Die Charts zur Lage: Was ist gebrochen, was kann halten?
Ronald Gehrt in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 08. Juni 2007 07:30 Uhr
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Sie sehen im Chart, dass der Dow nun innerhalb seines für „Dow Jones-Verhältnisse“ steilen Trendkanals bereits am Mittwochabend seinen 20 Tage-Durchschnitt unterschritten hatte – aber nur leicht. Das wäre gestern noch problemlos aufzuholen gewesen und die Sache wäre wieder in Ordnung gekommen. Achten Sie mal auf diesen 20 Tage-GD:
Der 20 Tage-Durchschnitt dürfte aktuell elementar sein
Seit Monaten haben der Dow, aber auch der S&P 500 und der Nasdaq 100, diese Linie immer und immer wieder verteidigt. Doch wenn sie fällt, wird es meistens brenzlig. Mit dem gestrigen markanten Verlust von fast 200 Punkten ist der 20 Tage-GD im Dow Jones nun klar gebrochen – und der März-Aufwärtstrendkanal gleich mit.
Das sind zwar bis jetzt nur 70 Punkte, die der Index darunter liegt. Aber alleine der Umstand, dass die US-Börsen Versuche, die Kurse wieder etwas hochzuziehen in der letzten halben Stunde mit einer kräftigen Verkaufswelle völlig torpedierten und alle Indizes auf Tagestief schlossen, zeigt: Entweder wir sehen heute eine glanzvolle Rallye ... oder die Wahrscheinlichkeit, dass noch allerhand nachkommt, ist immens hoch (sicher hingegen ist, Sie wissen es, an den Börsen nie etwas). Die nächste markante Unterstützung für den Dow Jones läge erst bei 12.800.
S&P und Nasdaq 100: Die nächsten wichtigen Unterstützungen
Beim marktbreiten S&P 500 war der März-Trendkanal zwar schon am Mittwoch gebrochen worden, aber der 20 Tage-Durchschnitt wurde punktgenau gehalten. Alleine in den letzten sechs Monaten wurde diese Linie zehnmal getestet. Und nur zweimal wurde sie, wenn leicht unterboten, nicht gleich am nächsten Tag wieder zurückerobert. Einmal im Januar, da dauerte es vier Tage - ohne dass aber Verkaufsdruck aufkam – und das zweite Mal Ende Februar. Diesmal kam aber keine effektive Gegenwehr. Es ist also – vorausgesetzt, heute geht es nicht kräftig aufwärts, durchaus denkbar, dass wir schnell die 1.460 als nächste Auffanglinie ansteuern.
Das sollte man als mittelfristiger Anleger mal als grobe Orientierung nehmen, ebenso wie die 12.800 im Dow. Halten diese Marken, dürfte es sich noch um eine normale Korrektur handeln. Es hilft nichts, weiter oben Stopps einzuziehen, wäre nur etwas für sehr kurzfristige Anleger, die schnell reagieren und damit leben können, dass sie ausgestoppt werden und der Markt ihnen dann blitzschnell davon läuft – denn das hat man in den vergangenen Wochen ja oft genug erlebt.
Der Nasdaq 100 hat noch am wenigsten abbekommen, aber der hatte ja die Rallye der vergangenen Wochen auch kaum mitgemacht. Dennoch ist auch hier der März-Aufwärtstrend und der 20 Tage-GD gebrochen. Als entscheidende Unterstützung muss hier die 1.850 gelten.
Brechen im Dax zwei Trendkanäle in einer Woche?
Und nun zum Dax. Im Chart sieht das Ganze eigentlich noch ganz harmlos aus ... obwohl es vom Hoch im Dax an sich 400, mit dem gestrigen nachbörslichen Handel bis 22 Uhr sogar 450 Punkte in drei Tagen nach unten ging. Kein Wunder, ging es doch zuvor in elf Wochen um 1.600 Punkte nach oben. Nun sieht es folgendermaßen aus:
Wir sind aus dem März-Trendkanal herausgefallen und unter unseren 20 Tage-Durchschnitt gefallen. Im hier abgebildeten, um 17:30 Uhr endenden Parkett-Dax mit 7.618 noch moderat, auf Basis der über den Future berechneten Kurse um 22 Uhr mit 7.558 schon recht deutlich.
Das heißt, es geht nachher gleich mal um die Zone 7.540 (Zwischenhochs Mai) und 7.480 (untere Begrenzung Juni 2006-Trendkanal). Anders gesagt: würden wir heute erneut deutlich abgeben, würden wir glatt binnen einer Woche aus zwei Trendkanälen nach unten ausbrechen! Sollte das tatsächlich passieren, lägen die nächsten Unterstützungen bei 7.350 (leicht) und 7.040 (recht markant). Hier sollte man, sofern man nicht bereits mit Break des März-Trendkanals und des 20 Tage-GD, den ich ja regelmäßig als immens wichtig herausgestellt hatte, ausgestiegen sein, unter 7.480 als mittelfristiger Anleger zumindest einen größeren Teil der Positionen abbauen, langfristigere Anleger sollten sich an der 7.040 orientieren.
Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende – bis Montag!
Ronald Gehrt
The Daily Observer



