Die Anziehungskraft des Goldes
Addison Wiggin in Investors Daily
vom 09. Januar 2006 18:00 Uhr
ENL5454
Gold gewinnt für immer mehr Menschen an Anziehungskraft. Als wir anfingen, diesen Newsletter zu verschicken, da hatte Gold mit 253 Dollar den Tiefstwert in zwanzig Jahren erreicht. Niemand wollte etwas davon wissen, abgesehen von ein paar unverbesserlichen Masochisten, die das barbarische Relikt schon seit den Achtzigern in ihren Portfolios hielten. Aber in dieser Woche erhielt ich Anfragen von Leuten aller Art.
Zuletzt gab ich ein Interview bei Business Connection des öffentliche Fernsehens von Maryland (das war toll. Die Sendung hatte die Ausstattung von Louis Rujkeysers Wall Street Week geerbt.) Abgesehen von den drohenden Bundesschulden, lag das Hauptinteresse des Gastgebers bei Gold und der Frage, was der Anstieg auf 500 Dollar für die Wirtschaft bedeutet.
Auch das Magazin "Mother Jones" bat um ein Interview. Obwohl die Frau, die das Interview führte ein bisschen verdutzt war, als ich versuchte, ihr zu erklären, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem Haushaltsdefizit und einem Handelsbilanzdefizit und dass die Bundesverschuldung zur Zeit Clintons nicht verschwunden sei, war sie doch ganz aus dem Häuschen über den gestiegenen Goldpreis.
Und eine Radiosendung namens 'Open Grove' stellte mir auch Fragen. Diese Sendung wurde von einer Psychotherapeutin gegründet, die kürzlich ein Sabbatjahr genommen hat, um mit der 'Lebensberatung' weiter zu machen. Sie war hauptsächlich an den psychologischen Auswirkungen der Verschuldung, die die Leute sich aufgeladen haben, interessiert, stellte aber auch viele Fragen zu Gold und zum Goldstandard. Ich weiß nicht, ob sie je gesendet wird, aber sie schien sich auf dem Gebiet auszukennen, als es um die Rolle des Goldes bei der Durchsetzung der finanziellen Verantwortung der Regierungen ging.
Alles in allem bin ich nicht sicher, was das ganze Interesse bedeuten soll, aber der Widerspruchsgeist in mir regt sich schon.