Devisen

Investieren in Fremdwährungen

in Rohstoff Daily zum Thema Devisen
vom


Meine Antwort:

Vielen Dank, Herr M., Herr B. und Herr S.!

Herr M. Sie haben völlig Recht, derzeit interessiert viele Menschen, was sie mit ihrem Euro-Kapital am besten anfangen sollten. Nun, ganz generell gesprochen, halte ich es derzeit jedenfalls nicht für falsch, etwas Liquidität zu halten. Dies bietet sich immer in Schwäche- und Konsolidierungsphasen an, denn diese Phasen führen schließlich immer wieder zu einem Punkt, an dem sich günstige Möglichkeiten ergeben, für die man schließlich wieder Liquidität benötigt. Doch dies nur mal generell gesprochen. Eine zusätzliche Absicherung in Edelmetallen halte ich grundsätzlich für richtig, aber das soll ja heute nicht das Thema sein...abgesehen davon, dass Sie ja bereits alle wissen, dass ich ein Edelmetall-Absicherungs-Fan bin.


Was Sie, liebe Leser, interessiert ist, ob es sich anbietet, Ihr Kapital jetzt in Fremdwährungen anzulegen.

Nun...das ist wahrlich keine einfache Frage, denn zunächst einmal sollten Sie (alle, liebe Leser) sich selbst die Frage beantworten können, was Sie mit einer Anlage in Fremdwährungen bezwecken wollen. Sicherheit? Renditen? Oder möchten Sie rasche Kursgewinne mittels Trading erreichen?

Wenn Sie für sich selbst diese Fragen beantwortet haben, dann stellt sich die Frage, auf welche Art und Weise Sie in Währungen investieren möchten. Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Sie könnten zur Bank Ihres Vertrauens (welch ein Widerspruch in sich ;-)) gehen, sich fremde Banknoten kaufen und diese unter Ihr Kopfkissen legen. Davon würde ich allerdings abraten, denn die Spreads sind in der Regel viel zu hoch.

  2. Sie könnten ein Fremdwährungskonto eröffnen. Dies macht vor allem dann Sinn, wenn Sie tatsächlich Liquidität in der Fremdwährung benötigen, also Geschäfte im Ausland tätigen oder auch im Grenzgebiet zu einem anderen Währungsraum leben, wo Sie hin und wieder einkaufen. Funktioniert aber natürlich auch, wenn Sie einfach nur eine bestimmte Fremdwährung auf ihrem Konto halten wollen. Doch beachten Sie bitte auch hier die Konditionen der Banken.

  3. Sie könnten auf Derivate setzen, also zum Beispiel ein Zertifikat, welches die Entwicklung der Fremdwährung nachbildet. Natürlich achten Sie hier ebenfalls auf alle Konditionen das Produkt und den Emittenten (z.B. etwaige Zusatzkosten) betreffend. Auch Optionen wären eine Möglichkeit, erfordern aber unbedingt ein maximales Vorwissen.

  4. Sie könnten auf Geldmarktfonds setzen. Hierbei ist es allerdings schwierig einen zu finden, der sich nur auf eine Währung bezieht.

  5. Sie könnten auf Staatsanleihen des jeweiligen Landes in der jeweiligen Fremdwährung setzen. Hierbei gilt es aber auf die Zinsentwicklungen zu achten und daran auch die Wahl der Laufzeit anzupassen.

  6. Sie könnten sich einen Broker (wie z.B. CFX-Broker) suchen und die verschiedensten Währungspaare traden.

Sie sehen, die Möglichkeiten sind vielfältig, erfordern aber, je nach Auswahl, noch weitere Überlegungen, als reine Prognosen zu den Wechselkursverhältnissen. Doch dies nur einmal als generelle Ausgangsbasis für alle Leser.

Doch kommen wir nun zu den eigentlichen Fragen:

Macht es überhaupt Sinn, Euro-Kapital in Fremdwährungen zu wechseln?

Nun, es kommt, wie gesagt, ganz darauf an, was Sie mit dieser Anlage erreichen wollen. Eine sichere Rendite? Nun ja, ich bin zwar generell kein großer Fan von Staatsanleihen (dies aber eher aus Gründen der Überzeugung), diese stellen aber durchaus eine Möglichkeit dar. Sie sollten hier aber eines nicht vergessen: nämlich, dass gerade in den Ländern mit interessanter Fremdwährung durchaus rascher mit Zinsanhebungen zu rechnen ist (bzw. bereits erste Zinsanhebungen vorgenommen wurden), was natürlich wiederum tendenziell die Bond-Kurse unter Druck setzt.

Stattdessen also lieber einfach nur Kurs- oder Trading-Gewinne? Nun ja, mit entsprechenden Derivaten oder einem Handelskonto stehen Ihnen hier natürlich die Möglichkeiten offen. Doch dies ist eine spekulative Investition, dementsprechend sollten Sie hier auch nur einen bestimmten Anteil Ihres Kapitals einsetzen. Oder Cash in einer Fremdwährung halten? Macht eigentlich nur dann wirklich Sinn, wenn Sie die Liquidität in der Fremdwährung auch tatsächlich nutzen können, da Sie beim Um- und Umtausch der Währungen, aufgrund der hohen Spreads der Banken, immer das Nachsehen haben werden.

Und wie werden sich die Fremdwährungen im Verhältnis zum Euro überhaupt entwickeln?

Nun ja, ganz ehrlich, ich kann noch immer nicht in die Zukunft blicken. Und generell ist es vor allem im Devisenmarkt schwer, auch nur eine halbwegs sichere langfristige Prognose abzugeben. Die Devisenmärkte bewegen sich derart dynamisch und werden von derart vielen Faktoren beeinflusst, dass sich selbst professionelle Devisenhändler nur ungern zu einer Prognose, die über die nächsten 2 Monate hinausgeht, überreden lassen.

So long liebe Leser....Nichts desto trotz, können wir uns ja trotzdem so einige Gedanken machen. Und das werden wir auch tun...und zwar in der kommenden Woche...beginnen werden wir beim Schweizer Franken, aus einem einfachen Grund: denn der ist derzeit der beliebteste Fluchthafen schlechthin...dann aber wollen wir auch die anderen genannten Währungen noch unter die Lupe nehmen...und morgen gibt's an dieser Stelle, wie gewohnt, den Wochenrückblick...damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend...liebe Grüße und bis morgen...

Ihre Miriam Kraus


von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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