Devisen: Entwicklung der Währungen

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Bretton Woods: das erste internationale Währungssystem

Mit dem Abkommen von Bretton Woods 1944 und der Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wurde unter Führung der USA ein neues Währungssystem entworfen, das auch wieder auf der Grundlage des Goldstandards basierte. Dabei wurde der US-Dollar zur Weltleitwährung, denn die USA hatten die Pflicht, diesen zu einem festen Kurs (35 US-Dollar je Unze) in Gold zu tauschen. Alle anderen Währungen standen in einem stabilen Wechselkursverhältnis zum US-Dollar. Die beteiligten Staaten hatten die Pflicht, ihre Währung in einer Bandbreite von 0,75% um den vereinbarten Paritätskurs zu stabilisieren, indem sie bei Abweichungen Deviseninterventionen durchführten.

 

Moderne Währungen nach den Kriegen

Nach einer Phase finanzieller Stabilität und aufblühender Wirtschaft schuf der zunehmende Wertverlust des US-Dollars Ende der sechziger Jahre immer größere Probleme. Die Turbulenzen führten dazu, dass im August 1971 die Konvertibilität des US-Dollars zum Gold aufgehoben wurde. Damit war dem System die Grundlage entzogen.

 

Im Smithsonian Agreement versuchten die beteiligten Staaten im Dezember 1971 zwar noch einmal, feste Wechselkurse zu etablieren, aber durch die mangelnde Anbindung an die Grundlage des Goldes scheiterte dieser Versuch. Im März 1973 wurden die festen Leitkurse endgültig eingestellt und das Zeitalter frei schwankender Währungen begann.

 

Es ist aufschlussreich, sich die Veränderungen seit dem Abkommen von Bretton Woods einmal auf der Zunge zergehen zu lassen: Von damals 35 US-Dollar je Unze stieg der Preis des Goldes auf heute 673 US-Dollar. Bei Einführung der D-Mark 1952 war ein US-Dollar 4,20 DM wert. Aktuell steht der Euro am Devisenmarkt bei 1,3650 zum US-Dollar.

 

Entwicklung der Währungen aktuell: Der europäische Sonderweg ...

Doch nicht nur auf weltweiter Ebene gab es Bestrebungen, ein neues festes Währungssystem zu etablieren. Einen besonderen Weg ging in den vergangenen 35 Jahren auch Europa. 1972 wurde der Europäische Wechselkursverbund (EWV) gegründet. Dabei wurde die so genannte "Währungsschlange" festgelegt, bei der die Währungen der Europäischen Gemeinschaft gegeneinander nur um 2,25% schwanken durften. Dieses System bestand jedoch nur bis 1979, da es mit der Zusammenarbeit der Mitglieder untereinander nicht so richtig klappte.

 

... führte zu einer neuen Währung: dem Euro

Erst mit der Etablierung des Europäischen Währungssystems 1979 und der Einführung des imaginären ECU ergab sich eine stabilere Entwicklung der europäischen Währungen. Der ECU war ein Währungskorb, der sich aus den Währungen der teilnehmenden Länder in einem festen Verhältnis zusammensetzte. Auch jetzt durften die beteiligten Währungen nur um 2,25% schwanken, was aber ab 1993 auf 15% ausgeweitet wurde.

 

Die Zusammenarbeit der beteiligten Staaten der Europäischen Gemeinschaft wurde nun immer enger, so dass im Vertrag von Maastricht 1992 eine neue Währungsunion gegründet und die Einführung des Euros beschlossen wurde. Dabei wurde auch das System der europäischen Zentralbanken eingerichtet und strikte Konvergenzkriterien eingeführt.

 

Trotz aller anfänglichen Befürchtungen, gegensätzlichen Meinungen und Bewertungen funktioniert die gemeinsame europäische Währung bisher gut und hat sich etabliert. Wie wir an der bisherigen Entwicklung gesehen haben, hatte allerdings noch kein Währungssystem geschichtlich gesehen wirklich lange Bestand. Wir werden sehen, wie lange es der Euro schaffen wird, eine stabile Währung zu bleiben.

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