Die Demokraten ziehen ein
Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 09. November 2006 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
mit Sicherheit ist es keine Neuigkeit mehr für sie, wie die Ergebnisse der letzten Wahlen in den USA ausgefallen sind. Sieg für die Demokraten auf der ganzen Linie. Dabei war es viel weniger eine Pro-Demokraten oder Gegen-Republikaner Wahl, als vielmehr eine Anti-Bush Kampagne.
Bush opfert Rumsfeld
Die US – Kongresswahlen haben sich zu einem Fiasko für den amtierenden Präsidenten Bush entwickelt. Nach 12 langen Jahren zogen die Demokraten zum ersten Mal wieder mit wehenden Fahnen in den Kongress ein und erreichten zunächst die Mehrheit im Repräsentantenhaus, indem sie den Republikanern 30 Sitze abrangen. Schon allein dies muss den Republikaner Bush missmutig gestimmt haben.
Aber dann auch noch der Senat
Heute wurde bekannt gegeben, dass der bis zuletzt hart umkämpfte Senatsposten von Virginia nun doch an die Demokraten gefallen ist. Ein über alle Massen missmutiger Bush ist wohl das Ergebnis. Virginia ist damit bereits der sechste Senatssitz den die Demokraten den Republikanern abgerungen haben.
Allerdings mussten die Republikaner auch herbe Niederlagen in den Rennen um die 36 Gouverneursposten beklagen. Die Demokraten stellen damit künftig die Mehrheit der 50 Gouverneure. Zusammen mit der Mehrheit im Kongress sollte den Demokraten dies erhebliche Vorteile bei den Präsidentschaftswahlen im Jahre 2008 verschaffen.
Denn sollten die Amerikaner trotz allem in 2008 wieder einen republikanischen Präsidenten wählen, würde sie diesen in die gleich Lage verfrachten in welcher nun George W. Bush steckt. Man nennet diese Lage „lame duck“.
Lame Duck – ja oder nein?
Lame Duck , zu deutsch lahme Ente bezeichnet den Zustand eines US-amerikanischen Präsidenten dessen Politik ständig durch die Entscheidungen des Kongresses blockiert wird. Etwa vergleichbar mit einem CDU – Bundestag und einem SPD – Bundesrat der die Zustimmungsgesetze des Bundestages immer wieder blockiert.
Nun ja, liebe Leser, dies sind nun eben die Nachteile des checks and balances Systems oder der Gewaltenteilung zu deutsch. Deshalb bin ich im Gegensatz zu den meisten Beobachtern auch kein extremer Gegner der gegenwärtigen chinesischen Politik und den oft zitierten "Mangel an Demokratie". An der grössten Demokratie der Welt, nämlich Indien, sehen Sie ja, wie schlecht es einem Land/Volk auch gehen kann, selbst wenn es "demokratisch" entscheidet. Aber das ist ein anderes Thema und bedarf längerer Ausführungen. Heute geht es zunächst einmal nur um die USA.
George W. versucht vorzusorgen. Als Lahme Ente will er seine Amtszeit sicher nicht beenden. Deshalb lud er nun die künftige Präsidentin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi zum Mittagessen ins Weisse Haus ein. Nancy Pelosi ist eine linksliberale 66 – jährige, die in Zukunft mächtigste Gegenspielerin des Präsidenten werden dürfte. Interessant ist, das Bush vor seiner Einladung zum Mittagessen noch nicht einmal in der Lage war ihren Namen auszusprechen. Er nannte sie lediglich : Die Person welcher Sprecherin des Repräsentantenhauses werden will.
Nun gut, Bush weiss zu wehen wie ein Fähnchen. Vielleicht nicht immer das geschickteste Fähnchen aber noch weht es .
Leider allerdings ohne Donald Rumsfeld
Leider …für Bush. Denn leicht ist es ihm vermutlich nicht gefallen sein bestes Streitross zu opfern. Aber ..wie sagt man so schön….im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt.
Rumsfeld der Createur de geurre d`iraque (Der Architekt des Irakkrieges ) war aufgrund der zunehmend ablehnenden Haltung des amerikanischen Volkes gegenüber dem Einsatz, nicht mehr haltbar.
Alors, au revoir Mr. Rumsfeld. Und das obgleich der ehemalige Verteidigungsminister mit Sicherheit besser schiessen kann als Präsidentenvize Cheney. Und Rumsfeld würde seinen Freunden sicher auch nicht eine Ladung Schrot ins Gesicht jagen … höchstens in den Rücken.
Aber dafür ist ja schliesslich auch sein Chef zu gebrauchen. ;-)
Ich hoffe Sie sind mir nicht böse liebe Leser, ob meines kleinen Ausflugs in die politische Satire. Vielleicht haben Sie ja genauso viel Spass daran wie ich.