Die Börsen feiern EFSF-Party: Commerzbank mit 16% Tagesgewinn
Cindy Bach in Insider Daily
vom 28. Oktober 2011, 14:30 Uhr
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es war zu erwarten und auch wieder nicht. Am Mittwoch unterhielten wir uns im Büro natürlich über den möglichen Ausgang des Euro-Gipfels in Brüssel. Ein Kollege war der Meinung, dass es in dieser Nacht wohl nicht zu einer Lösung kommen wird. Ich zweifelte auch, waren die Fronten zum Teil ja durchaus verhärtet, die Forderungen gingen zum Teil weit auseinander. Andererseits war mir auch klar, dass die EU etwas auf die Beine stellen muss. Ohne Ergebnisse konnte man diesen Gipfel nicht zu Ende bringen. Die Erwartungen waren einfach zu groß. Schließlich hatten sämtliche Medien vom "Entscheidungstag für Europa und den Euro" gesprochen.
Nun: es gab Ergebnisse. Und die erfreuten, wohl nicht den "kleinen Mann", aber doch Griechenland, die Banken und den Großteil der Börsenakteure. Das Maßnahmenpaket zur Abwehr der Schuldenkrise enthält nämlich unter anderem ein neues Hilfspaket für Griechenland mit einem Schuldenschnitt sowie eine Stärkung des Rettungsfonds EFSF. Der DAX und die Bankenwerte feierten gestern deshalb EFSF-Party, denn zunächst" scheint die Gefahr eines Kollapses von Europa und Euro gebannt.
So konnte beispielsweise der DAX gestern den höchsten Tagesgewinn seit mehr als zweieinhalb Jahren einfahren. Der deutsche Leitindex schnellte um 5,35% auf 6.338 Punkte nach oben und hat damit seit seinem Jahrestief Mitte September mehr als 25% dazu gewonnen. Der MDAX kletterte um 3,88% auf 9.387 Punkte, der TecDax stieg um 1,89% auf 718 4 Punkte. Zu den größten Gewinnern auf dem Börsenparkett zählten wie erwartet die Bank-Titel. Hier konnten teils prozentual zweistelligen Gewinnen eingefahren werden. Die Aktien der Deutschen Bank sprangen um 15,35% nach oben, die Commerzbank-Papiere legten an der DAX-Spitze um 16,49% Prozent auf 2,035 Euro zu. Die Bank braucht laut Finanzvorstand Eric Strutz nach den beim EU-Gipfel festgelegten Kapitalregeln nun kein neues Staatsgeld mehr. Aktienhändler Michael Harbisch von Jefferies sagte: "Viele Investoren, die mit einer Enttäuschung vom EU-Treffen gerechnet hatten, drängen nun in den Markt. Dieser Anlagebedarf wird in den nächsten Tagen voll zum Tragen kommen."
Auch die Wall Street verbucht deutliche Zuwächse
Auch die Wall Street zeigte sich gestern beflügelt von dem Ausgang des EU-Gipfels. 2.713 Kursgewinnern standen gestern nur 393 Verlierer gegenüber. In Index-Punkten ausgedrückt sieht das wie folgt aus: Der Dow-Jones-Index stieg um 2,9% bzw. 340 Punkte auf 12.209 und schloss damit erstmals seit August wieder über der Marke von 12.000 Punkten. Der S&P 500 legte um 3,4% auf 1.285 zu. Der Nasdaq Composite kletterte um 3,3% auf 2.739.
Die Börsenakteure in Manhatten zeigten sich vom Ausgang des EU-Gipfels erleichtert: Der beschlossene Schuldenschnitt für Griechenland, die Rekapitalisierung der Banken und die Absichtserklärung für eine stärkere Feuerkraft des Euro-Rettungsfonds über ein Hebeln der Summe - all das lässt die Sorgen vor einem Worst Case für Europa und seine Wirtschaft erst einmal verschwinden. Selbst etwas schwächer als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten vermochten die Stimmung nicht zu trüben. So stieg das US-Bruttoinlandsprodukt ersten Berechnungen zufolge im dritten Quartal um annualisiert 2,5% gegenüber dem vorangegangenen Quartal, während Ökonomen ein Plus von 2,7% erwartet hatten.
Auch im US-Handel führten die Bankenwerte den Markt an. Aktien der Bank of America stiegen um 9,4% auf 7,21 US-Dollar und für J.P. Morgan ging es um 8,3% auf 37,02 US-Dollar nach oben. Größter Gewinner im DJIA war indessen Alcoa. Die Aktie des Aluminiumkonzerns, die besonders sensibel auf konjunkturelle Veränderungen reagiert, legte um 9,5% auf 11,34 Dollar zu.
Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.
Ihre
Cindy Bach