Die Bombe im Osten
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 18. Februar 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
wer von uns ist dank Finanzkrise nicht ständig auf die USA und die Horrormeldungen, welche von dort kommen, fixiert?
Währenddessen brennt es in Europa aber an einem ganz anderen Ort viel schlimmer und die Situation ist alles andere als unter Kontrolle.
Laut Stephen Jen, Währungschef bei Morgan Stanley, steht Osteuropa beim Ausland mit $1.7 Billionen in der Kreide, wovon das meiste kurzfristig rückzuzahlen ist. Alleine die nächsten Monate werden $400 Milliarden fällig, was einem Drittel des BIP in dieser Region entspricht. Die einzige Lösung hierfür ist wohl die Kredite zu verlängern bzw. zu versuchen zu refinanzieren, doch möchte niemand hierfür neues Geld geben.
Besonders hart trifft es die Banken in Österreich, denn diese haben sich mit ca. 230 Milliarden Euro in diesem Problemraum exponiert, was ca. 70% des BIPs des Landes entspricht. Der verzweifelte Versuch des österreichischen Finanzministers Pröll, ein Rettungspaket von 150 Milliarden auf den Weg zu bringen, scheiterte.
Aber auch eine Reihe von anderen Ländern, wie etwa die Schweiz, ist von diesen Entwicklungen stark betroffen. Die Schweiz steht z.B. durch polnische Kredite und dank der Vielzahl weiterer Problembereiche der Schweizer Banken vor einer Reihe von ernsten Problemen. Erste Ökonomen prognostizieren den Eidgenossen bereits ein ähnliches Schicksal wie Island, da die erwartete Ausfallquote der Ostkredite stark über dem liegen sollte, was die sowieso schon angeschlagenen Schweizer Banken werden verkraften können.
Ich empfehle nicht nur aus diesem Grund, nicht dem Irrglauben zu verfallen, der CHF sei eine sichere Währung, über die man sich keine Gedanken machen müsse. Auch empfehle ich den CHF ausdrücklich nicht mehr als Anlagewährung oder zum "Parken".
Eine vernünftige Absicherungsbasis besteht m.E. aus physischen Edelmetallen, nicht aus Papier. Nachdem ich nun schon seit Monaten hierzu rate, hoffe ich, dass jeder von Ihnen zugegriffen hat und sich über die Kursanstiege der letzten Wochen genauso freut wie ich.
Beste Grüße
Alexander Hahn
P.S.: Wer mehr wissen möchte zum Thema "Krise in Osteuropa", sei u.a. auf den Artikel im "Daily Telegraph" zu diesem Thema verwiesen.