Die demographischen Auswirkungen
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 14. Januar 2005 18:00 Uhr
ENL5454
"Das Einkommen eines Einzelnen ist niedrig, wenn er jung ist, hoch in seinem mittleren Lebensabschnitt und als Rente wieder niedrig oder nicht existent", so eine Studie der Cowles Foundation.
Außerdem ist dieser Studie zufolge die Demographie der kritischste Faktor, um Langzeitmarkttrends zu bestimmen, da das Investitionsverhalten zu großen Teilen von altersbezogenen Mustern abhängig ist. Der Report gelangt zu dem Schluss, dass jüngere Erwachsene von 20 bis 39 zu Konsumentenverhalten neigen, während 40 bis 59jährige allgemein in Aktien investieren und Pensionäre (60 +) eher dazu tendieren, Anteile zu verkaufen als sie zu erwerben: "In ihrer Jugend streben sie danach, Kredite aufzunehmen, im mittleren Lebensabschnitt investieren sie in Aktien und Obligationen und leben von diesen Investitionen im Pensionsalter."
Die Studie hält außerdem fest, dass die relative Zahl der Menschen in jedem dieser Lebensabschnitte in starker Weise auf die Darstellung des Marktes Einfluss nimmt. Wie erklärt das die Aktienmarktperformance in den Vereinigten Staaten seit den 1970ern?
Die 1970er und die 1980er waren Phasen hohen Konsums und hoher Ausgaben. Die Boomer (geburtenstarke Generation von Amerikanern) waren junge Erwachsene und man erwartete gerade dieses Verhalten von ihnen. Die Aktienkurse begannen, von den 1980ern bis 1999 zu steigen. Genau in der Periode, als die Boomer im mittleren Alter waren. Vorhersehbar – wie es der Fall in Japan gewesen war – erreichte der Aktienmarkt seinen Höhepunkt im Jahr 2000, dem Jahr, als das Verhältnis von Leuten mittleren Alters zu jüngeren Erwachsenen auf dem Höhepunkt angelangt war.
Entsprechend sollten die Aktienverkäufe durch Boomer, die sich im Pensionsalter befinden, die Käufe aufwiegen, die durch die nächste Generation im mittleren Lebensabschnitt getätigt werden. Die Studie sagt voraus, dass die generelle Ausrichtung des Marktes ungefähr bis 2018 abwärts verlaufen wird, wenn er auch zwischenzeitlich immer mal wieder eine Rally hinlegen wird.
Ein anhaltendes Gerücht während des Booms an der Wall Street besagte, dass diese Millionen Babyboomer Milliarden von US $ in Aktienfonds pumpen würden – für ihre Rente. Von diesem Strom nahm man an, dass er den Dow Jones auf die 36.000er-Marke pushen würde, was Harry Dent veranlasste, vom "größten Boom aller Zeiten" zu sprechen. Dent hat zwar den Zeitraum falsch eingeschätzt, aber es war in der Tat der größte Boom in der Geschichte.
Das war sogleich der Grund, warum dem Boom der größte Abschwung der Geschichte folgte.
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