unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom
Oh, und hier ist wieder eine Kolumne von Thomas L. Friedman. Sie stand letzten Freitag in der New York Times. Ich bin so glücklich, dass diese Zeitung jeden Freitag seine Artikel bringt. Denn zum Wochenende hin bin ich über Erheiterndes immer dankbar.
Friedman reist rund um den Globus, um den Leuten zu sagen, was sie tun sollen. Aber wie bei fast allen Leuten, die anderen sagen, was sie zu tun haben, so sind auch seine Ideen fast immer schwachsinnig.
"Die alten Regeln gelten noch", beginnt sein jüngster Artikel. So weit, so gut. Aber von welchen "alten Regeln" könnte Friedman sprechen? Wenn es um etwas geht, dem er zustimmt, dann scheint er auch Lügen, Betrügen und Stehlen gut zu finden. Und ich habe noch keine Idee gefunden, die so grandios und absurd war, dass Friedman für sie nicht eingetreten wäre.
Als ich seinen Artikel zu Ende gelesen hatte, da wusste ich immer noch nicht, was für "alte Regeln" dieser Mann meint. Stattdessen habe ich viele neue Phrasen-Vorschläge gefunden. So schlägt er zum Beispiel vor, eine neue Zweiparteien-Kommission zu gründen, die "nach vorne schauen" soll. Er würde sie "Nationale Kommission für das Richtigmachen" von Dingen nennen.
Ich frage mich, was der Sinn dieser Kommission wäre, denn wir haben doch Friedman, der uns sagt, wie man Dinge richtig machen soll. Er sagt, dass der richtige Weg zur Bekämpfung des Terrors "eine große Expansion der Büchereien der US-Botschaften überall auf der Welt" sei. Er will auch eine "große Zunahme der Stipendien für ausländische Studenten, damit diese in den USA studieren können".
Der Sinn dieser Vorschläge soll wohl dieser sein: Wenn die Ausländer uns (die Amerikaner) nur besser kennen würden, dann würden sie uns so sehr lieben wie wir uns selbst lieben. Aber Friedman scheint völlig entgangen zu sein, dass viele der Terroristen des 11. September 2001 eine Zeitlang vor dem Angriff in den USA gelebt hatten.
Friedman schlägt auch vor, dass alle Amerikaner eine neue Steuer zahlen sollten – eine "Patriotensteuer" von 50 Cents je Gallone Benzin. Das sollte genutzt werden, um seine anderen dämlichen Pläne zu bezahlen ... die darauf hinauslaufen, dass "immer mehr Leute freiwillig unseren Wertvorstellungen zustimmen".
Es scheint Friedman niemals in den Sinn gekommen zu sein, dass andere Leute ihre eigenen Werte haben ... oder dass sie uns nicht mögen könnten.
"Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu." Diese "alte Regel" ist heute genauso wie vor 2000 Jahren immer noch gültig. Ich würde mich nicht besonders über einen Iraker freuen, der versuchen würde, mir seine Werte überzustülpen – besonders dann nicht, wenn er dabei eine Pistole in der Hand haben würde. Und ich bezweifle, dass das andersherum funktionieren wird.