Die Bollinger Bänder-Leitplanken für die Kursschwankung
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 23. Oktober 2007 08:30 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
mit der bisherigen Behandlung der Indikatoren MACD und RSI haben wir uns ein wenig Rüstzeug für die Zustandsbeurteilung eines Basiswertes zugelegt angelegt. Nun gilt es festzulegen, in welchen Schwankungsräumen sich eine Bewegung auf kurze bis mittlere Sicht abspielen könnte.
Hierzu hat sich ein Mann namens John Bollinger Gedanken gemacht. Er entwickelte eine Untersuchungsmethode, die mittels gleitender Durchschnitte einhüllende Linien(Bänder) produzierte, die nach unten und oben verschoben werden können. Gegenüber der normalen Verschiebung gleitender Durchschnitte um einen festen Prozentsatz nach oben und unten hat Bollinger die Standardabweichung als Maß für eine variable Verschiebung festgelegt. Diese berücksichtigt die Volatilität (Schwankungsbreite) des zugrundeliegenden Wertes.
Um es nicht zu mathematisch werden zu lassen: Die Definition der Standardabweichung ist in Wikpedia einzusehen. Da es aber weniger um die Details der Mathematik, als die Anwendung des Indikators geht, gleich zum praktischen Nutzen.
Der vorliegende Chart des DAX vom gestrigen Montag zeigt, dass der untere Rand des Bollinger Bandes eine zusätzliche Stützfunktion für den Index gehabt hat. Am oberen Rand des Chartbildes können Sie unter dem Kürzel BBD in roter Schrift die Werte für den oberen und den Rand, zwischen denen der Kurs normalerweise hin und her schwankt, ablesen. Die gestrichelte Linie stellt den Durchschnittswert da. Bewegt sich der Kurs darüber, ist dies positiv im Sinne des kurzfristigen Trends zu interpretieren, bewegen sie sich darunter ist dies ein negatives Zeichen. Aktuell befindet sich der DAX nach der Interpretation der Bollinger-Bänder auf dem absteigenden Ast.
Dass der DAX am Rand des Bandes zunächst abgedreht hat bedeutet aber nicht, dass ein möglicher Ausbruch aus dem Band auf der Unterseite unmöglich geworden ist. Im Gegenteil: Wird das Band „durchhandelt“, ist ein Fortbestehen des eingeleiteten Trends sehr wahrscheinlich.
Weitere Interpretationen: Verengt sich ein Band durch eine gesunkene Volatilität, steht oft eine heftige Preisbewegung bevor (siehe Techem gestern im MDAX). Gipfel und Tiefpunkte, die sich außerhalb der Bandbreite bilden und innerhalb wiederholen, deuten auf eine bevorstehende Trendwende hin.
