Die 3. Generation der Österreichischen Schule
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 14. Juli 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Im ersten Teil haben wir uns mit der ersten und zweiten Generation der Österreichischen Schule, mit Menger und Böhm-Bawerk beschäftigt, welche auch als ältere österreichische Schule bezeichnet werden.
Nun möchte ich auf die dritte Generation und ihren Haupt- und fast alleinigen Vertreter Ludwig von Mises zu sprechen kommen.
3. Generation: Ludwig von Mises: Theorie des Geldes und der Umlaufmittel
Ludwig von Mises (1881- 1973) wurde ein Anhänger der Österreichischen Schule nachdem er Anfang des 20. Jahrhunderts Mengers Grundsätze der Volkswirtschaftslehre gelesen hatte. 1912 verfasste er sein Hauptwerk "Theorie des Geldes und der Umlaufmittel", erweiterte damit Menger und Böhm-Bawerk mit einer Geld- und Kredittheorie und - in meinen Augen noch viel wichtiger - legte den Grundstein für die bedeutsame Theorie der Konjunkturzyklen.
Die Kaufkraft von Geld
Nach von Mises bestimmt sich die Kaufkraft von Geld durch Angebot und Nachfrage. Wobei die Nachfrage an Geld auf die Kaufkraft von Geld in der Vergangenheit zurückzuführen ist. Von Mises geht dabei zurück, bis dahin wo der Wert des Geldes sich durch seinen Warenwert bestimmen lässt. (z.B. den Goldwert)
Wie Konjunkturzyklen entstehen
Diese Überlegungen von Mises gehören meiner Meinung nach zu den wichtigsten. Von Mises geht davon aus, dass Konjunkturzyklen durch die Erzeugung von Geld aus dem Nichts durch Banken und Zentralbanken entstehen.
Durch ein so entstehendes unkontrolliertes Wachstum an Geld werden Kredite mit künstlich niedrigen Zinsraten geschaffen.
Massive Kreditexpansion und durch die Ausweitung der Geldmenge geschaffene Inflation verzerren so die Preise, die nicht mehr real das Verhältnis von Angebot und Nachfrage abbilden.
Das Resultat dieser Prozesse sind unvermeidbar Krisen und Rezessionen, die aber notwendig sind um das Fehlverhalten der Vergangenheit in der Realität auszugleichen. (bereinigendes Gewitter)
Von Mises sieht die Weltwirtschaftskrise des vergangenen Jahrhunderts dementsprechend als Ergebnis des monetären Fehlverhaltens in den "Goldenen 20ern".
Die einzige Lösung ist nach von Mises die Schaffung eines Bankensystems mit 100%iger Deckung.
So long liebe Leser....obgleich die gedanklichen Ansätze von Mises bereits die Definition von Inflation in der Wiener Schule aufzeigen, möchte ich morgen - da ich mich, wie Sie bemerkt haben, heute wieder einmal von der Thematik hinreißen ließ und die Wiener Schule noch nicht vollumfänglich abgehandelt habe - an dieser Stelle fortfahren mit der 4. Generation der Wiener Schule, den Neo-Austrians und noch einmal einer klar abgegrenzten Definition von Inflation durch die Österreicher...bis morgen also und einen schönen Sommerabend, wünscht
Ihre Miriam Kraus