Die Arbeitsmarktdaten und die Auswirkung auf den Goldpreis
Dominque Braun in Investors Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 7. September 2010, 18:00 Uhr
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schon oft haben wir uns hier an dieser Stelle über diverse Faktoren unterhalten, die eine Auswirkung auf den Goldpreis haben können oder auch haben. Ein Faktor war dabei auch das Thema rund um Wirtschaftsdaten. Ein gutes aktuelles Beispiel dafür waren die veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, den 3. September.
Die ganze Woche über konnte sich der Goldpreis gegenüber zur Vorwoche eigentlich teilweise recht deutlich behaupten. Zeitweise konnte der Preis des Metalls auf etwas über 1.250 Dollar pro Unze ansteigen, auch als teilweise gute Wirtschaftsdaten schon vor dem Freitag veröffentlicht wurden und dies normalerweise einen eher kursbelastenden Effekt auf den Goldpreis haben kann.
Am vergangenen Freitagnachmittag wurde dann das Augenmerk auf die Arbeitsmarktdaten in den USA gerichtet. Pünktlich um 14:30 Uhr MEZ wurden die Daten veröffentlicht und ein wenig Optimismus wurde dabei versprüht. Zwar musste im August die Arbeitslosenquote wie erwartet einen leichten Anstieg von 9,5 auf 9,6% hinnehmen, aber bei den neugeschaffenen Stellen im nichtverarbeitenden Gewerbe gab es eine doch recht positive Überraschung. Nachdem Volkswirte im Vorfeld mit einem Stellenabbau von 105.000 gerechnet hatten, lag der tatsächliche Abbau mit 54.000 nur halb so hoch. Licht am Ende des Tunnels, denn Marktteilnehmer werteten diese Zahlen in Verbindung mit anderen veröffentlichten Daten Tage zuvor als ein Indiz für eine sich langsame erholende Wirtschaft in den USA und auch am US-Arbeitsmarkt.
Unterschiedliche Preisreaktionen
Während die Aktienmärkte auf die Veröffentlichung der genannten Daten am Freitag recht positiv reagierten, sah man ein etwas anderes Bild bei der Betrachtung des Goldpreises:
Abb.1: Auf diesem 5-Tageschart sehen Sie die Entwicklung des Goldpreises. Mit dem rechts eingezeichneten Pfeil erkennen Sie den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten. Deutlich können Sie den Rückgang erkennen, bevor der Goldpreis 1,5 Stunden später wieder etwas anziehen konnte (Quelle: Bloomberg).
Im Wochenvergleich konnte sich der Spot-Goldpreis mit einem Plus von 0,70% auf 1.246,75 Dollar pro Unze immer noch positiv behaupten. Aber die negative Preisreaktion auf die Veröffentlichung der doch eher positiven Arbeitsmarktdaten machte einmal mehr klar, was für eine Auswirkung Wirtschaftsdaten auf den Goldpreis haben kann. Denn je positiver die Wirtschaftsdaten, desto belastender kann die Reaktion für den Goldpreis ausfallen. Der Grund liegt auf der Hand: Wenn man eher von einer weiteren positiven Wirtschaftsentwicklung in einem wichtigen Land ausgeht, dann macht es von der Rendite oftmals mehr Sinn z.B. in den dortigen Aktienmarkt zu investieren als in den Goldmarkt.
Aufwärtstrend weiter deutlich intakt
Schauen wir uns nun die aktuelle Situation des Goldpreises von der Charttechnik an:
Abb.2: Auf diesem Chart erkennen Sie die Entwicklung des Goldpreises über die vergangenen drei Jahre. Deutlich wird hier der intakte Aufwärtstrend, den ich mit einer grünen Trendlinie visuell eingezeichnet habe (Quelle: Bloomberg).
Es sieht also generell nach wie vor positiv mit dem Goldpreis aus. Die nächsten Wochen und Monate werden sicherlich weiter spannend werden, denn so richtig auf soliden Füssen stehen die weltweiten Volkswirtschaften nach wie vor nicht und es wird daher spannend bleiben, auf welchem Preisniveau sich der Goldpreis über kurz oder lang etablieren wird.
Ich wünsche Ihnen jetzt eine weiterhin gute und erfolgreiche Woche.
Mit goldigen Grüßen
Dominique Braun

