Die deutsche Wirtschaft wächst – ohne neo-keynesianische Methoden
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 3. September 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Aus Deutschland erreichen mich Nachrichten eines bemerkenswerten Wiederaufstiegs. Die deutsche Wirtschaft ist im letzten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 2,2% gewachsen, das war der beste Wert seit der Wiedervereinigung. Wenn so ein Wachstum jedes Quartal erzielt würde, wäre das ein Jahreswachstum von fast 9%.
Das starke Wachstum stärkt die Überzeugung, dass die deutschen Arbeiter und Unternehmen in den letzten Jahren die notwendigen kurzfristigen Opfer gebracht haben, um den langfristigen Erfolg zu sichern. Bei den europäischen Partnern war das nicht so. Und es zeigt, dass die deutsche Regierung mit der Finanzkrise und der schmerzhaften Rezession besser als die USA umgegangen ist (die die Welt - niemals sollte man das vergessen - in die Krise gebracht haben).
Deutschland hat Kurzarbeit subventioniert, anstatt Leute zu unterstützen, nachdem sie ihren Job verloren haben. Das war der direkteste Schritt. Aber die Wurzel des durch den Export angetriebenen Erfolgs Deutschlands reicht zurück zu den schmerzhaften Restrukturierungen der vorigen Regierung des Kanzlers Gerhard Schröder.
Indem Deutschland Reformen durchgeführt hat, hat es sichergestellt, dass es seinen Weg zum Wachstum durch Export gehen konnte, indem wettbewerbsfähige Unternehmen Autos und Maschinen lieferten, welche die Volkswirtschaften der Welt - der Emerging Markets und der Industriestaaten - verlangten.
Die Deutschen haben keinen mit Schulden angefeuerten Konsum-Boom gehabt. In der Rezession hat Kanzlerin Angela Merkel der Versuchung widerstanden, die Staatsausgaben zu drastisch steigen zu lassen - während die USA und einige EU-Staaten dachten, das sei notwendig, um wieder zu Wachstum zu kommen.
Wie die letzten Zahlen zeigen, erzielt Deutschland höhere Gewinnmargen als seine Nachbarn, was Sorgen vor einem Europa der „zwei Geschwindigkeiten" entstehen lässt, was den Euro instabil werden lassen könnte.
Die französische Wirtschaft ist im zweiten Quartal nur um 0,6% gewachsen, in Spanien lag das Plus bei 0,2%, während Griechenlands Wirtschaft um 1,5% schrumpfte.
Wie mir die Deutschen gefallen? Sie ignorieren Tim Geithner, Martin Wolf, Paul Krugman und all die anderen Neo-Keynsianer und Besserwisser. Stattdessen halten sie sich an die „basics". Sie ermutigen Arbeit und Produktivität. Und jetzt, sollte man es nicht wissen? Die teutonischen Ameisen gewinnen Marktanteile von ihren Grashüpfer-Wettbewerbern.
Erinnern Sie sich, wie Wolf und andere den Deutschen sagten, sie sollten nicht so hart arbeiten? Angela Merkel sollte die Löhne in Deutschland steigen lassen...und die Staatsausgaben drastisch erhöhen. Es wurde gesagt, dass die Deutschen zu viel produzieren, zu hart arbeiten, und sich zu wenig erholen.
„Ihr solltet mehr wie wir sein", sagten die Angelsachsen. Glücklicherweise hatte Angela Merkel den gesunden Menschenverstand, die zu ignorieren.
Heißt das, das die Krise für die Deutschen nun vorüber ist? Haben die einen Weg gefunden, wie ein Wohlfahrtsstaat funktionieren kann?
Vielleicht. Ohne Zweifel sind sie auf einem besseren Weg als die USA, Frankreich und Großbritannien. Aber es gibt noch einige Löcher auf dem Weg.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Michael (03.09. 2010 08:46 Uhr):
Das Problem dabei: Hungerlöhne, Reiche immer reicher, Mittelstand zerfällt, Zeitarbeit, leere Kassen bleiben! Das soll "Aufschwung" sein?
Antworten - Kommentar von GLASS STEAGALL (03.09. 2010 09:03 Uhr):
Das war jetzt der größte xxx, den Sie je verzapft haben. So mal kurz dahingeschmissen, ohne die geringste Kenntnis der Situation. Anstatt auf Ihrer Farm bzw. Indien bzw.etcetc herumzuhängen, sollten Sie wenigstens einmal längere Zeit in Deutschland gelebt haben, bevor Sie irgendwelche leere Kommentare hierüber von sich geben. Ich bin wirklich schwer enttäuscht von Ihnen, weil Ich die Situation in meinem Land beurteilen kann und mich Ihr heutiges Geschwafel an dem bisher unterstellten seriösen Hintergrundwissen bezüglich Ihrer übrigen Artikel zweifeln lässt.
Antworten - Kommentar von Akos Hanak (03.09. 2010 11:00 Uhr):
Die Deutsche Wirtschaft wächst ist richtig, aber ihre Schulden wächst auch mit sogar etwas schnelle. Die Deutschen haben sich immer gut verkaufen können (sind halt gute Lügner). Wenn man mit offenen Augen über Deutschland geht dann wird es überall die Überproduktion von Autos usw. leerstehende Wohnungen, Geschäftsräume erkennen. Die Große Zusammenbruch ist unvermwindlich es wurde nur hinausgezögert. Die Frage ist wann dieser Knall kommt ein oder erst in zehn Jahren !
Antworten - Kommentar von Heinz (03.09. 2010 11:15 Uhr):
Lieber Herr Bonner, ich bin kein Experte in Mathematik, aber ich bin sicher, daß sich aus 4 x 2,2% Quartalswachstum am Ende nur ein Jahreswachstum von 2,2% ergibt. Sie waren wohl etwas zu euphorisch!
Antworten - Kommentar von Thom (04.09. 2010 01:38 Uhr):
Diese r Beitrag ist mir zu oberflächlich, mit zu wenig makroökonischem Wissen und kompetenz. Wenn alle sich so verhalten wie die BRD, Löhne runter, Produktion hoch, soziales runter, dann gibt das ein Wettlauf in die Depression wie verrückt. bedenkt man, dass dieser befeuerte Wettbewerb dann noch in einer Einheit mit gleicher Währung stattfindet, dann kann das nie gutgehen. Also bitte etwas mehr fundiertes Wissen, Biertischargumente höre ich jeden Tag..
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- Kommentar von Andy (07.09. 2010 14:32 Uhr):
Der Bürger wird ausgeraubt, seit 15 Jahren im Lohn beschnitten und der Binnenkonsum abgewürgt. Aber wir sind Export-Machos. Dieser Artikel strotzt vor ökonomischen Halbwahrheiten, politischer Propaganda und populistischen Schlagworten. Kriegen Sie dafür von unserer BRDDR-Regierung Geld...???
Antworten - Kommentar von Conrad (08.09. 2010 10:28 Uhr):
Was nützt es dem deutschen Volk, wenn der erwirtschaftete Gewinn nach Brüssel, Griechenland und anderswo hin fließt, die Menschen hier aber wenig davon haben? Wie kann es sein, dass die Franzosen nach 41 Arbeitsjahren ihre volle Rente beziehen können? Renteneintrittsalter noch mit 60 während wir 45 Jahre arbeiten müssen und mit 65 Jahren erst die voll Rente erhalten. Die Lebenserwartung und die Produktivität dürfte sich nicht groß unterscheiden. Warum lassen sich die Menschen in Deutschland das gefallen? Haben die was im Tee, was die Franzosen nicht haben?
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