Devisen

Euro ökonomisch gescheitert

Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Devisen
vom


Der hochvolatile Ritt auf der Rasierklinge ging auch am gestrigen Dienstag an den Finanzmärkten weiter. Der deutsche Leitindex brach knapp zwei Prozent auf 6444 Zähler ein. Spiegelbildlich zum Rückgang der Aktienkurse ging die Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen der deutschen Bundesanleihen weiter. Der Bund-Future erreichte mit 142,64 ein neues Allzeithoch. Die Rendite für zehnjährige deutsche Bundesanleihen sank auf den historisch einmalig tiefen Wert von 1,53 Prozent. Gut möglich, dass in den kommenden Tagen auch die 1,5 Prozent-Marke nach unten durchbrochen werden wird.


Ausgang der Wahlen belastet

Diversen Marktberichten zufolge herrschte gestern pure Angst, ja fast schon Panik vor chaotischen Verhältnissen in einem unregierbaren Griechenland. Nach dem Ausgang der Wahlen in Griechenland werde jede Bemerkung mittlerweile auf die Goldwaage gelegt. Von hypernervösen Investoren war gestern die Rede. Dagegen beurteilte in der gestrigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung der Hamburger Vermögensverwalter Mack&Weise die verhaltene Reaktion der Finanzmärkte auf den Ausgang der Wahlen in Frankreich als nicht erstaunlich.

Keine Überraschung

Der Einfluss der französischen Wahlen auf die Märkte sei begrenzt, zumal das Ergebnis keine Überraschung darstelle, so Herr Weise. Letztlich werde auch Hollande eine pragmatische Politik betreiben und es werde zu keinem Konflikt zwischen Deutschland und Frankreich kommen. Allerdings könne es vor den Parlamentswahlen in Frankreich im Juno noch etwas rhetorisches Störfeuer geben. Vielleicht sei an dieser Stelle noch kurz auf ein interessantes Detail zur Wahl in Frankreich am Sonntag hingewiesen. Rekordverdächtig war die Zahl der als ungültig" gewerteten Stimmen. Diese verdreifachte sich vom ersten Wahlgang aus betrachtet von gut 700000 auf gut 2,1 Millionen. Immerhin entspricht dies fast sechs Prozent der Wahlberechtigten!

Euro ökonomisch gescheitert

Äußerst interessant sind aber die grundsätzlichen Äußerungen der Hanseaten zum Thema Euro. Die Hamburger sehen die Währungsunion generell sehr kritisch. Wortwörtlich sagte Herr Weise in der FAZ:

Solange das ökonomische Scheitern des Euros von den Machthabern nicht anerkannt wird, ist es relativ belanglos, wie der nationale Staatenlenker gerade heißt."

Klare Worte. Es ist aber sehr, sehr unwahrscheinlich, dass die aktuellen Machthaber" das Scheitern der Währungsunion eingestehen werden. Im Gegenteil, es wird bis zum Schluss wohl versucht werden, die Lage zu beschönigen und die "Erfolge" der Währungsunion in der Öffentlichkeit zu feiern. Selbst wenn es nichts mehr zu feiern gibt.

Weisheit von Andre Kostolany

Zum Thema europäische Gemeinschaftswährung hat sich im übrigen noch zu seinen Lebzeiten der legendäre Investor, Andre Kostolany, geäußert. Kostolany war ja bekanntlich überzeugter Europäer. Grundsätzlich fand der Altmeister die Idee einer europäischen Gemeinschaftswährung gut. Aber, die Idee ist das eine, die politische Umsetzung in der Praxis das andere. Der Vermögensverwalter Holger Schmitz, der jahrelang für Kostolany gearbeitet hat, berichtete erst jüngst in der FAZ, dass Kostolany regelmäßig über die dilettantische politische Umsetzung des Euro-Projekts geschimpft habe.

Was wohl der Altmeister heute sagen würde?



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Kommentar von J Clauss

zu FEIERN gibt es schon lange nichts mehr.. Außer sich Selbst!

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Kommentar von Holger Lamberts

Kostolany würde wohl erkennen, dass der Euro stark und gesund ist, dass er aber von den nationalen Regierungen zum ungenierten Schuldemachen mißßbraucht wird. Hätten die Euro-Länder nationale Währungen, wären diese alle tief im Keller, Auslandsreisen für Europäer unbezahlbar, weitere Kredite oder Anleihen für die Regierungen mit Mamutzinsen belegt oder überhaupt unmöglich. Wer hat da versagt ? Der Euro oder die Politiker ? Wenn Kaufleute Kredite aufnehmen, von denen sie wissen, dass sie diese nie zurückzahlen können, dann sperrt man Sie wegen betrügerischer Krida ins Gefängniss - Politiker beschliessen Retungsschirme, um den Betrug fortzusetzen. Die Schwäche des Euro ist seine Stabilität, die von der Produktivität der Wirtschaft gewährleistet wird. Wenn die Tetungsschirme erst auch die Wirtschaft in die Knie zwingen, gehts den Bach runter ohne jeden Rettung. Warum sinken alle Aktienkurse, wenn die Politiker ihre Rettungsschirme vergrößern, warum drücken niedrige EZB Zinsen die Aktienkurse - ging das früher ohne die Bedrohung durch kriminell korrupte Politiker nicht andersrum ? fragt und meint Holger Lamberts

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Kommentar von Dr Heinemann

Ja, liebe Leser, wir wissen es alle, der Euro ist gescheitert und die verlogenen Politiker erzählen ihre abgedroschenen Märchen weiter. Schon vor einem Jahr schrieb ich hier, dass die Menschen auf der Straße die Entscheidung in Griechenland bringen werden und fühlte mich mit ihnen solidarisch. Nun ist die Entscheidung per Wahl gekommen. Zur Wahl muss der Bürger erst einmal gehen. Will sagen, meine Profezeiung war ziehmlich richtig. Ich will nicht recht haben. Es geht um die Konsequenzen. Was droht uns nun? Teflon und Schäuble machen mit Realitätsverleugnung und Kaputtsparen weiter. Schauen wir auf die politischen Fakten: Regierungen in vielen Euro-Ländern scheiterten in den letzten Monaten. Neuwahlen brachten entweder neue Durchhalteparolen oder endlich die griechische Verweigerung am letzten Sonntag als legitimes Volksvotum! Und die wirtschaftlichen Fakten? Schumpfungen und Stillstände in den Wirtschaften in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, Belgien?, Frankreich? Höchste Zinsen für Staatsanleihen, Insolvenzen ohne Ende, Massenarbeitslosigkeit. Was heißt denn das alles wirklich? Es ist die Deflation, die hier Einzug gehalten hat. Das tolle an der Deflation ist, wie wir es in Japan seit 20 Jahren sehen, die Regierung kann nichts mehr dagegen machen. Deflation heißt schlicht nicht: Euro für alle sondern Armut für alle. Das Ende einer Deflation ist nicht absehbar. Im Mittelalter dauerte die Deflation runde 500 Jahre in ganz Europa! Deflation wirkt stärker als Inflation, sie setzt sich gegen Inflation durch! Es gab die Dicke Berta zum Jahreswechsel 2011/12. Das Geld steckten sich die Banken in die Taschen. Langsam kommt es nun in der Wirtschaft an. Immobilien in England und Deutschland werden den Maklern zu steigenden Preisen aus den Händen gerissen. Superluxus ist die Devise! Handwerkerfirmen sind bis zum Maximum ausfgelastet. Das bedeutet steigende Inflation, Energie wird auch ständig teurer. Die Fakten im Sozialen: In den Euro-Krisen-Ländern haben wir Massenarbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, hohe Suizidraten, Menschen haben nichts zu essen. Viele Menschen werden nach Deutschland kommen zum Arbeiten und um Unterstützung zu kassieren. Das wird die gegenwärtig steigenden Löhne wieder senken. Damit zieht auch in Deutschland die Deflation ein. Und die Politiker, sie sollen ja alle sooooo klug, intelligent und gescheit sein, ja es sollen die besten Menschen überhaupt sein, diese Dämelsäcke erkennen die Zusammenhnge nicht. Toll! Die ganzen Euro-Unterstützer, ich wiederhole mich, gehören alle vor ein ordentlichen Gericht wegen Vergehen gegen die Menschlichkeit!!! Der Euro ist gescheitert. Aber bis zum Zusammenbruch kann es sich noch eine lange Zeit hinziehen. Den Politikern fallen immer neue Lügen ein. Wir müssen sehr aufmerkasam sein. Vielleicht können wir über den Einfluß auf unsere Abgeordneten noch den Fiskalpakt stoppen, damit wir in Deutschland nicht auf noch mehr Schulden aus anderen Euro-Ländern sitzen bleiben. Denn: Eine Sicherheit für unsere Bürgschaften gibt es nur auf dem Papier!!! Werte, wie Gold, Immobilien etc. stehe nicht hinter den Euro-Schulden der Südländer. Wenn sie nicht zahlen, müssen wir damit zufrieden sein. Erkennen wir es an. Es ist nichts, gar nichts mehr zu retten vor dem Zusammenbruch. Wünsche allen noch einen schönen Tag. Ihr Dr. H.

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