Die drohende Elektrizitätskrise
Byron W. King in Traders Daily
vom 4. November 2008, 12:00 Uhr
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Zugegeben, ich habe keine Ausgabe des Wirtschaftsteils der Zeitung aus dem nächsten März. Aber ich glaube trotzdem zu wissen, was zumindest eines der wichtigen Themen innerhalb der nächsten 24 Monate sein wird. Die Schlagzeilen werden lauten: „Stromausfall plagt den Nordosten der Vereinigten Staaten." Und das gleiche wird auch die westlichen Vereinigten Staaten betreffen. Und den Südosten. Und Teile des Mittleren Westens.
Während der Präsidentschaftskampagnen haben sie doch nicht über Stromausfälle gesprochen, oder? Ich wüsste nicht, warum nicht. Alle Insider wissen Bescheid. Um genau zu sein, sind Stromausfälle und Preisspitzen in der staatlichen Wirtschaft vorprogrammiert. Die Leute, die diese Dinge verfolgen, sind sich dessen ziemlich sicher. Es ist nur eine Frage, wann genau die Lichter anfangen werden zu flackern.
Wir haben schon ein Beispiel eines regionalen Stromausfalls erlebt. Erinnern Sie sich noch an den Stromausfall am 14. August 2003. Fast im gesamten Nordosten der Vereinigten Staaten ging das Licht aus - allerdings ereignete sich der Stromausfall am hellichten Tage. Die Auswirkungen waren für 50 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten und in Kanada direkt greifbar.
Die Wolkenkratzer haben einfach nicht mehr funktioniert - es gab keine Aufzüge mehr, kein Licht, kein Wasser, kein gar nichts. In den Operationssälen der Krankenhäuser ging das Licht aus. Verkehrsampeln funktionierten nicht mehr und die Leute fanden sich inmitten eines sofortigen Verkehrsinfarkts wieder.
Wenn das Benzin ausging, dann gab es keinen Strom mehr für die Pumpen an den Tankstellen. Kühlschränke hörten auf zu brummen und gewaltige Mengen an Lebensmitteln sind verdorben. Schienenfahrzeuge fuhren nicht mehr - von den Streetcars in Toronto bis hin zu den U-Bahnen in New York und Amtrak und den Güterzügen in der Mitte des Nirgendwo. Die Flugaufsichtsbehörde musste mit den Piloten in der Luft über batteriebetriebene Walkie-Talkies kommunizieren. Abwassersysteme mussten dichtgemacht werden, und eine Menge von Sie-wissen-schon sammelte sich in den tiefer gelegenen Gebieten.
Der Stromausfall von 2003 war eine schlechte Nachricht, auch wenn er nur kurz andauerte. Und danach ging alles in den Vereinigten Staaten wieder seinen gewohnten Gang. Alles lief wieder (wenn sie den Ausdruck bitte entschuldigen möchten) „normal".
Blickt man zurück, dann haben es die Stromversorger doch geschafft, den Strom wieder laufen zu lassen, nicht wahr? Und die Experten haben den Ursprung des Problems doch untersucht, oder nicht? Die Leute, die alles über Stromnetze wissen, haben das Problem gelöst, oder? Es wird doch nicht wieder passieren? Und das amerikanische Stromnetz hat doch noch viel Kapazität bei der Energieerzeugung, oder? Und dann gibt es noch viele Möglichkeiten, die Energie von einer Region in eine andere zu leiten, oder?
Nein, so ist nicht.
Anfang der Woche habe ich eine privat finanzierte Präsentation über die amerikanische Energiepolitik besucht. Der Hauptredner war ein Mitglied des Lehrkörpers der Carnegie Mellon Universität. Dieser Typ befasst sich seit 40 Jahren und mehr mit Elektrizität. Er hat Berichte für die National Academy of Sciences. Wenn die Leute bei der amerikanischen Energiebehörde eine Frage zur Elektrizität haben, dann rufen sie diesen Professor der Carnegie Mellon Universität an.
Die Nachrichten sind nicht gut. Im Jahr 2007 gab es fast 144 neue Kohlekraftwerke auf den Zeichenbrettern der amerikanischen Energieversorger. Aber, sagte der Professor, „davon wird vermutlich kein einziges gebaut."
Und tatsächlich: „Die Elektrizitätsindustrie befindet sich in den Vereinigten Staaten in einem miserablen Zustand", sagte er. Man kann also damit rechnen, dass lokale und regionale Stromausfälle in den folgenden fünf Jahren zu verbreiteten Vorfällen werden. Aber die ersten vereinzelten Fälle von Spannungs- und Stromausfällen werden uns schon viel früher treffen."
Warum gibt es eine so düstere Prognose? Weil die Deregulierung der 1990er verpfuscht war. Laut dem Elektrizitätsexperten der SMU hat die verfälschte Deregulierung „Investitionen verzögert, die Preise angehoben und zu immer mehr Unsicherheit geführt." Und jetzt wollen wenige Versorger oder ihre Geschäftsführer politische, regulatorische, technische oder finanzielle Risiken eingehen. Daher ist der gesamte, langfristige Planungszyklus zum Erliegen gekommen.