Devisenhandel am Spotmarkt
Alexander Hahn in Investoren Wissen zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 3. Februar 2010, 16:00 Uhr
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ich setze die „Devisen für Einsteiger“-Serie mit dem heutigen Artikel weiter fort. Da wir uns in den vergangenen Ausgaben ein profundes Hintergrundwissen angeeignet haben, wird diese Ausgabe deutlich „praxisbezogener“ sein. Viel Spaß beim Lesen...
Long oder Short auf Devisen
Wie Sie wissen, können Sie entweder long (auf eine steigende Notierung setzen) oder short (auf eine fallende Notierung setzen) auf eine Währung gehen. Da wir jedoch nicht eine Währung alleine handeln, sondern immer ein Währungspaar, besteht eine Transaktion aus dem gleichzeitigen Kauf einer und dem Verkauf einer anderen Währung.
Beispiel:
Sie wollen im Währungspaar Euro - US Dollar (EURUSD) long auf den Dollar gehen, da Sie damit rechnen, dass dieser gegenüber dem Euro aufwerten wird. Mit der Dollar Long-Position gehen Sie gleichzeitig auf den Euro short.
Anders ausgedrückt: Sie tauschen Euro in US-Dollar, in der Hoffnung, dass während der Haltezeit Ihrer Position der Dollar gegenüber dem Euro auf- bzw. der Euro abwertet.
Ein Währungspaar = 2 Seiten einer Medaille
Da Sie eine Währung immer gegen eine andere handeln, müssen Sie jederzeit beide Seiten der Medaille betrachten. Es genügt nicht, einfach davon auszugehen, dass Ihre Basiswährung gegenüber allen anderen Währungen steigt oder fällt. Analysieren Sie deshalb sowohl die fundamentale als auch die technische Lage beider Währungen des Paares.
Das Geld, das Sie verlieren, ist nicht weg...
Wie auch beim Handel mit Futures kommt beim klassischen Devisenhandel auf jeden Verlust ein Gewinn in gleicher Höhe. Das Geld wird innerhalb des FX-Marktes lediglich „in Bewegung gebracht“ und ständig umverteilt. Die Gewinne, die Sie verbuchen, entsprechen damit exakt den Verlusten eines anderen Marktteilnehmers.
Liquidität ist alles
Der Devisenmarkt ist mit einem Tagesumsatz von ca. 4 Billionen US-Dollar (Stand 2007) der liquideste und größte Finanzmarkt der Welt. In den „Major“-Währungspaaren kann es folglich zu keinen nachhaltigen Marktmanipulationen durch Dritte kommen (Zentralbankinterventionen ausgeschlossen). Auch spielt „Insider-Wissen“ am Devisenmarkt so gut wie keine Rolle. Einzig Angebot und Nachfrage bestimmen den Kurs der Währungen.
Handel rund um die Uhr
Der Devisenmarkt kennt keinerlei Börsenöffnungszeiten oder sonstiges. Lediglich am Wochenende (Freitag 23Uhr bis Sonntag 23Uhr) findet so gut wie kein Handel statt. Wenn Sie die wichtigsten Währungspaare handeln, finden Sie zwischen Sonntag und Freitag Abend rund um die Uhr immer genügend Liquidität vor.
„Minor“ oder „Exotic“-Währungen sollten Sie vor allem zu den jeweiligen Börsenöffnungzeiten der beteiligten Währungsländer handeln, da es durchaus vorkommen kann, dass sich der Spread zwischen An-und Verkauf außerhalb dieser stark vergrößert.
Neben London zählen New York, Frankfurt und Tokio zu den wichtigsten Devisenhandelsplätzen der Welt.
Kostenvorteile durch viele Marktteilnehmer
Durch das hohe Handelsvolumen sind die Spreads (Differenz zwischen Brief- und Geldkurs) zwischen den wichtigsten Währungspaaren sehr gering. Der Euro wird zur Zeit gegenüber dem US Dollar durchschnittlich (je nach Broker unterschiedlich) mit einem Spread von 3 Pips quotiert.
Bid: 1,3948
Ask: 1,3951
Im Vergleich zum Aktienmarkt sind die Spread-Kosten damit sehr gering. Je illiquider eine Währung jedoch ist, desto größer ist die Differenz zwischen Brief- und Geldkurs.
Der Spotmarkt
Auf dem Spotmarkt, auch Kassamarkt genannt, wird ein vereinbartes Geschäft (Lieferung, Abnahme, Bezahlung) unmittelbar abgewickelt.
Der Tag, an dem ein Geschäft zustande kommt, wird als Handelstag bezeichnet. Der Währungstausch (= Lieferung) der Währungen findet dagegen erst am Liefertag statt (i.d.R. 2 Tage nach dem Handelstag).
Der Spothandel für Privattrader
Ein Spot-Handel ist nichts anderes als der zeitgleiche Kauf oder Verkauf einer Währung gegen eine andere. Der ausgeführte Wechselkurs wird als Spot-Rate oder auch Kassa-Kurs bezeichnet.
Wie im institutionellen Bereich auch, so ist der Spot-Handel für den Privattrader ein sog. OTC (Over-the-Counter, außerbörsliches)-Geschäft. Ihr Handelspartner ist in diesem Fall Ihr Broker, welcher eine Gegenposition zu Ihrem Trade einnimmt.
Welche Währungspaare Sie handeln können, hängt vom Angebot Ihres Brokers ab. Informieren Sie sich vor dem Trade über die notwendigen Margin-Voraussetzungen (Hinterlegungssumme) für das Eingehen einer Position.
Und falls Ihnen der Devisenhandel über den Spot-Markt nicht zusagt, so haben Sie auch die Möglichkeit, Devisen über Futures, Optionen oder andere Derivate zu handeln. Mehr dazu nächste Woche hier bei Investoren Wissen.
Beste Grüße
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