Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.
Japanischer Yen
Sven Weisenhaus in Wave Daily zum Thema Japanischer Yen
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der Yen befindet sich seit Jahren, ja sogar seit Jahrzehnten in einem Aufwertungstrend gegenüber den Währungen Euro und US-Dollar. Die Gründe dafür hatte ich Ihnen gestern aufgezeigt. Nun könnte sich das Blatt allerdings wenden.
Yen zeigt in diesem Jahr deutliche Schwäche
Seit Jahresbeginn verlor der Yen gegenüber dem Dollar bereits über 10 % an Wert und gegenüber dem Euro 7 %. Auslöser der jüngsten Yen-Talfahrt dürfte die Ankündigung der Bank of Japan (BoJ) Mitte Februar gewesen sein, weitere 10 Billionen Yen (92 Mrd. Euro) in die Märkte pumpen. Das bereits laufende Programm zum Aufkauf japanischer Staatsanleihen und anderer Wertpapiere wird damit auf insgesamt 30 Billionen Yen (275 Mrd. Euro) aufgestockt. Ein parallel zu den Anleihekäufen auf den Weg gebrachtes Kreditprogramm im Volumen von 35 Billionen Yen bleibe unverändert, teilte die Bank of Japan. Die japanische Notenbank reagierte damit auf den Einbruch der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2011.
BoJ folgt dem Weg von Fed und EZB
Wie in den USA und Europa liegt der Leitzins in Japan bereits auf einem Rekordtief. Seit Oktober 2010 liegt der Leitzins zwischen 0 und 0,1 %. Daher beschreitet die Bank of Japan nun ähnliche Wege wie die Fed oder die EZB, um die heimische Wirtschaft noch außerhalb von Leitzinssenkungen stimulieren zu können.
Warum die Anleger aus dem Yen fliehen
Bisher genießt Japan (noch) einen positiven Realzins. Das bedeutet, dass die Zinsen 10jähriger japanischer Staatsanleihen mit einer aktuellen Rendite von 0,95 % über der Inflationsrate von im Dezember Minus 0,2 % liegen.
Wenn nun jedoch, wie gestern beschrieben, die Bank of Japan eine Inflationsrate von kurzfristig 1 und langfristig 2 % zum Ziel ihrer Geldpolitik macht, dürfte dies den Realzins langfristig negativ werden lassen (falls die Renditen auf dem aktuellen Niveau verbleiben). Dies könnte Anleger aus japanischen Staatsanleihen heraus treiben und eine Flucht aus dem Yen auslösen.
Japanischer Aktienmarkt könnte ebenfalls eine Trendwende einleiten
Diese Flucht begünstigt auch den Nikkei, weil die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Unternehmen durch den für sie günstigeren Wechselkurs anzieht. Genauso lange wie der Yen aufwertet (seit über 20 Jahren), befindet sich der Nikkei schon in einem Abwärtstrend. Folgender Chart zeigt den Nikkei und die beiden Währungspaare USD/JPY und EUR/JPY seit 1988. Alle Werte erreichten Ende 1989 ein Hoch und tendieren bis heute deutlich leichter.
(Quelle: CFX-Broker) Nikkei, EUR/JPY und USD/JPY seit 1988
Aus den Beiträgen von gestern und heute haben Sie nun genügend Argumente für eine Trendwende erhalten. Doch wie sieht es nun charttechnisch aus?
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