Die Bedenken von BP
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 23. August 2007 20:45 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
Sie alle wissen, dass wir inzwischen nicht mehr nur mit raffiniertem Erdöl im Tank umherfahren.
Ein Teil des von uns in der EU, insbesondere in Deutschland genutzten Kraftstoffes ist Bioethanol oder Biodiesel.
Pflanzen im Tank – das ist grün, schick und hält die Umwelt sauber. Passt also hervorragend ins Flaggschiffkonzept der Bundesregierung – der Reduktion von CO2 Emissionen.
Die deutschen Vorreiter
Ja, die Deutschen haben sich die Bekämpfung des Klimawandels auf die Fahne geschrieben. Wenn es sein muss mit allen Mitteln, auch mit Raps.
Kein Wunder, dass am 13. Juli die deutschen Umwelt-und Agrarministerien sich dazu entschlossen haben, den Anteil der Biokraftstoffe am Benzin und Diesel schnellstmöglich noch weiter zu erhöhen.
Gegenwärtig beträgt der Anteil der Biokraftstoffe 5 %. Bis zum Jahr 2010 soll der Anteil auf 10 % erhöht werden.
Im Jahr 2020 dann sollen wir uns mit einem Gemisch, welches 17 % Biokraftstoff enthält fortbewegen.
BP äußert Bedenken
Mineralölkonzern BP sieht in diesem Zusammenhang allerdings Probleme auf die deutschen Automobile zukommen.
Nicht etwa weil BP sich gegen die Biokraftstoff- Idee sperren würde…
Die Grundstoffe, so Peter Sauermann, Vorstand der Abteilung Produkt Entwicklung bei BP Tochter Aral sind das Problem.
Denn Bioethanol aus Weizen oder Zuckerrüben, so wie Biodiesel aus Raps dürften bei einem höheren Anteil als 5 % am Treibstoffgemisch zu ernsthaften technischen Schwierigkeiten am Automobil führen.
Ohne Modifikationen an den Motoren, glaubt er, sind die neuesten Vorgaben der Bundesregierung nicht umzusetzen.
Damit könnte er Recht haben! Warum sonst sollten sich die Automobilkonzerne, gemäß der Aussage des deutschen Ministeriums für Landwirtschaft, dazu bereit erklärt haben künftig die Verbrennungsmotoren dahingehend zu verändern, dass sie in der Lage sein werden das neue Kraftstoffgemisch zu verwenden?!
Leider glaube ich nicht, dass die das umsonst machen werden! Allerdings hatte ich auch nicht vor mir innerhalb der nächsten zwei Jahre ein neues Auto zuzulegen!
Doch zurück zum Thema! Als Rohstoffdaily Leser kennen Sie sicher meine Einstellung gegenüber Raps zur Verwendung als Biodiesel. Die Energieeffizienz bei Raps ist äußerst gering. Soll heißen, zur Produktion von Biodiesel aus Raps steckt man schlussendlich wesentlich mehr Energie rein, als man später wieder rausholen kann…
Sinnvoll ist der Anbau von Raps in deutschen Landen sowieso nur aufgrund der Agrarsubventionen.
Zudem weist Biodiesel gegenüber reinem Rapsöl einen geringeren Energiewert auf, was zu einem höheren Kraftstoffverbrauch führt. Außerdem ist Biodiesel ein aggressiver Kraftstoff der zu schädigender Langzeitwirkung an zum Beispiel Dichtungen und Einspritzpumpen führen kann.
Nun gut, als Rohstoff für Biodiesel eignen sich grundsätzlich ja noch andere Pflanzenöle.
So zum Beispiel das Palmöl. Allerdings flockt dieses bereits bei Zimmertemperatur aus und weist einen nicht unerheblichen CO2 Ausstoß bei Verbrennung auf. Überdies kann ich mir nicht vorstellen, dass deutsche Umweltschützer die Abholzung tropischer Wälder zugunsten von Palmölplantagen gut heißen.
Wie dem auch sei, ich will mich ja nicht gegen den Fortschritt als solchen stellen! Allerdings bin ich nicht die Einzige die Vorbehalte gegenüber den von den Deutschen favorisierten Biokraftgrundstoffen hat.
BP hat neben seinen Bedenken, auch gleich ein paar Alternativvorschläge eingebracht…
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