Devisen

Wissenswertes zu Volatilität VI

in Devisen-Monitor zum Thema Devisen
vom


von Miriam Kraus

Liebe Leser,

nun haben wir uns also wieder zusammengefunden um erneut über Volatilitäten zu sprechen. Nachdem wir die letzten Ausgaben des Devisen-Monitor mit mathematischen Spielereien verbracht haben und dabei nicht nur die historische Jahresvolatilität zu berechnen lernten, sondern am Schluss (letzten Freitag) sogar mit Hilfe der Standardnormalverteilung eine Aussage über die Zukunft gewagt haben, wird es ab heute Zeit nun tatsächlich die Glaskugeln auszupacken und den Kaffeesatz zu lesen. ;-)


Nein Spaß beiseite, heute beginnen wir mit der „Impliziten Volatilität“.

Zunächst zur Begriffsbestimmung: Implizit bedeutet so viel wie „inbegriffen“ oder „eingeschlossen“. Das lässt sich auch gut in die Praxis übertragen, denn die implizite Volatilität ist einer der wichtigsten Faktoren für die/ „innerhalb der“ Berechnung von Optionspreisen.

Hier könnte man fast glauben, dass der Hund sich tatsächlich selbst in den Schwanz beißt:

Die implizite Volatilität ist sozusagen ein Messwert für die zukünftigen Schwankungen eines Basiswertes für die gesamte Laufzeit einer Option.

Noch einmal zurück zum Wort „implizit“ – „inbegriffen“. Das bedeutet, dass diese für die Zukunft erwarteten Schwankungen in den Preis/die Prämie für eine Option einfließen.

Tja, so weit so gut, nun kann aber eben doch leider niemand aus dem Kaffeesatz in die Zukunft sehen. Da also die Zukunft nicht bekannt ist, wird die implizite Volatilität als geschätzter Wert in das Optionspreismodell einfließen.

Nun unterliegt aber auch dieses Zeugs den Gesetzen des Marktes von Angebot und Nachfrage. Stellen Sie sich also einfach vor, aufgrund von Angebot und Nachfrage verändert sich der Optionspreis. Nun kann man mit Hilfe der entsprechenden Formel wieder zurückrechnen auf die implizite Volatilität, die sich folglich nun auch verändert hat. Einfach ausgedrückt!

Man kann also die implizite Volatilität tatsächlich berechnen, obwohl sie im Grunde nichts anderes ist als eine Schätzung, oder besser gesagt eine Erwartungshaltung. Wenn Sie eine implizite Volatilität in Prozent angegeben betrachten, dann sagt Ihnen dies im Grunde nichts anderes als wie hoch der Markt die Wahrscheinlichkeit stärkerer Kursschwankungen in der Zukunft einschätzt.

Sie sehen also, alles bedingt sich irgendwie. Sie treffen vielleicht aufgrund der historischen Volatilität für einen Basiswert eine Entscheidung für den Kauf einer Option. Sie sind der Markt. Irgendwann verändert sich der Optionspreis, damit verändert sich ebenfalls die implizite Volatilität.

Anders herum betrachtet könnte man auch sagen, Sie nehmen eine höhere implizite Volatilität an. Höhere Kursschwankungen bieten für Sie als Anleger größere Chancen. Für den Stillhalter, also den Emittenten bedeuten sie aber ein höheres Risiko gegen welches er sich absichern muss. Dementsprechend wird der Stillhalter also die Prämie /den Preis erhöhen. Umgekehrt sind aber Sie wiederum bereit eben wegen der stärkeren Kursschwankungen die Sie erwarten, also wegen der höheren impliziten Volatilität, eben auch die höhere Prämie zu bezahlen. Geschäft besiegelt!

Sie sehen also, damit das Geschäft zustande kommt müssen beide Parteien eine übereinstimmende subjektive Einschätzung, oder Risikoerwartung für den Basiswert haben.

Zumindest in der Theorie….;-) Am Freitag mehr dazu…

So viel für heute also zunächst einmal zur – nun sagen wir einmal- „philosophischen“ grundsätzlichen Betrachtung der impliziten Volatilität.

Liebe Grüße

Ihre Miriam Kraus


von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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