Die einzelnen Phasen eines Konjunkturzyklus nach Stovall
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 9. Januar 2012, 16:00 Uhr
ENL5454
Dazu sollte ich folgendes noch vorrausschicken. Ein Konjunkturzyklus durchläuft die Phasen des frühen Aufschwungs, des späten Aufschwungs, der frühen und späten Rezession (Untertitel grün) innerhalb eines Zeitraums von ca. 7 Jahren. Wenn wir nun hergehen und die Aktien, die am Markt gehandelt werden, in Sektoren wie Technologie, Finanzwerte oder Verbrauchsgüter klassifizieren und wenn wir berücksichtigen dass institutionelle Anleger in bestimmten Konjunkturphasen bestimmte Sektoren aus Sicherheits- und Renditegründen bevorzugen, dann müsste es doch möglich sein über die bevorzugten Sektoren die Konjunkturphase in der wir uns befinden leichter zu identifizieren.
Um die Zusammenhänge zu verdeutlichen hat Sam Stovall ein grafisches Modell entwickelt welches für mehr Klarheit sorgen soll. In der folgenden Grafik sehen Sie die Stufen des gerade beschriebenen Konjunkturzyklus von links nach rechts (Untertitel, grün). Diese vier Konjunkturphasen korrespondieren mit der grünen Kurve im Schaubild. Da wir wissen, das die Aktienmärkte stets versuchen die zukünftige konjunkturelle Entwicklung zu antizipieren bildet sich eine Aktienwelle (rot) die der grünen Konjunkturwelle ca. 6 Monate voraus läuft und die gilt es für Börsianer zu erwischen. Die Bezeichnung der Marktphasen Market Bottom, Bull Market, Market Top und Bear Market finden Sie in der untersten roten Zeile und sie machen deutlich das Anleger die billig kaufen wollen nicht in der frühen sondern in der späten Rezession kaufen müssen. Und Anleger die Ihre Gewinne rechtzeitig mitnehmen wollen müssen versuchen im Market Top am Ende der frühen Erholung (Early Recovery) den Markt verlassen.
Sam Stovall unterteilt die handelbaren Aktien in 9 Gruppen, die Sie in der Kopfleiste der Grafik sehen. Institutionelle Anleger bevorzugen demnach bereits in der Phase in der eine Rezession zu Ende geht Cyclicals, also zyklische Aktien wie Technologiewerte und verabschieden sich von Versorgeraktien und Unternehmen die den täglichen Konsumbedarf abdecken (Wasch-und Lebensmittel, Stapels). Wenn wir uns jetzt den US-Aktienmarkt betrachten und feststellen würden das dividendenstarke Aktien aus dem Versorgersektor (Utilities) oder aus dem Lebensmittel-(Stapels) und Pharmasektor (Healthcare) ihren monatelangen Anstieg beenden und das Kapital in Wachstumswerte fließen würde, dann könnte das ein Hinweis darauf sein, dass sich die Konjunktur bessert. Fondsmanager haben ein großes Interesse daran sich sehr früh quasi antizyklisch in einem Sektor billig einzukaufen und würden dann aus den vermeintlich langweiligen Dividendenwerten in zyklische Aktien mit größeren Kurschancen wechseln oder wie wir sagen die Sektoren rotieren lassen.
In der morgigen Ausgabe versuchen wir gemeinsam heraus zu finden an welcher Stelle der Konjunktur wir gerade stehen und welche Aktiensektoren man jetzt kaufen sollte.
Ihr
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
