Die Börse im Rausch von Optimismus und Zuversicht

in Insider Daily
vom


von Cindy Bach

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

willkommen in Woche Nummer 21 des Börsenjahres 2008. Werfen wir also wie üblich am Montag zunächst einen kurzen Blick zurück und schauen anschließend was uns diese Woche so alles erwartet.


Eine positive Börsenwoche liegt hinter uns. Der DAX legte genauso zu wie die amerikanischen Aktienindizes. Dass der DAX über der wichtigen 7.100-Punkte-Marke am Freitag aus dem Handel gehen konnte, beglückte insbesondere die Chartexperten.

Chart

Mit Überwindung dieser Widerstandszone hat sich das charttechnische Bild nämlich deutlich aufgehellt, was weitere Anschlusskäufe wahrscheinlich macht.

Und das obwohl weder die Nachrichten aus dem US-Konjunkturlager wirklich gut waren, noch der Ölpreis mit seinem neuen Preisrekord (128 Dollar je Barrel) sich förderlich für die Aktienmärkte entwickelte. In den USA sank die Industrieproduktion im April um 0,7 Prozent. Der Empire State Index, der die Tätigkeit im produzierenden Gewerbe in der Region New York misst, sank im Mai wieder unter die Nulllinie und deutet damit ein weiteres Zusammenschrumpfen der Produktion an.

„Good news“ gab es dennoch, unter anderem von der Inflation: Hier stieg der Konsumentenpreisindex nur um 0,2 Prozent und damit etwas schwächer als erwartet. Und auch die Neubaubeginne wuchsen im April um 8,4 Prozent an. Auch hierzulande gab es mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent in Deutschland im ersten Quartal 2008 Balsam auf die Wunden der angstvoll in die Zukunft blickenden Schwarzseher für die hiesige Wirtschaft.

Also alles doch gar nicht so schlimm? Jaein. Sicher sind 8,4 Prozent mehr Neubauten positiv zu werten. Doch wenn man mal genauer hinterfragt, was da neu gebaut wird, zeigt sich schnell, dass an dieser Wachstumsquote nicht alles gut ist. Denn die Neubaubeginne stiegen fast ausschließlich im Bereich der Mehrfamilienhäuser. Das heißt, es werden viele Mietwohnungen gebaut. Hier geht es also weniger um eine Erholung des normalen Markts für Einfamilienhäuser, sondern schlicht und ergreifend um den Neubau von Mietwohnungen für genau die Familien, die nach dem Platzen des „Traums vom Eigenheim“ nun in eine Mietwohnung ziehen müssen.

Schlimm hingegen ist und bleibt die Preisentwicklung beim Öl. Wer hier auf eine Entspannung gehofft hatte, wurde auch vergangene Woche wieder enttäuscht. Bis zum Wochenschluss war der Preis für ein Fass bis auf 127,82 Dollar geklettert und hatte damit seinen rasanten Anstieg ungebremst fortgesetzt. Die Investmentbank Goldman Sachs goss sogar noch „Öl ins Feuer“ als die Experten vor wenigen Tagen erklärten, sie gehen wegen des knappen Angebots bis zum Jahresende von immer weiter steigenden Ölpreisen aus. Also auch wenn sich seit Mitte Mai 2007 der Ölpreis fast verdoppelt, scheint das noch nicht das Ende zu sein.

Hewlett Packard als "Alles gut"-Paradebeispiel

Was aber sorgt dann momentan für die positive Stimmung an den Börsen, wenn alles doch gar nicht so toll ist? Zum Teil werden es die positiven Unternehmensergebnisse und -nachrichten gewesen sein und zum anderen Teil der an die Börse zurück gekehrte Optimismus. Hewlett Packard zum Beispiel glänzte erst am Donnerstag mit ansprechenden Q2-Zahlen und einer Prognoseanhebung für 2008 und gab dann zum erfolgreichen Wochenausklang auch noch die Übernahme von EDS bekannt.

Brachenexperten gefiel vor allem die Übernahme. Sie trauen dem führenden US-Technologiekonzern nach der angestrebten Übernahme des IT-Beraters eine höhere Vertriebskraft für eigene Produkte zu. Und es signalisiert den Börsianern: Wenn die Unternehmen noch genug Geld für Übernahmen besitzen, kann es der Wirtschaft nicht wirklich so schlecht gehen, wie ihr momentan nachgesagt wird. Die Börsen sind momentan von einer tiefen Zuversicht auf ein gutes zweites Halbjahr 2008 geprägt. Lassen wir uns mal anstecken.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche.

Ihre
Cindy Bach

von
Cindy Bach
Cindy Bach

Cindy Bach nimmt in ihrem Börsennewsletter Insidergeschäfte unter die Lupe. Sie stellt regelmäßig „Directors’ Dealings“ vor - zum Vorteil ihrer Leser.

Information zu alt? Chance verpasst? Geld verschenkt?
Der Börsenbrief von Cindy Bach: "Aktien-Monitor"


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben