Die amerikanischen Zinsen werden steigen
unserem Korrespondenten Addison Wiggin in Baltimore in Investors Daily
vom 10. Mai 2004 18:00 Uhr
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Die Goldanhänger haben einen neuen Freund – Osama bin Laden. Er hat demjenigen, der Paul Bremer, den US-Beauftragten für den Irak, oder den Kommandeur der US-Truppen tötet, 10 Kilo Gold versprochen. 10 Kilo ... das sind 357 Feinunzen ... das würde einem Preis von ca. 138.571 Dollar entsprechen.
Der bärtige Freak hat auch jedem, der einen amerikanischen oder britischen Soldaten oder Bürger im Irak tötet, 1 Kilo Gold versprochen. Für im Irak stationierte Soldaten aus anderen alliierten Ländern wie Japan und Italien soll es 500 Gramm ... 17,8 Feinunzen ... Gold pro Kopf geben, das sind ca. 6.929 Dollar.
Andy Smith von Mitsui Global schreibt dazu: "Zunächst ein 244 Jahre altes Zitat: Voltaire schrieb am 28. August 1760 an den Comte d'Argental: 'Wenn wir Neuigkeiten hören, dann sollten wir immer auf das Sakrament der Bestätigung warten'. Deshalb sollte betont werden, dass das, was wir als angebliche Botschaft von Osama bin Laden auf einer Website lesen konnten ( ...) noch nicht dieses 'Sakrament der Bestätigung' genossen hat."
"Wenn man annimmt, dass Osama bin Laden – wenn das wirklich seine Botschaft war – alle 132.000 US-Truppen und 24.000 Alliierte aus anderen Ländern töten will, dann impliziert das eine Long-Position beim Gold von 144 Tonnen", so Smith weiter.
Wenn man Freunde wie Osama bin Laden hat – wer braucht da noch Feinde? John Myers betont: "Der Goldmarkt ist so dünn, dass der Goldpreis explodieren würde, wenn nur jeder Tausendste der Neureichen der Welt ein paar Feinunzen des Metall des Midas kaufen würde."
Letzten Freitag hat der Goldpreis deutlich verloren.
Die amerikanischen Zinsen werden steigen – und sie werden bald steigen. Das ist ein Fakt. Oder vielleicht auch nicht. Aber es scheint wahrscheinlich. Im April wurden in den USA 288.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Und die Zahlen für Februar und März wurden nach oben korrigiert. Letzten Dienstag hat die Fed die Leitzinsen noch unverändert gelassen. Aber angesichts der neuesten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt wird sie die Leitzinsen auf ihrer nächsten Sitzung am 29. Juni wahrscheinlich um ca. 50 Basispunkte erhöhen. Anderswo haben die Zinsen schon begonnen, zu steigen. Die Bank of England hat die Leitzinsen letzte Woche schon um einen Viertel Prozentpunkt auf 4,25 % erhöht.
Wenn die Zinsen steigen, dann fallen die Immobilienpreise und die Konsumenten werden geizig. Das ist schlecht für die Unternehmen und deren Aktienkurse. Die Konsumenten sind laut der Washington Times immer noch für 71 % der amerikanischen Wirtschaftsleistung verantwortlich.
Die Rendite der langfristigen US-Staatsanleihen (30 Jahre Laufzeit) ist letzten Freitag auf 5,375 % gestiegen – ein Wochenplus von 8 Basispunkten. Auch der Dow Jones hat letzte Woche per saldo verloren ... und zwar 70 Punkte oder 0,68 %. Beim Nasdaq betrug das Minus 1 %, auf 1.937 Punkte.
"Wenn die Zinsen vom aktuellen Niveau aus steigen, dann werden die amerikanischen Konsumenten, Unternehmen und der Staat verdammt viel mehr bezahlen müssen", warnt Richard Russell. "Die Gesamtverschuldung der USA liegt jetzt bei ungefähr 22 Billionen Dollar. Das Volumen der ausstehenden Derivate ist etwa 7 Mal so hoch. Rund 85 % dieser Derivate sind zinsorientiert. Also die Wahrheit ist ... dass niemand, ich wiederhole, NIEMAND einschließlich der Fed die Antwort auf die Frage kennt, was passieren könnte, wenn die Zinsen plötzlich zu steigen beginnen."