu bezahlen. Das Amt hat das Recht, in Häuser und Wohnungen zu gehen und nach nicht angemeldeten Radios oder Fernsehern zu suchen. (Man kann oft die Autos in den Straßen sehen, die auf der Suche nach unangemeldeten Nutzern von Unterhaltungsprogrammen sind.)
Ich will mir nur einen Moment lang ausmalen, zu welchen Reaktionen ein solches Konzept in den USA führen würde.
Das neue Argument lautet, dass man ja auch über Internet zuhause oder auf der Arbeit Fernsehen oder Radio hören kann. Und deswegen muss man jetzt zwanzig Dollar im Monat bezahlen, wenn man nicht schon einen Fernseher oder ein Radio angemeldet hat. Und da ist es ganz egal, ob man sich an seinem Schreibtisch 24 Stunden mit Zahlen auseinander setzt und nie Zeit hat, sich ins Radio- oder Fernsehprogramm einzuschalten.
Dank der technischen Fortschritte ist der Erweiterung dieses Präzedenzfalls auch keine Grenze gesetzt. Da man auch mit dem Handy bald fernsehen kann, braucht es nur noch ein Jahr und man wird auch dann zahlen müssen, wenn man seinen Fernseher schon verbrannt und sein Radio zertreten hat.