Dezember-Mais: saisonale Besonderheiten!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 19. August 2010, 20:00 Uhr
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Zum Abschluss möchte ich noch einmal auf die Saisonalitäten zu sprechen kommen. Agrarrohstoffe weisen historisch betrachtet, saisonal bedingte Preisverhaltensmuster auf, die in direktem Zusammenhang mit der natürlichen Vegetationsperiode der Pflanzen stehen.
In der Regel bilden die Preise während der Ernte einen Boden, also wenn das frische Angebot auf den Markt kommt. Umgekehrt erreichen die Preise eine Spitze, wenn sich ein Wirtschaftsjahr dem Ende nähert, also wenn die alte Ernte langsam aufgebraucht wird.
Gestern haben wir uns noch einmal den durchschnittlichen saisonalen Preistrend von Mais angesehen. Nicht überraschend zeigt sich die Preisentwicklung hier im Juni und Juli, also wenn sich das Wirtschaftsjahr dem Ende nähert, am stärksten. Das Tief wird dann im Oktober erreicht, wenn die Ernte in den USA beginnt.
Allerdings gibt es natürlich auch Ausnahmen von dieser durchschnittlichen Übersicht über die Entwicklung.
Zum Beispiel, wenn die Erwartungen für die kommende Ernte schwächer ausfallen, als ursprünglich prognostiziert. Wie zum Beispiel 1993! Die 94er Maisernte sank von 9,48 Milliarden Scheffel im Vorjahr, auf eine Produktion in Höhe von nur 6,34 Milliarden Scheffel. Das Endbestandslevel der 94er Ernte sank auf 850 Millionen Scheffel. Die stocks to use ratio sank von 25% im Vorjahr auf 11%.
Ich habe Ihnen hier eine Grafik mitgebracht, welche die durchschnittliche Entwicklung des Dezember-Mais-Futures, prozentual vom Jahresdurchschnittspreis, betrachtet - und zwar in solchen Jahren, in denen sich die kommende Ernte als geringer, als zuvor prognostiziert , herausstellt.
Quelle: University of North Dakota, landwirtschaftliche Fakultät
Interessant, nicht wahr?! Durchschnittlich steigen in diesem Szenario die Preise im Sommer, die Spitze wird zwischen Juli und August erreicht. Und jetzt das bemerkenswerte: nach dem Hoch kommt es nicht zu einem deutlichen Rückgang mit Beginn der Ernte, sondern die Preise bleiben stabil.
Nun wird zwar für die kommende Ernte keine rückläufige Produktion gegenüber dem Vorjahr prognostiziert, aber immerhin ein weiteres Primärmarktdefizit und die niedrigste stocks to use ratio seit 7 Jahren.
Nun darf man natürlich nie vergessen, dass solche Saisoncharts natürlich nur Abbildungen der Vergangenheit sind und mitnichten eine Glaskugel, mit welcher man in die Zukunft schauen könnte. Und natürlich sollte man saisonale Faktoren nie als alleinigen Indikator für eine Prognose nutzen, dennoch vermitteln sie einen interessanten Überblick über verschiedene Tendenzen, den man sich ruhig immer mal wieder gönnen darf.
So long liebe Leser....das soll es fürs Erste gewesen sein zum Maismarkt, von meiner Seite...da ich morgen aufgrund eines Termins verhindert bin, gibt es leider keinen Wochenrück-und Ausblick (diesen werde ich auf Montag verschieben)...stattdessen werden wir morgen ein bisschen mit unserer Wirtschaftstheorien-Reihe weiter machen, an der Sie hoffentlich immer noch so viel Spaß haben wie ich...:-)...ich wünsche Ihnen noch einen schönen und hoffentlich endlich sommerlichen Abend...liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
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