Die 100.000 Euro Frage: lohnt sich der Aktieneinstieg jetzt noch?
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 20. Januar 2012, 16:00 Uhr
ENL5454
So, jetzt die Schlussfolgerung: Die Großwetterlage an den Aktienmärkten steht auf -weiter freundlich-, das habe ich Ihnen in den letzten drei Wochen anhand verschiedener Methoden wie zB. On Balance Volume (OBV) oder am Chaikin Money Flow (CMF) erläutert. Im Zuge dieser Entwicklung wäre es normal wenn DAX-Werte wie BMW noch weiter steigen würden. Aber lohnt sich der Einstieg für private Anleger wirklich noch? Das liebe Leser könnte Ihre 100.000 Euro Frage sein.
Wenn wir uns am Chartmodell orientieren, und nur darum geht es im Moment, dann hätten Sie noch Luft bis zum Tassenrand bei 68 bis 72 Euro. Das heißt vom jetzigen Kursniveau aus noch ca. 10 Prozent. Dann folgt aber bereits die Korrekturphase (Henkel) die sich bis zu 50 Prozent des vorherigen Kursanstiegs, also bis 60 Euro nach unten ausdehnen kann. Diese Korrekturhase die sich als Seitwärtsbewegung darstellen sollte kann sich über Monate hinweg hinziehen und bietet die Basis für eine eher negative Berichterstattung in den Medien, was den Anleger sehr belasten würde.
Um es auf dem Punkt zu bringen, es ist für einen Einstieg beinahe zu spät, es sei denn Sie sind ein kurzfristig agierender Anleger und nehmen mit gehebelten Derivaten den prospektiven Anstieg in der Größenordnung von 8-10 Prozent noch mit. Sollten Sie ohne Stopps arbeiten und der Aktienmarkt bildet seinen Henkel aus laufen Sie Gefahr in einer wochenlangen Konsolidierungsphase mürbe gemacht zu werden, bis Sie vielleicht mit Verlusten die Position schließen. Das wäre dann vermutlich genau der Zeitpunkt wo der Markt aus seiner Henkelformation nach oben ohne Sie ausbrechen würde, Soweit ein mögliches Szenario, was wir alle bestimmt schon einmal erlebt haben. Die technische Analyse ist kein Orakel, aber ein Hilfsmittel mit dem Sie sich solche Szenarien vor Augen führen können um Ihr Risiko was Sie vielleicht eingehen wollen, abzuschätzen. Meine Leser des Target Traders (Probelesen: hier) sind bereits seit drei Wochen im Aktienmarkt auf steigende Kurse positioniert und ziehen ihre Gewinn Stopps jetzt nach.
Jetzt drucken Sie sich bitte diesen Text nebst Chart aus und lesen sich das Ganze zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal durch. Sie werden dann schnell festzustellen ob es ein guter Plan war und ob es sich lohnt Zeit in die Technische Analyse zu investieren. Ach und noch etwas: wenn sich der Kurs vom Tief bei 50 Euro auf die anvisierten 70 Euro entwickeln sollte, dann wären das zwar 40 Prozent Profit, aber das hat noch nichts mit den in der Überschrift genannten 38 Prozent zu tun. Die entstehen im Durchschnitt erst nach Ausbruch aus der Henkelformation.
Viel Erfolg am Markt
Jürgen Nowacki
Coach Trading & Sales
Zum ersten Teil von: Tasse mit Henkelformation bringt 38 Prozent (Teil 2)
ähnliche Beiträge:
- EUR/GBP - Jetzt oder nie
- Gold kaufen oder abwarten?
- DAX: Dividendenstrategie gibt etwas Sicherheit
- EUR/USD: entpuppt sich der Euro als Hürdenläufer?
- EUR/USD: entpuppt sich der Euro als Hürdenläufer?
- Warum es sich trotzdem lohnt, in Vietnam investiert zu bleiben
- Unternehmen der Woche: Deutsche Beteiligungs AG - Teil 2