Die Blase bei Social Media-Internetaktien läuft schon
Daniel Wihelmi in Profit Radar
vom 22. Juli 2011, 19:00 Uhr
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In der letzten Ausgabe habe ich Ihnen einen der schwersten Fehler benannt, den man in einer Aktienblase machen kann: Den Versuch, nach der Aufwärtsbewegung dann auch noch das Platzen der Blase mit Short-Derivaten zu timen - und damit doppelt zu verdienen. In der Theorie klingt das gar nicht so schwer, wenn man sich die Charts dann im Nachhinein anschaut.
Aber die Realität sieht anders aus: Für jeden einen Short-Trader, der tatsächlich Geld mit der platzenden Blase verdient hat, gibt es locker 10 Short-Trader, die es zuvor komplett verbrannt hat. Denn Blasen dehnen sich immer stärker aus (und dauern damit länger), als man es erwartet.
Ich kenne in der Branche verdammt viele Leute. Sie können mir glauben: Es gibt in Wirklichkeit kaum jemanden, der beide Seiten (Auf- und Abwärtsbewegung) konsequent erfolgreich traden kann. Lassen Sie sich da nichts erzählen. Nach meinen Erfahrungen können 90% der Börsianer nur eine Phase nachhaltig erfolgreich handeln (von Glückstreffern mal abgesehen): Entweder die Aufwärtsbewegung oder die Abwärtsbewegung.
Aber so gut wie nie beide Bewegungen - und schon gar nicht kurz hintereinander. Denn für Long- und Short-Trades sind ganz unterschiedliche psychologische Eigenschaften und Marktwahrnehmungen notwendig. Das können nur wenige Investoren. Trader können das, weil sie nur auf die Charts achten. Aber die haben dafür andere Probleme.
Ich gebe ehrlich zu: Ich kann das nicht. Aber ich brauche es auch gar nicht zu können, wenn ich vorher bei weiten Teilen der Aufwärtsbewegung mit dabei war. Wenn Sie frühzeitig in der Blase eingestiegen sind, dann machen Sie so große Gewinne, dass Sie die Abwärtsbewegung auslassen können.