Institutioneller Devisenhandel
Spot-Transaktionen, Forwards und Swap-Geschäfte bilden die Basis des Institutionellen Devisenhandels.
ENL5292
Institutioneller Devisenhandel: Spot-Transaktion
Die klassische Form des Devisenhandels ist das Kassageschäft. Das im Fachjargon auch als Spot-Transaktion bezeichnete Tauschgeschäft ist mit dem Devisentausch am Bankschalter vergleichbar: Eine Devise wird zu einem bestimmten Wechselkurs in eine andere Devise getauscht. Das Tauschverhältnis – der Wechselkurs – wird auch als Kassakurs oder als Spot-Rate bezeichnet. Angaben in Zeitungen oder im Fernsehen beziehen sich in der Regel auf diesen Kurs.
Im Gegensatz zum Tauschen von Devisen am Bankschalter findet die Erfüllung des Geschäftes – hierunter versteht man den tatsächlichen Austausch der Devisen – erst zwei Banktage nach Abschluss des Geschäfts – dem Handelstag – statt. Am Handelstag vereinbaren die beiden Transaktionspartner die gehandelte Summe sowie den Wechselkurs. Damit genug Zeit für die notwendigen Back-Office-Operationen sowie die Veranlassung der Überweisung verbleibt, findet der tatsächliche Austausch der Devisen erst zwei Tage nach dem Handelstag statt.
Ein kurzes Beispiel zur Erläuterung:
Ein Händler der Deutschen Bank in Frankfurt möchte gerne eine Million Euro gegen US-Dollars tauschen. Er ruft bei einem Händler der UBS in London an und schließt mit ihm eine Transaktion zum Wechselkurs von EUR/USD 1,2123 ab. Er muss an die UBS somit nun eine Million Euro überweisen und erhält im Gegenzug von der UBS 1.212.300 US-Dollar. Um die nötigen Back-Office-Operationen durchzuführen und das Geld zu überweisen, haben beide Banken zwei Banktage Zeit. Der Wechselkurs wird am Trade-Day (Handelstag) vereinbart, der tatsächliche Austausch der Devisen findet dagegen erst zwei Banktage (t+2) später statt (Settlement-Day).
Institutioneller Devisenhandel: Forwards
Outright Forwards – häufig auch einfach nur als Forwards bezeichnet – sind Termingeschäfte auf Devisen. Hierbei werden Betrag und Wechselkurs bereits heute verbindlich fixiert, der Austausch der Devisen dagegen findet erst zu einem bestimmten Termin in der Zukunft statt. Im Vergleich zu einer Spot-Transaktion unterscheidet sich ein Termingeschäft somit lediglich durch einen weiter in der Zukunft liegenden Austausch der Devisen.
Da die Banken im Interbankenmarkt direkt untereinander (»Over the Counter«) handeln, sind die Details von Forwards frei verhandelbar. Somit ist theoretisch jede beliebige Laufzeit denkbar, solange man einen Handelspartner findet. Für gewöhnlich werden Forwards mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr gehandelt.
Forwards werden in der Regel zu einem unterschiedlichen Wechselkurs als Spot-Geschäfte abgeschlossen. Obwohl die zugrunde liegenden Währungen identisch sind, handeln Forwards häufig entweder höher (Premium) oder niedriger (Diskont). Dies ist durch die Zinsdifferenz zwischen beiden Währungen bedingt. Ist der Zinssatz einer Währung höher, hat diejenige Vertragspartei einen Vorteil, die bis zum Austausch der Devisen noch im Besitz jener Währung ist und somit höhere Zinsen verdient. Dies spiegelt sich in dem Forward-Preis wider.
Institutioneller Devisenhandel: Swap-Geschäft
Die mit Abstand am häufigsten durchgeführte Transaktion ist das sogenannte
Swap-Geschäft. Wie der Name bereits andeutet, wird bei diesem Geschäft etwas getauscht.
Ein Swap-Geschäft setzt sich aus zwei Elementen zusammen, in der Regel einer Kassa- und einer Forward-Transaktion. Mit Hilfe eines Swaps kann man somit seine Euro-Bestände für einen bestimmten Zeitraum in US-Dollars umtauschen, ohne beim späteren Rücktausch in Euro ein Wechselkursrisiko befürchten zu müssen.
Dazu wird eine Spot-Transaktion durchgeführt. Mit deren Hilfe werden die Euro-Bestände in US-Dollars umgetauscht. Zeitgleich wird ein Forward abgeschlossen, um die US-Dollars zu einem bestimmten Zeitraum wieder zurück in Euro zu tauschen. Durch die zweite Transaktion wird sichergestellt, dass man keinem Wechselkursrisiko unterliegt. Lediglich die Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen muss berücksichtigt werden.
Anteil der Geschäftsarten (Quelle: BIS, 2004)
Swap-Geschäfte machen heutzutage mit einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von deutlich mehr als 900 Milliarden US-Dollar den Hauptanteil des Volumens im Interbankenhandel aus. Im Spot-Handel werden täglich Devisen im Wert von circa 621 Milliarden US-Dollar bewegt, der Umsatz im Handel mit Outright Forwards summiert sich auf 208 Milliarden US-Dollar.
Bis Mitte der 90er-Jahre war der Kassamarkt noch der dominierende Markt und für die Hälfte des gehandelten Volumens verantwortlich. Durch die hohen Volumenzuwächse im Swap-Handel und den vergleichsweise deutlich langsamer wachsenden Spot-Markt kam es zu der heute bestehenden Relation.
Da Privatpersonen nicht direkt am Interbankenmarkt teilnehmen können, stehen ihnen auch die zuvor geschilderten Produkte nicht zur Verfügung. Aufgrund des stark steigenden Interesses von privaten Händlern hat sich in den vergangenen Jahren aber eine Reihe von Alternativen herausgebildet.
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