Die Blase, die keine ist
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 27. August 2010, 19:00 Uhr
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Heute möchte ich auf einen Punkt eingehen, der meine gesamte mittel- bis langfristige Anlagestrategie beeinflußt - und der an der Börse völlig missverstanden wird: Es geht um die unglaubliche Verschiebung von Kapital aus den Aktienmärkten in die Anleihemärkte - und das, obwohl die Zinsen der Anleihen völlig am Boden liegen.
Dieses Phänomen gilt besonders für die USA, findet sich aber auch in Europa. Vielerorts lesen und hören Sie deshalb von einer gewaltigen "Anleihenblase". Das ist falsch! Und es ist extreme wichtig, dass Anleger diesen Punkt richtig verstehen. Ja, wir haben eine Überhitzung im Anleihemarkt.
Aber es ist keine Blase. Noch mal: Keine Blase bei den Anleihen. Was die Analysten und Experten, die aufgrund historischer Vergleiche lauthals nach einer Blase schreien, völlig außen vor lassen, ist, dass diese historischen Vergleiche falsch sind.
Denn wir erleben derzeit einen historischen dmeographische Wandel, den es so noch nie gegeben hat. Deshalb sind die historischen Vergleiche falsch. Die Industrieländer, von den USA bis Deutschland, überaltern.
In den Industrieländern kommen die Babyboomer-Generation, die für den Anstieg der Aktienmärkte in den vergangenen Jahrzehnten hauptverantwortlich war, nach und nach ins Rentenalter. Und das bedeutet: Diese Generationen ziehen ihre Gelder immer mehr aus den volatilen Aktienmärkten in die sichereren Anleihenmärkte um.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von rentensparer (28.08. 2010 14:45 Uhr):
ja, ja - die Babyboomer. Und was passiert, wenn die Babyboomer in Rente gehen und ihre vermeintlich sicher angelegten Vermögenswerte einlösen wollen ? Damit die Anleihenpreise dann oben bleiben und die Anleihenhalter keine Vermögensverluste erleiden - muss das aber entweder von der Angebots- oder der Nachfrageseite ( oder von beiden) Unterstüzung finden. Im ersten Fall bedeutet das Schuldenabbau - hats in der US-Geschichte aber noch nie gegeben, jedenfalls nicht ohne die Anleihepreise damit in den Keller zu schicken. Im zweiten Fall würde das bedeuten, dass jemand anderes für die ausfallenden Babyboomer als Anleihenkäufer auftaucht. Ja wer sollte denn das sein ? Die Japaner ? - nein, die haben ein noch größeres demografisches Problem. Oder die Notenbanken, die die Schulden ihrer eigenen Regierung aufkaufen ? - sicher kein über Generationen tragfähiges Modell !
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